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Den Killerkeimen schneller auf der Spur

Die CeCo Labs UG, eine Ausgründung aus der Universität Tübingen, hat ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Isolation von bakteriellen Zellwänden entwickelt. Diese werden in der Forschung benötigt, beispielsweise um Antibiotikaresistenzen zu untersuchen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden ist das CeCo Labs-Verfahren in der Lage, extrem schnell sehr viele hochreine Zellwände zu liefern. Bestellungen von Kunden aus aller Welt liegen bereits vor.

Das Start-up Unternehmen der Universität Tübingen ist spezialisiert auf die Analyse, Produktion und Vermarktung von Peptidoglycanen, die auch Mureine - vom lateinischen murus für Mauer - genannt werden. Diese Makromoleküle sind Hauptbestandteile der bakteriellen Zellwand. Forschungseinrichtungen und forschende Kliniken benötigen dieses Material, beispielsweise um Antibiotikaresistenzen zu untersuchen. Denn immer häufiger verursachen resistente Bakterien, so genannte Killerkeime, Infektionen, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Auch Untersuchungen zu Themen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, beispielsweise Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn, werden in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Tübingen anhand der Bakterienzellwände durchgeführt.

Die Isolierung von Zellwänden dauerte bisher etwa zwei Wochen. Das Team von CeCo Labs kann dagegen bis zu 96 Zellwände für die Analyse pro Tag, mit einer wesentlich umweltschonenderen Methode und ohne giftige Lösungsmittel, isolieren. "Wir sind nach unseren Recherchen weltweit die einzigen Dienstleister, die das können", erklärt Geschäftsführer Daniel Kühner. "Aber hinter dieser Methode stecken auch zwei Jahre intensiver Vorbereitungs- und Entwicklungszeit." Die Forschungseinrichtungen haben offensichtlich darauf gewartet - das beweisen die Anfragen und Bestellungen aus der ganzen Welt.

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Gemeinsam mit Do¿an Doruk Demircio¿lu und Prof. Friedrich Götz - er ist Leiter der Abteilung Mikrobielle Genetik der Universität Tübingen - gründete Kühner das Unternehmen im August 2011 als Unternehmergesellschaft. Momentan steht die Laboreinrichtung noch in Gebäuden auf dem Universitätsgelände. Mittelfristig ist der Umzug in Laborräume im Technologiepark Tübingen-Reutlingen geplant. Dann sollen weitere Mitarbeiter eingestellt und weitere Geschäftsideen umgesetzt werden.

Denn die jungen Gründer aus der BioRegion STERN beschäftigen sich nicht nur mit dem Thema Zellwandanalytik. Derzeit entwickeln sie Labor-Kits für Schulen, handliche Kästen mit Nährmedien und Indikatorfarbstoffen, mit denen Schüler sich selbst untersuchen können - beispielsweise auf Karies. "Der Biologieunterricht an Schulen könnte doch viel spannender sein, gäbe es nur mehr geeignete Materialien und Anleitungen", meint Kühner. "Schließlich brauchen nicht nur wir gute Nachwuchswissenschaftler."

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