Gesichter der Branche

Melanie Steinbeck,

Dr. Stefan Kopf

In der Kurzinterview-Reihe „Gesichter der Branche“ kommen Menschen aus Laborbranche und Forschung zu Wort. Im folgenden Interview gibt Dr. Stefan Kopf, Geschäftsführer des Labors Dr. Staber und Kollegen, Einblicke in die jüngsten Entwicklungen der Labormedizin. Er spricht über den Neubau eines modernen Laborstandorts, die Integration von Automatisierungstechnologien und die damit verbundenen Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

LABO: Welche Erfolge konnten Sie im vergangenen Jahr erzielen, und welchen Herausforderungen mussten Sie sich stellen?

Dr. Stefan Kopf: Ein großer Erfolg war für uns der Neubau und die planmäßige Inbetriebnahme unseres Laborstandortes in München. Hier konnten wir viele Anforderungen an ein modernes und effizientes Labor verwirklichen und mit der Integration von Automatisierungsabläufen, wie zum Beispiel einem Proben-Track-System, Mitarbeiter bei oft wiederkehrenden, manuellen Arbeitsschritten entlasten. Eine Automatisierung ist jedoch per se kein Selbstzweck, denn auch wir sind vom Fachkräftemangel betroffen. Mit der Konzentration auf die wesentlichen Laborarbeiten und der Einrichtung einer eigenen MTLA-Ausbildungsschiene versuchen wir, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Welche Themen prägen Ihrer Meinung nach aktuell die Branche?

Dr. med. Stefan Kopf © Labor Staber

Medizinische Labore leisten jeden Tag einen großen Beitrag zur medizinischen Versorgung. Um eine solche Qualität aufrechtzuerhalten, bedarf es erheblicher Anstrengungen, insbesondere im Hinblick auf die steigenden Kosten im Material- und Lohnsektor. Die Anfang 2025 in Kraft tretende sogenannte Laborreform bedroht diese Strukturen. Die Vergütung für Laboranalysen wurde teilweise massiv abgesenkt, während gleichzeitig neue, nicht aufwandsneutrale und nicht laborbezogene Vergütungspauschalen (z.B. für Entnahmematerial, Order/Entry und Transportkosten) eingeführt wurden. Dies bedeutet eine nachhaltige Schwächung der bestehenden Versorgungsqualität, deren Konsequenzen noch nicht abzusehen sind.

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Gibt es besondere Pläne oder Projekte, die Sie in diesem Jahr verfolgen?

Die medizinische Versorgungslandschaft steht in Deutschland vor einer großen Herausforderung. Es zeichnen sich große Umbrüche ab, die zu einem Umdenken zwingen werden. Einerseits eröffnen viele Innovationsschübe wie KI und Automatisierung neue Möglichkeiten, andererseits gefährden rückläufige Vergütungssysteme die bisher vorhandene gute Basis. Als Labor sehen wir uns weiterhin in der Pflicht, gute Medizin anzubieten und voranzubringen. Bei uns steht immer der Patient im Vordergrund. Hierfür arbeiten wir jeden Tag.

Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Melanie Steinbeck

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