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Familie-Hansen-Preis für Gen-Forscher

Prof. Dr. Patrick Cramer vom Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München ist mit dem Familie-Hansen-Preis 2009 ausgezeichnet worden. Der 39-jährige Forscher erhielt die renommierte Wissenschafts-Auszeichnung von der "Bayer Science and Education Foundation" für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der RNA-Forschung. Seine Forschungsergebnisse über die molekularen Mechanismen der Gen-Transkription und -Regulation können helfen, neue Therapieansätze zur Bekämpfung von Krankheiten zu finden und biotechnologische Verfahren zu verbessern. Werner Wenning, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Dr. Wolfgang Plischke, im Bayer-Vorstand verantwortlich für Innovation, Technologie und Umwelt, überreichten den mit 50.000 Euro dotierten Preis im Rahmen einer Festveranstaltung am 21. Januar 2009 in Berlin. Wenning betonte, die Arbeiten von Prof. Cramer seien ein eindrucksvoller Beleg für den hohen Stand der naturwissenschaftlichen Forschung in Deutschland. Die Qualität der Forschung zähle zu den wichtigsten Standortvorteilen Deutschlands: "Um weiter Erfolg zu haben, benötigen wir die erforderlichen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen", so der Vorstandsvorsitzende. In diesem Zusammenhang mahnte der Bayer-Chef einen weltweit umfassenden Patentschutz an: "Geistiges Eigentum ist als Grundlage für Innovationen unentbehrlich. Für ein Erfinderunternehmen wie Bayer ist ein weltweiter zuverlässiger Schutz des geistigen Eigentums essenziell." Wenning forderte die Politik auf, neben der klassischen Projektförderung auch eine stärkere steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung über die erhöhte Absetzbarkeit dieser Aufwendungen einzuführen ¿ wie schon in einigen europäischen Ländern geschehen. Dies schaffe zusätzliche Anreize zur Investition in Innovation und damit in die Zukunft des Landes. Stiftungsvorstand Plischke erläuterte bei der Preisvergabe die Entscheidung des Kuratoriums: "Die Arbeiten von Professor Cramer haben wesentlich zur Aufklärung der Struktur und der Funktion der zellulären RNA-Polymerase geführt und eröffnen ganz neue Wege zum Verständnis der molekularen Mechanismen der Genregulation, dem elementaren Prozess des Lebens." Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär des Europäischen Forschungsrats, hob in seiner Laudatio ebenfalls die Bedeutung des Forschungsgebietes des Preisträgers hervor: "Der Leseprozess der DNA zur Herstellung der RNA ist wichtig, wenn man verstehen will, wie Organismen aussehen und wie sie funktionieren. Damit die RNA-Polymerase all diese Aufgaben richtig löst, besteht sie nicht nur aus einer einzigen Eiweißkomponente, sondern aus vielen. Mit der Einsicht, die uns heute aus der Genomforschung zur Verfügung steht, ist es Patrick Cramer und seinen Mitarbeitern gelungen, verschiedene funktionale Zustände oder Module dieser so unterschiedlichen Komponenten zu erkennen." Der Hansen-Preisträger Prof. Dr. Patrick Cramer studierte Chemie in Stuttgart, Heidelberg, Bristol und Cambridge. Er wurde 1998 bei Professor Christoph Müller am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Grenoble promoviert. Danach folgte ein Post-Doc-Aufenthalt an der Stanford University bei Professor Roger Kornberg, wo er erste Arbeiten zur Struktur der RNA-Polymerase anfertigte, die später ausschlaggebend waren für die Verleihung des Nobelpreises an Roger Kornberg. Von den USA ging er als einer der ersten Tenure-Track Professoren in Deutschland an die Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er 2004 im Alter von 35 Jahren auf den Lehrstuhl für Biochemie berufen und zum Leiter des Genzentrums ernannt wurde. Neben weiteren Auszeichnungen erhielt Cramer im Jahr 2006 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Familie-Hansen-Preis wird von der "Bayer Science & Education Foundation" vergeben. Diese Stiftung verfolgt als vorrangige Ziele die Ehrung herausragender Forschungsleistungen, die Förderung wissenschaftlicher Talente und die Unterstützung bedeutender, naturwissenschaftlicher Schulprojekte. Im inhaltlichen Fokus der Fördertätigkeiten stehen die Naturwissenschaften und die Medizin. Herausragende Forschungsleistungen honoriert die Stiftung im jährlichen Wechsel mit dem "Familie-Hansen-Preis" und dem "Otto-Bayer-Preis", die mit jeweils 50.000 Euro dotiert sind. Im Jahr 2008 hat die Stiftung als dritten Wissenschaftspreis den ¿ ebenfalls mit 50.000 Euro dotierten ¿ "Bayer Climate Award" ins Leben gerufen. Mit dieser international einmaligen Auszeichnung werden herausragende Arbeiten auf dem interdisziplinären Gebiet der Klima- und Klimafolgenforschung ausgezeichnet. Mit dem Familie-Hansen-Preis werden Wissenschaftler geehrt, die wegweisende Forschungsbeiträge auf innovativen Gebieten der Biologie und Medizin geleistet haben. Er wird seit dem Jahr 2000 im Andenken an den Preisstifter Prof. Dr. Kurt Hansen verliehen. Der verstorbene ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der Bayer AG hatte 1999 den Preis aus "Dankbarkeit für ein ausgefülltes Leben als Naturwissenschaftler und Diplom-Kaufmann" gestiftet.

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