Forschung an Zelltherapien

Ontario unterstützt Gemeinschaftsprojekt

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und die McMaster University in Ontario forschen im neuen Innovationszentrum BEAM in Hamilton gemeinsam an Zelltherapien, um die Behandlungskosten für Krebs zu senken.

Ein menschlicher Körper besteht aus etwa zehn Billionen Zellen, die sich zu Organen und Muskeln zusammenschließen und so die Grundbausteine des Lebens bilden. Ihre Besonderheiten zu verstehen gehört zu den größten Herausforderungen der modernen Medizin - das hat auch die Regierung der kanadischen Provinz Ontario erkannt.

Mit 2,6 Mio. Euro fördert die Provinzregierung das neue McMaster-Fraunhofer Project Centre for Biomedical Engineering and Advanced Manufacturing (BEAM) in Hamilton. Das Zentrum entsteht unter der Federführung des deutschen Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie und der renommierten McMaster University in Ontario. Ziel ist es, durch vereinte Erfahrung und Know-how innovative Wege zu finden, um die gegenwärtige Praxis der Zelltherapie zu revolutionieren.

Das Prinzip der Zelltherapie besteht darin, die Regenerations- und Kommunikationsvorgänge im Körper des Patienten individuell zu unterstützen. Dies ist besonders bei fehlgeleiteten Zellentwicklungen von Bedeutung, zu denen Krebs gehört. Klinische Studien haben mehrfach die Wirksamkeit der Therapie nachgewiesen. Allerdings sind deren Prozesse so komplex, dass wirksame Medikamente momentan noch hauptsächlich von Hand hergestellt werden müssen, was die Kosten in die Höhe treibt.

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Die Herausforderung, der sich das BEAM stellen wird, liegt daher in der zunehmenden Automatisierung der Medikamentenherstellung, was deren Kosten dramatisch senken könnte. Insgesamt werden in Hamilton zwischen 70 und 100 neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachkräfte und Wissenschaftler entstehen, was den Ruf der 520000-Einwohner-Stadt als einer der führenden kanadischen Standorte für Biowissenschaften festigt.

Auch Prof. Frank Emmrich vom Fraunhofer-Institut findet lobende Worte: "Wir sind beeindruckt von den biotechnologischen Forschungsmöglichkeiten, die sich uns in Hamilton und an der McMaster University bieten. Und wir wissen die Unterstützung durch die Provinzregierung von Ontario zu schätzen, wo man die enorme Bedeutung dieses gemeinsamen Forschungszentrums erkannt hat."

Projekte wie das BEAM tragen zu Ontarios Spitzenposition unter den forschenden Regionen Nordamerikas bei. Seit 2003 hat die Regierung mehr als 2,5 Mrd. Euro in Forschung und Innovationen gesteckt - eine Investition, die sich lohnt. Fast die Hälfte aller kanadischen Firmen aus diesem Sektor hat ihren Sitz in Ontario. Allein die Zelltherapie-Industrie wird bis zum Jahr 2021 einen Jahresumsatz von schätzungsweise 6,6 Mrd. Euro erwirtschaften.

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