Businessplan-Wettbewerb

Gut beraten - gut geplant - gut gegründet

Langfristig erfolgreiche Unternehmensgründungen bedürfen neben einer innovativen Geschäftsidee vor allem einer ausführlichen Planung. Ist die Idee überhaupt umsetzbar? Gibt es einen Markt dafür? Wie soll alles finanziert werden? Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich Gründer gleich zu Beginn ihrer Planung auseinandersetzen müssen.

Wer eine Geschäftsidee in den Bereichen Life Sciences und Chemie realisieren möchte, ist bei der Gründerinitiative Science4Life e.V. an der richtigen Adresse. Seit 15 Jahren veranstaltet die Initiative mit dem Science4Life Venture Cup einen Businessplan-Wettbewerb, bei dem Gründer nicht nur jede Menge praktische Tipps, sondern auch professionelles Feedback auf ihre Geschäftsidee, ihr Konzept oder ihren Businessplan bekommen.

Beatrix Hofmann und Susanne Rönicke, zwei Leipziger Gründerinnen, haben diese Möglichkeit wahrgenommen und sich am Science4Life Venture Cup 2013 beteiligt. Geschäftsvorhaben ihrer mittlerweile gegründeten Cellastix GmbH ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von laseroptischen Messgeräten zur Elastizitätsmessung von Zellen und Technologien in der Biomechanik. Herzstück ihres Unternehmens ist das neu entwickelte Gerät Optical Stretcher. "Unser Gerät analysiert reproduzierbar und automatisiert die Verformbarkeit von Zellen durch Laserstrahlen in hohem Durchsatz und löst damit das Problem, dass Elastizität bisher nicht schnell und zuverlässig vermessen werden konnte. Mit dem Optical Stretcher können nun vielfältige wichtige medizinische Fragestellungen aussagekräftig adressiert werden", beschreibt Susanne Rönicke die Erfindung. Der Grundstein für die Technologie wurde bereits Ende der 90er Jahre an der University of Texas durch die Arbeiten von Prof. Josef Käs und Jochen Guck gelegt. Käs, Direktor des Instituts für Experimentelle Physik I an der Universität Leipzig und Gesellschafter bei der Cellastix GmbH, verfolgte schon länger das Ziel, die Optical Stretcher-Technologie zu kommerzialisieren. In seinem Fachbereich Physik der weichen Materie fand Käs in der Physikerin Rönicke und dem Ingenieur Roland Stange zwei Wissenschaftler, die sich für dieses Projekt begeisterten. Mit Beatrix Hofmann komplettiert seit 2012 eine Betriebswirtin das Team.

Durch ein Leipziger Gründernetzwerk wurden Rönicke und ihre Kollegen 2012 auf den Science4Life Venture Cup aufmerksam. "Als wir von dem Wettbewerb erfuhren, nahmen unsere Gründungspläne bereits konkrete Gestalt an. Da wir auf jeden Fall einen Businessplan schreiben wollten, erschien uns eine Teilnahme als perfekte Gelegenheit, zusätzliches Know-how zu erhalten", erinnert sich Rönicke. Dass der Wettbewerb in drei Phasen gegliedert ist, in denen man zuerst die Idee, dann das Konzept und am Ende den fertigen Businessplan einreichen kann, passte zudem in die Planung des Teams.

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Für die Ideenphase war es notwendig, die Geschäftsidee auf wenigen Seiten zu skizzieren. Alle Einsendungen im Rahmen des Science4Life Venture Cups werden von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft vertraulich bewertet und die Einsender erhalten ein schriftliches Feedback. Dieses erste Feedback auf die Ideenskizze fiel bei Cellastix recht umfangreich aus. "Die Meinung der Experten war für uns ein richtiger Ansporn, an der Geschäftsidee noch intensiver zu feilen", erinnert sich Beatrix Hofmann. "Zudem wurde uns über das Science4Life-Netzwerk ein Coach zur Seite gestellt, der uns, mit unserem zunächst wissenschaftlichen Fokus, gerade auch durch seinen wirtschaftlichen Blickwinkel bei der Ausarbeitung des Kundennutzens sehr behilflich war. Mit Hilfe des Coaches konnten wir uns sehr gut auf die Ausarbeitung des Konzeptes, den zweiten Schritt im Wettbewerb, vorbereiten", so Hofmann. "Der Austausch hat uns sehr weit vorangebracht, nicht nur was die Konzepterstellung an sich, sondern auch entscheidende Überlegungen zur Gründung angeht." Die Arbeit hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt - bei der Konzeptphase gelang dem Team eine Platzierung unter den besten 10 Einsendungen, die mit je 1000 Euro prämiert wurden.

Im Anschluss an die Konzeptprämierung hieß es für das Team Gas geben, denn nur wenige Wochen später war der Einsendeschluss für den kompletten Businessplan. Das Feedback auf das Konzept war dieses Mal größtenteils positiv - die Gründer waren auf dem richtigen Weg. "Durch die Feedbacks von vier verschiedenen Experten haben wir vor allem gemerkt, wo es Verständnisschwierigkeiten gibt, was wir im Businessplan noch konkreter darstellen und erklären mussten", blickt Rönicke zurück. Sie ist vor allem für den technologischen Geschäftsbereich verantwortlich und stand vor der Herausforderung, alle Aspekte der Produktentwicklung genau und verständlich zu Papier zu bringen.

Beatrix Hofmann, im Unternehmen zuständig für Marketing, PR und Sales, oblag es u.a. Marketing- und Vertriebsstrategien sowie die betriebswirtschaftliche Planung darzustellen. Die Gründerinnen haben gemeinsam unzählige Stunden am Businessplan geschrieben. Eine besondere Herausforderung war für sie, wie auch für viele andere Gründer im Life-Science-Bereich, ein komplexes Geschäftsmodell in all' seinen Facetten darzustellen. Hier haben ihnen u.a. die vielen Gespräche mit Science4Life-Experten geholfen. Auch durch die von Science4Life wettbewerbsbegleitend angebotenen Online-Seminare zu relevanten Themen der Existenzgründung profitierten die beiden nachhaltig. Genutzt haben sie zudem das Science4Life-Handbuch zur Businessplanerstellung, welches allen Teilnehmern kostenfrei zur Verfügung steht. Hier finden Gründer u.a. alle wichtigen Informationen, um den Plan gut zu strukturieren.

"Als wir unseren Plan fristgerecht eingeschickt hatten, waren wir erst einmal total erleichtert. Dadurch, dass wir uns an Terminvorgaben orientieren mussten, hat aber im Endeffekt unsere ganze Unternehmensplanung profitiert und ist viel zügiger vorangegangen", so Rönicke.

Mit der Nachricht, dass ihr Businessplan zu den fünf besten gehört und das Team auf einen mehrtägigen Gründerworkshop in den Rheingau eingeladen ist, hat allerdings niemand gerechnet. Auf dem Gründerworkshop haben sich Rönicke und Hofmann mit Hilfe von Coaches auf die abschließende Jurypräsentation vorbereitet und noch an so manchem Aspekt ihres Businessplans und dessen Präsentation gefeilt. Hier lernten sie auch einen weiteren Coach kennen, mit dem sie heute noch zusammenarbeiten.

Die Gründerinnen kamen im "Finale" des Science4Life Venture Cups auf den fünften Platz und freuten sich zusätzlich über 3000 Euro Preisgeld. "Der eigentliche Gewinn", sind sich Rönicke und Hofmann aber einig, "sind die vielen Kontakte, die wir durch die Teilnahme am Wettbewerb im Science4Life-Netzwerk geknüpft und die unsere Unternehmensgründung positiv vorangebracht haben".

Rönicke, Hoffmann und Stange sind in dieser Zeit auch als Team enger zusammengewachsen. Lern- und Kompromissbereitschaft, so Rönicke, seien unabdingbar, um ein Gründungsvorhaben in die Tat umzusetzen. Viele arbeitsreiche Monate liegen hinter dem Gründerteam, durfte doch auch die Geschäftsentwicklung in der praktischen Umsetzung nicht zu kurz kommen.

Am 1. Oktober 2013 wurde die Cellastix GmbH in Leipzig als Spin-off der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig gegründet. Der Prototyp des Optical Stretchers wird derzeit in Kleinserie überführt. Geplant ist, das Gerät im kommenden Jahr an Forschungseinrichtungen und Forschungsabteilungen von Unternehmen der Biotechnologie sowie Pharma- und Kosmetikindustrie zu verkaufen. Derzeit finden Verhandlungen mit Investoren statt und die zweite Phase des EXIST-Forschungstransfers wurde beantragt. Parallel dazu wird in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig ein Diagnoseverfahren zur Einschätzung der Aggressivität von Tumoren entwickelt.

"Wir fühlen uns sehr gut gerüstet für den Weg, der noch vor uns liegt - und dies nicht zuletzt durch die Teilnahme bei Science4Life, von der unser Unternehmen in vielerlei Hinsicht profitiert hat", blickt Susanne Rönicke in die Zukunft und gibt Gründern abschließend noch einen Tipp mit auf den Weg: "Eine strukturierte Planung ist die Grundlage dafür, Ideen erfolgreich umzusetzen - und Gründer sollten ruhig schon frühzeitig Unterstützung bei Gründerinitiativen wie Science4Life suchen, um im Endeffekt schneller und zielsicherer voranzukommen."

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