Vorschau auf Messe und Kongress
Achema 2024
Die Messe Achema wird vom 10. bis zum 14. Juni 2024 wieder das gesamte Technologie- und Servicespektrum der Prozessindustrie abbilden. Es werden 2 800 Aussteller aus mehr als 50 Nationen auf dem Frankfurter Messegelände ihre Produktinnovationen präsentieren. Mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent internationaler Aussteller wird die diesjährige Messe nach Veranstalterangaben die bisher "internationalste" Achema werden.
Vorträge und Bühnenpräsentationen auf der Achema betreffen zentrale Herausforderungen, die die Prozessindustrie zurzeit und in den kommenden Jahren bewegen. Die "grüne" Transformation ist wohl bisher anspruchsvollste Projekt, wobei Wasserstoff zum Game-Changer werden könnte. Die Digitalisierung gilt vielerorts als Schlüssel zur Innovation in der ganzen Branche – angefangen beim Großanlagenbau bis hinein in den Laborbereich. Die Herausforderungen der Zukunft sind vielfältig. Hierzu zeigt die Achema 2024 mit fünf Innovationsthemen, den zugehörigen Innovation Stages und der Sonderschau Wasserstoff Lösungsansätze auf.
Das Kongressprogramm setzt dieses Jahr Schwerpunkte in den Themen Wasserstoff, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Auf den sechs Innovation Stages in der Ausstellung und in den fünf Highlight-Sessions des Kongresses werden diese und weitere Top-Themen der Prozessindustrie aufgegriffen. Insgesamt erwarten Achema-Besucher in den Vortragssälen und auf den Bühnen in der Ausstellung mehr 900 Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops von mehr als 1 000 Referenten. "Wissenschaft und Industrie im Dialog ist seit jeher Credo der Dechema und seit der letzten Achema auch gelebte Praxis im Vortrags- und Kongressprogramm", so Dr. Andreas Förster, Geschäftsführer des DECHEMA e.V. und damit Veranstalter der Achema. Während es in den Kongress-Sessions vor allem um anwendungsnahe Forschung und Entwicklung vom Proof-of-Concept bis an die Schwelle zum Markteintritt geht, legen die Vorträge auf den Innovation Stages in kurzen Präsentationen den Schwerpunkt auf aktuelle Fragestellungen aus der Produktion, Best Practices und Ready-to-use-Technologien – die Anwendung immer im Blick. "Die Achema-Innovation Stages finden sich im unmittelbaren Umfeld der Ausstellung und passend zum jeweiligen Themenspektrum direkt in den Hallen", erläutert Dr. Björn Mathes, Geschäftsführer der DECHEMA Ausstellungs-GmbH, das Konzept. "Die jeweilige Innovation Stage bietet dabei Raum für Keynotes, Expertengespräche und Fallstudienpräsentationen von Anwendern und Lösungsanbietern."
Fokusthemen und Veranstaltungsbühnen
Process Innovation:
Verfahrenstechnische Innovationen sind seit jeher "Herzstück" der Achema. Prozesstechnik zwischen neuen Investitionen in "grüne" Technologien und wettbewerbsfähigem Anlagenbetrieb. Hier setzt die Process Innovation Stage mit Themen wie Elektrifizierung, Flexibilisierung und Effizienzsteigerung von chemischen Prozessen ebenso an wie mit Beiträgen zu intelligenter Technik, Ausrüstung, Analytik und Betrieb.
Pharma Innovation:
Die Pharmatechnik ist der am schnellsten wachsende Bereich der Achema und in der Pharmaindustrie tut sich einiges: In dem Maße, wie neue Forschungs- und Produktionsmethoden entwickelt werden und weltweit neue Standorte entstehen, müssen die bestehenden Verfahren immer höheren Anforderungen und Maßstäben genügen. Neben vielen anderen Pharma-Innovationsthemen steht 2024 vor allem die biopharmazeutische Produktion im Fokus der Messe.
Green Innovation:
Hierzu gehören produktionsintegrierter Umweltschutz, effizientes industrielles Wassermanagement sowie die Integration von molekularer und industrieller Biotechnologie, und auch, die Herausforderung der klimaneutralen Produktion in der Prozessindustrie zu lösen sowie Themen rund um Kreislaufwirtschaft, ESG (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und nachhaltige Investitionen anzugehen. Die klimaneutrale Produktion ist dabei die größte Transformationsaufgabe in der Geschichte der Chemieindustrie und erfordert z. T. einen Technologiesprung im Apparate- und Anlagenbau.
Lab Innovation: Wo Wertschöpfung beginnt – das Labor ist sowohl Entstehungsort von Innovationen als auch "Hüter" der Produktqualität. Mehr denn je bestimmt sich der Erfolg im Labor durch die im Labor und an den Schnittstellen zu Technik und Produktion eingesetzten Technologien und Standards. Darum drehen sich die Beiträge auf der Lab Innovation Stage in Halle 12.0. Neben Gestaltung, Planung, Bau und Management von Laboren werden auch fortschrittliche Bioanalytik und pharmazeutische Anwendungen beleuchtet. Zusätzlich zur Lab Innovation Stage wird es in diesem Jahr eine Aktionsfläche rund um das digitalisierte, miniaturisierte und automatisierte Labor der Zukunft geben. Neben innovativer Bioanalytik und (bio-)pharmazeutischen Anwendungen werden auch Nachhaltigkeit sowie Planung, Bau, Einrichtung und Betrieb von Laboren intensiv beleuchtet. Letzteres ist vor allem im "SEFA Theatre" der Scientific Equipment and Furniture Association (SEFA) ein Schwerpunkt: Auf der Achema ist es die Anlaufstelle für Laborbetreiber, Architekten, Anwender und Experten der Labor-Community, die sich zu Laborplanung und -einrichtung informieren und einen Einblick in Erfolgsbeispiele aus aller Welt erhalten möchten.
Digital Innovation: Die Digitalisierung und dadurch entstehende Innovationen wie fortschrittliche Analytik oder Industrie-4.0-Technologien sind weiterhin Dauerbrennerthemen. Dabei nimmt die Komplexität der Themen eher zu als ab: IT vs. OT, Konnektivität vs. Sicherheit oder intelligent vs. intelligent genug – die Herausforderung für Betreiber besteht darin, die richtige Konfiguration für ihr Unternehmen zu finden. Die Digital Innovation Stage wird sich in diesem Kontext mit zahlreichen Themen rund um den derzeit wichtigsten Wegbereiter für Innovationen befassen. Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz, Autonome Systeme, Digitale Zwillinge und nicht zuletzt auch Cybersecurity: Die Siemens Digital Innovation Stage in Halle 11.0 bietet einen umfassenden und praxisnahen Überblick über zentrale Digitaltrends und ihren Einsatz in der Prozessindustrie.
Hydrogen Innovation
Die Skalierung der Wasserstoffproduktion und -infrastruktur ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine "grüne" Energiewende und das Erreichen der Klimaziele. Die Achema bietet deshalb eine große Bandbreite an Lösungen zu Erzeugung, Handhabung, Transport und Speicherung von Wasserstoff. Die Hydrogen Innovation Stage deckt dabei die Aspekte ab, die für die Prozessindustrie relevant sind: rasche Skalierung von Produktion und Infrastruktur, Power-to-X-Technologien, industrielle Anwendungen, Sektorenkopplung und vieles mehr. Die Siemens Hydrogen Innovation Stage befindet sich in Halle 6.0.
Und bei der Sonderschau Wasserstoff geht es um die bisherigen Meilensteine der Wasserstoffwirtschaft sowie künftige Herausforderungen und sie soll Einblicke in neueste Technologien und Innovationen für globale und regionale Wasserstoffprojekte sowie in die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit zur Lösung der Wasserstoffherausforderungen geben.
"Mit ihrer Technologievielfalt ist die Achema auch im Jahr 2024 wieder zentraler Knotenpunkt im weltweiten Innovationsnetzwerk und Basis für zukunftsgerichtete Weichenstellungen in der Prozessindustrie und weit darüber hinaus", so Björn Mathes.
Highlight Sessions
In der Process Highlight Session "Vorbild Natur – maximale Ressourceneffizienz in der chemischen Industrie" diskutieren Experten die Vision einer vollständig ressourceneffizienten chemischen Industrie und deren Umsetzung. Die Highlight-Session findet am Freitag, 14. Juni 2024 von 12.00 bis 13.00 Uhr statt.
In der Pharma Highlight Session "Pharmaproduktion der nächsten Generation – aktuelle Fortschritte in der Zell- und Gentherapie" wird es am Montag, 10. Juni 2024 von 13.00 bis 14.00 Uhr um die zentrale und dezentrale Herstellung von Zelltherapeutika und aktuelle Herausforderungen der translationalen Forschung und der Vermarktung von Therapien gehen.
In der Highlight-Session "Fossil-freie Produktion – auf der Suche nach alternativen Kohlenstoffquellen für die Chemieindustrie" diskutieren Experten aus Wissenschaft und Industrie am Donnerstag, 13. Juni 2024 von 13.00 bis 14.00 Uhr, wie eine fossilfreie Produktion Realität werden könnte.
Die Highlight-Session "Künstliche Intelligenz und autonome Systeme in der Prozessindustrie" am Mittwoch, 12. Juni 2024 von 13.00 bis 14.00 Uhr erörtert die Schritte auf dem Weg hin zu autonomen Systemen und geht der Frage nach, welche technologischen und kulturellen Herausforderungen uns bevorstehen.
In der Highlight-Session "Hyperscaling hydrogen – von Strategiezielen zur Wirklichkeit" geht es am Dienstag, 11. Juni 2024 von 13.00 bis 14.00 Uhr um die zentralen Fragen des Wasserstoffhochlaufs: Was bedeutet ein Hyperscaling für den Anlagenbau, seine Zulieferer und die Anwender? Welche Investitionen und Partnerschaften brauchen wir für Technologieentwicklung und Infrastruktur?
Alle Highlight-Sessions finden im Saal Europa in der Halle 4.0 statt.
Erneut ist auch das Finale der "AIRA-Roboter-Challenge" Bestandteil des Begleitprogramms der Achema: In Halle 11.1 zeigen die fünf Final-Teams während der gesamten Messewoche live, wie sie per Remote-Steuerung ihres Roboters Aufgaben in nachgestellten Szenarien eines Chemiewerks oder -labors bewältigen. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf der Teleoperation, also auf der Nutzung von Systemen, die eine Fernsteuerung ermöglichen.
Quelle: DECHEMA










