EU-Projekt Smartprotect

Smarter Pflanzenschutz für Europas Gemüseanbau

Das EU-Projekt Smartprotect hat zum Ziel, den integrierten Pflanzenschutz (IPM) zur flächendeckenden Anwendung zu bringen. Zu den 16 Projektpartnern gehört auch das JKI, das hierfür Pflanzenschutztechniken bewertet.

Symbolfoto: Moderner Pflanzenschutz im Gewächshaus. © pixabay, JKI. Montage: A. Wolck/JKI

Pflanzenschutz ist weit mehr als das großflächige Ausbringen von Chemikalien mit der Anhängerspritze am Traktor. Längst steckt dahinter ein innovatives Forschungsfeld. Da werfen Drohnen nützliche Gegenspieler von Schadinsekten aus der Luft ab, und Spezialkameras erkennen frühzeitig Schädlingsbefall anhand der Farbspektren in Aufnahmen. Fallensysteme identifizieren selbständig die gefangenen Insekten und melden den Fang an den Besitzer, und Prognose-Modelle sagen mittels Wetterdaten die Wahrscheinlichkeit von Pilzinfektionen voraus. All dies dient dem integrierten Pflanzenschutz (IPM), der zum Ziel hat, den Einsatz chemischer Mittel u. a. durch technische oder biologische Verfahren auf ein Minimum zu reduzieren und so noch umweltfreundlicher zu wirtschaften.

Doch von der Entwicklung bis zur flächendeckenden Anwendung ist es ein weiter Weg. Das EU­-Projekt Smartprotect, an dem das Julius Kühn-Institut (JKI) und 15 weitere europäische Partner beteiligt sind, will diesen Weg verkürzen. Ziel des Projekts ist es, den Wissensfluss zu innovativen Pflanzenschutztechniken zwischen Gemüseproduzenten, Beratern, Behörden und Forschern anzuregen und sie EU-weit besser zu vernetzen. Über eine Datenbank im Internet sollen fortschrittliche Methoden für den integrierten Pflanzenschutz in der Gemüseproduktion gesammelt und besser nutzbar gemacht werden.

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"Damit das Wissen in der Praxis ankommt, muss es gut zu finden, verständlich aufbereitet und leicht recherchierbar sein", sagt Dr. Elias Böckmann vom JKI in Braunschweig. Seine Arbeitsgruppe ist für die Bewertung innovativer IPM-Techniken (IPM = Integrated Pest Management) zuständig: "Wir tragen alle verfügbaren Informationen zusammen und bewerten auf dieser Grundlage Kosten, Probleme und Mehrwert neuer Systeme." Berücksichtigt werden ausschließlich Techniken, die bereits verfügbar oder zumindest kurz vor der Markteinführung sind. So wird sichergestellt, dass die Datenbank für Betriebsleiter und Berater in den Pflanzenschutzdiensten eine echte Hilfe bei der praktischen Arbeit ist. "Wir wollen zum Beispiel zeigen, welche Anwendungen gegen Schadinsekten in Gewächshäusern am besten geeignet sind - aufgeschlüsselt nach Betriebsform und -größe", erklärt Böckmann.

Auf Feldtagen und anderen Informationsveranstaltungen sollen die Techniken und die Internetseite Gemüseproduzenten bekannt gemacht werden. Nach Ablauf der dreijährigen Förderperiode durch die EU soll die Seite in die Euraknos (EU agricultural knowledge base) integriert werden und damit langfristig verfügbar bleiben.

Quelle: Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

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