Eppendorf & Science Prize for Neurobiology 2024

Melanie Steinbeck,

Forschung über Schutzreflexe der Atemwege ausgezeichnet

Die amerikanische Wissenschaftlerin Dr. Laura Seeholzer, Postdoctoral Fellow an der University of California, San Francisco, USA, wurde mit dem Eppendorf & Science Prize for Neurobiology 2024 ausgezeichnet. Ihre Forschung befasst sich mit der Rolle neuroendokriner Zellen bei Schutzreflexen der Atemwege.

Von links nach rechts: Dennis Barger, Eppendorf, Axel Jahns, Eppendorf, Laura Seeholzer, UCSF Prize Winner, Peter Stern, Science AAAS, Bill Moran, Science AAAS © Eppendorf

Forschung zu neuroendokrinen Zellen

„In ihrem Essay beschreibt Laura Seeholzer auf beeindruckende Weise, wie sie eine Gruppe von neuroendokrinen Zellen im Kehlkopf und der Luftröhre identifiziert hat, die unsere Atemwege schützen“, erläutert Dr. Peter Stern, Senior Editor der Zeitschrift Science und Vorsitzender der Preisjury. „Die Aktivierung dieser Zellen steuert Schutzreflexe der Atemwege durch die Interaktion mit sensorischen Neuronen, die die Atemwege innervieren.“

Schutzreflexe der Atemwege entschlüsselt

Seeholzer erklärt: „Wenn Wasser in die ‚falsche Röhre‘ gelangt oder Magensäure in die Atemwege zurückfließt, sind dies äußerst unangenehme Erlebnisse, die Schutzreflexe wie Husten, Würgen und Schlucken auslösen. Wir haben herausgefunden, dass ein seltener Zelltyp im Epithel der Atemwege, die sogenannten neuroendokrinen (NE) Zellen, solche schädlichen Reize erkennt. Bei Stimulation setzen diese Zellen in der Luftröhre und im Kehlkopf einen spezifischen Neurotransmitter frei, der nahegelegene sensorische Neuronen aktiviert, wodurch Schutzreflexe wie Husten und Schlucken ausgelöst werden.“

Anzeige

Neue Erkenntnisse zur Aspiration im Alter

Die NE-Zellen im Kehlkopf und in der Luftröhre stellen eine bislang wenig beachtete Zellpopulation dar, die eine entscheidende Rolle im Schutz der Atemwege spielt. Seeholzer plant, weiter zu untersuchen, ob eine Fehlfunktion dieser Zellen im Alter oder bei bestimmten Krankheiten das Risiko einer Aspiration erhöht, da bei diesen Zuständen die Atemwegsreflexe beeinträchtigt sein könnten.

Wissenschaftliche Exzellenz gewürdigt

„Ich möchte Eppendorf und der Zeitschrift Science danken, dass sie in den letzten zwei Jahrzehnten junge Wissenschaftler der Neurobiologie ausgezeichnet haben“, so Seeholzer. „Ich habe ihre Arbeiten stets mit großem Interesse verfolgt und empfinde es als eine enorme Ehre und Überraschung, in diesem Jahr selbst als Preisträgerin ausgewählt worden zu sein.“

Sie dankte außerdem Dr. David Julius und ihren Kollegen im Labor für die Schaffung eines begeisternden und unterstützenden Arbeitsumfelds, in dem es jeden Tag Freude bereite, zur Arbeit zu gehen.

Finalistinnen für ihre Arbeiten geehrt

Zwei weitere Finalistinnen wurden ebenfalls geehrt: Dr. Rosemary Cater, Senior Research Fellow und Gruppenleiterin an der University of Queensland, Australien, für ihre Untersuchungen zu den molekularen Mechanismen des Transports von Cholin und Omega-3-Fettsäuren ins Gehirn, und Dr. Claudia Kathe, Assistenzprofessorin an der Universität Lausanne, Schweiz, für ihre Forschung zur Rolle neuronaler Zellpopulationen im Rückenmark bei der Wiederherstellung motorischer Funktionen.

„Eppendorf und die Zeitschrift Science verleihen diesen renommierten Preis seit 2002. Seitdem wurden über 70 Preisträger und Finalisten ausgezeichnet, die zu führenden Wissenschaftlern auf ihrem Gebiet geworden sind“, betont Dr. Axel Jahns, Vice President Corporate Citizenship & Governmental Affairs bei Eppendorf SE. „Wir gratulieren den Preisträgern des Jahres 2024 zu ihren herausragenden Leistungen.“

Quelle: Eppendorf SE

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren