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Entwicklung neuer Diagnoselösungen für den Pflanzenschutz

Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie erhält das Stuttgarter Unternehmen nun Fördermittel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, BMELV. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel nachhaltig reduzieren zu können.

Im Frühjahr 2013 spannt der Bauer nicht mehr die Rösslein ein. Er schickt Fachleute mit hoch spezialisierten Tools auf seine Äcker und entscheidet anhand ihrer diagnostischen Erkenntnisse, ob er pflügen, düngen oder spritzen muss. Damit die Landwirtschaft ertragreich bleibt, müssen die Erzeuger auf modernste Methoden setzen. Sie sorgen dafür, dass nur das leistungsfähigste Saatgut verwendet, die Böden optimal bearbeitet und nur unbedingt notwendige chemische Unkrautvernichter eingesetzt werden.

Die IDENTXX GmbH aus Stuttgart hat sich exakt auf diese Fragestellung spezialisiert: Sie ermittelt anhand molekulardiagnostischer Analysen, mit welchen Mitteln ein Unkraut erfolgreich und nachhaltig zu bekämpfen ist. "Es ist wie mit den Antibiotika in der Humanmedizin", erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter der IDENTXX GmbH, Dr. Frank Brändle. "Die Unkräuter entwickeln Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffe; wenn diese auf dem Feld sichtbar werden, dann ist es für den Bauern häufig schon zu spät, um alternative Herbizide einzusetzen und er muss mit Ernteausfällen rechnen."

Gerade im Frühjahr hat das Diagnostikunternehmen daher viel zu tun: Kartonweise kommen Proben verschiedenster Pflanzen im Labor an und müssen mittels der selbst entwickelten PCR-Analysen auf Resistenzgene untersucht werden.

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Gemeinsam mit weiteren Partnern aus Forschung und Industrie - dem Fachgebiet Herbologie der Universität Hohenheim, dem Pflanzenschutzmittelhersteller DuPont de Nemours (Deutschland) GmbH und der Heinz Walz GmbH - entwickelt IDENTXX nun ein weiteres Tool, das eine schnelle Analyse, sogar schon auf dem Feld, ermöglichen soll. Mithilfe eines speziellen bildgebenden Verfahrens von Walz soll frühzeitig erkannt werden, ob das Unkraut "Stress" hat - was heißt: Ein eingebrachtes Herbizid wirkt - oder eben nicht. Dann ist die Expertise von IDENTXX gefragt: "Wir verfügen europaweit über die breiteste Palette an Nachweissystemen für Herbizidresistenzgene in Unkräutern", sagt Dr. Brändle.

Natürlich erkannte man auch im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Potenzial dieser Systemlösung. Seit kurzem wird das Entwicklungsvorhaben über das Programm zur Innovationsförderung unter der Projektträgerschaft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung finanziell unterstützt. "Es war uns eine besondere Ehre, den Zuwendungsbescheid durch Staatssekretär Dr. Robert Kloos überreicht zu bekommen, es ist eine hohe Auszeichnung und unterstreicht den besonderen Stellenwert des Projektes", so Dr. Brändle. "Förderprojekte machen allerdings nur einen Bruchteil unserer Aktivitäten aus, im operativen Geschäft sind wir seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2009 für Kunden in ganz Europa tätig." Denn um die vorhandenen Pflanzenschutzmittel auch zukünftig wirksam einsetzten zu können, führen die Hersteller regelmäßig Kontrolluntersuchungen durch und greifen hierbei auf das Know-how des Stuttgarter Unternehmens zurück. Schon winzige Änderungen in einem einzigen Nukleotid können in einer Pflanze zu Resistenzen führen - exakt diese identifiziert die Methode von IDENTXX umgehend.

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