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Gesellschaft Deutscher Chemiker zeichnet Marburger Wissenschaftlerin mit Stiftungspreis aus

Der renommierte Hermann-Schnell-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCH) geht im Jahr 2009 an die Marburger Chemikerin und Leiterin des TransMIT-Projektbereichs PolyNanoTec Dr. Seema Agarwal. Die Preisverleihung erfolgte am 31. August 2009 in Frankfurt am Main im Rahmen eines Preissymposiums der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Dr. Agarwal habilitierte sich 2007 an der Philipps-Universität Marburg und lehrt dort zurzeit als Privatdozentin und akademische Rätin am Fachbereich Chemie für das Fachgebiet Makromolekulare Chemie. Darüber hinaus arbeitet sie kontinuierlich an neuen Entwicklungen im Bereich der polymeren Werkstoffe, innovativer Oberflächentechnologien und Nanofasern am TransMIT-Zentrum für Kunststoff-Forschung und Nanotechnologie. Mit der Verleihung des Hermann-Schnell-Preises würdigt die Gesellschaft Deutscher Chemiker die international anerkannten Arbeiten der Marburger Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der bioabbaubaren Kunststoffe. Durch elegante synthetische Verfahren konnte Dr. Agarwal verschiedene Standardkunststoffe so verändern, dass diese an sich nicht bioabbaubaren Materialien nun kompostierbar sind. Prof. Dr. Andreas Greiner, Leiter des TransMIT-Zentrums für Kunststoff-Forschung und Nanotechnologie und Chemieprofessor an der Philipps-Universität Marburg unterstreicht die Bedeutung des neuartigen Verfahrens: "Mit ihren Arbeiten hat Frau Dr. Agarwal etablierte Kunststoffe durch effiziente Synthesemethoden mit neuen Eigenschaftsprofilen ausgestattet und damit völlig neue Anwendungsfelder eröffnet. Die Bioabbaubarkeit dieser neuen Materialien ist nicht nur wirtschaftlich interessant, sondern auch ökologisch wichtig." Angesichts der mit der Abfallbeseitigung von Kunststoffen verbundenen Probleme eröffnen sich durch die innovative Entwicklung der Marburger Chemikerin für die Entsorgung vollkommen neue und umweltschonende Perspektiven. So können nun beispielsweise Plexiglas oder das in der Wärmedämmung und in Massenartikeln wie CD-Verpackungen verwendete Polystyrol durch das neue synthetische Verfahren biologisch abgebaut werden. Der Preis der Hermann-Schnell-Stiftung wird seit 1998 federführend von der Gesellschaft deutscher Chemiker an junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Makromolekularen Chemie vergeben. Das TransMIT-Zentrum für Kunstoff-Forschung und Nanotechnologie wurde 1999 ins Leben gerufen und ist eines der erfolgreichsten von derzeit rund 100 TransMIT-Zentren. So konnte an diesem Zentrum ebenfalls unter der Mitwirkung von Dr. Agarwal ein neuartiges und effizientes Verfahren zur Herstellung von superhydrophoben Oberflächen entwickelt werden. Die Anwendungsbereiche dieser als Lotus-Effekt bekannten selbstreinigenden Materialien sind nach Lösung einiger anwendungsrelevanter Probleme potenziell unbegrenzt. Zum Leistungsspektrum des TransMIT-Zentrums gehören neben der Entwicklung neuartiger Kunstoff-Nanotechnologien die Synthese und Charakterisierung von Monomeren und Polymeren, die Erstellung von Funktionspolymeren für Optik, Sensorik, Medizin und Pharmazie sowie die Modellierung von Materialeigenschaften. Leiter des Zentrums sind Prof. Dr. A. Greiner, PD Dr. Agarwal und Prof. Dr. J.H. Wendorff von der Philipps-Universität in Marburg.

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