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3. Internationale Fresenius GHS Konferenz "Implementing the CLP Regulation"

Seit fast einem Jahr ist die neue Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 zur Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung von Substanzen und Gemischen (Classification, Labelling and Packaging Regulation) in Kraft. Durch diese CLP-Verordnung wird die Europäische Gesetzgebung an das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals) angepasst. Fachleute aus den Bereichen Produktsicherheit, Produktverantwortung und Regulatory Affairs trafen sich vom 24. bis 25. November 2011 in Mainz auf der 3. Internationalen Fresenius GHS Konferenz "Implementing the CLP Regulation". GHS und CLP würden nicht nur die Grundlage des Informationsflusses über gefährliche Eigenschaften einer Substanz oder Zubereitung bilden, sondern seien auch Basis verschiedener Managementinstrumente, sagte Jan van der Kolk (Eco Conseil, Niederlande).

Auswirkungen auf den Transport

Andere direkt oder indirekt mit GHS/CLP verbundene Managementinstrumente in der Europäischen Union seien solche für Transport, gefährlichen Abfall und Einrichtungen, die Gefahrstoffe lagern und damit arbeiten sowie in Drittländer exportieren, erklärte van der Kolk. Die EU habe ihre internen Instrumente für Transport den umfassenderen internationalen Vereinbarungen in der Richtlinie 2008/68/EG über die Beförderung gefährlicher Güter im Binnenland angepasst. Diese Vereinbarungen basierten auf dem UN-System der TGD (Transportet Dangerous Goods), der transportierten Gefahrgüter, so van der Kolk. Er wies darauf hin, dass die EU spezifische Regelwerke für spezifische Situationen und Substanzen in dieser Richtlinie zusammenfassen könnte.

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Ebenso reguliert die EU auch gefährliche Abfälle in der Richtlinie 2008/68/EG.

Die Definitionen von Gefahr laut der CLP-Verordnung und die Kennzeichnungsanforderungen sind auch für gefährliche Abfälle gültig, erklärte van der Kolk. Grundlegende Prinzipien hinsichtlich gefährlicher Abfälle beinhalten eine Hierarchie von Vermeidung, Wiederverwendung oder Recycling vor der Entsorgung, der Anwendung von Minimalstandards, der Erteilung von Erlaubnissen und Registrierung mit spezifischen Abfallmanagementplänen. CLP gelte auch in Übereinstimmung mit der Basel-Konvention für exportierte gefährliche Abfälle, so der Experte.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Eine Konsequenz der CLP-Verordnung seien entscheidende Modifikationen der Kennzeichnungen, sagte Sabine Darschnik von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Weiße Piktogramme mit schwarzen Symbolen in einem roten Rahmen ersetzen die gewohnten orangenen Gefahrensymbole. Weiterhin hätte sich die Struktur für die Einstufung verändert. Darschnik beschrieb, dass unter der CLP-Verordnung Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien benutzt werden, um die Eigenschaften und die Intensität der verschiedenen gefährlichen Qualität von Chemikalien zu beschreiben. Die bisherigen Gefahrenhinweise wie "giftig" oder "ätzend" würden nun ersetzt werden durch die Signalwörter "Gefahr" oder "Warnung". Die größte Herausforderung resultiere jedoch aus den Auswirkungen der CLP-Verordnung auf die Klassifikation von Gemischen. Je nach Inhalt an akut giftigen oder ätzenden Inhaltstoffen würden Gemische auf der Grundlage von Expertenwissen neu bewertet werden müssen, sagte die wissenschaftliche Beraterin.

Implementierung des GHS

Das weltweit harmonisierte System zur Klassifikation von Chemikalien (GHS) wurde mit der Zielsetzung der Harmonisierung bestehender Klassifikations- und Kennzeichnungssysteme für Chemikalien entwickelt. Es sei keine Modell-Verordnung und könne nicht von einzelnen Ländern als Regelwerk implementiert werden, sagte Paul W. Brigandi (CGI Technology and Solutions Inc., USA). Die zuständigen Institutionen müssten das violette GHS-Buch ("Purple Book") als Rahmenwerk betrachten, das eine Reihe von Bausteinen enthält, zum Beispiel Gefahrenklassen und -kategorien, Klassifikationskriterien, Kennzeichen und Elemente der Gefahrenkommunikation. Dieses könne nach den Bedürfnissen der betroffenen Beteiligten in bereits existierende regulative Schemata integriert werden, empfiehlt der Unternehmensberater.

Die Tagungsunterlagen mit den Skripten aller Vorträge der Fresenius-Konferenz können zum Preis von 295,- EUR zzgl. MwSt. bei der Akademie Fresenius bezogen werden.

Kontakt:

Die Akademie Fresenius GmbH

Monika Stratmann

Alter Hellweg 46

44379 Dortmund

Tel. +49 231 75896-48

Fax +49 231 75896-53

http://www.akademie-fresenius.de

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