Wissenschaftliche Erkenntnisse politisch umsetzen

Klimaforscher Gerald Haug wird neuer Präsident der Leopoldina

Gerald Haug wird neuer Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Der Klimaforscher übernimmt das Amt am 1. März 2020 von Jörg Hacker, der die Akademie seit 2010 leitet.

Gerald Haug © MPI für Chemie

Gerald Haug ist geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und Professor an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich und seit 2012 Mitglied der Leopoldina. An der ETH ist er unter anderem Mitglied des Senats und Sprecher des Bereiches Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften. Er ist außerdem Sprecher der Arbeitsgruppe „Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO₂-Emissionen“ und Mitautor der Stellungnahme zur Zukunft der Ozeane, die von den Wissenschaftsakademien der G7-Staaten in Vorbereitung auf den Gipfel in Elmau (2015) erarbeitet und an die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten übergeben wurde.

„Die Leopoldina ist ein wissenschaftliches Integral für Deutschland. Sie kann maßgeblich dazu beitragen, in wichtigen Zukunftsfragen einen faktenbasierten gesellschaftlichen Konsens zu erzielen,“ sagt der designierte Präsident. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stimme der Wissenschaft noch deutlicher in Politik und Gesellschaft gehört wird“, ergänzt Haug. Der aktive Forscher wird seine Funktion als Direktor der Abteilung Klimageochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie beibehalten.

„Ich gratuliere Gerald Haug zur Wahl in dieses Amt. Gerald Haug ist nicht nur ein exzellenter Wissenschaftler, sondern auch jemand, der sich für die politische Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse einsetzt – das brauchen wir heute mehr denn je. Es freut mich zudem, dass die Wahl auf einen Max-Planck-er gefallen ist. Das zeigt, dass die Max-Planck-Gesellschaft ein integraler Bestandteil des deutschen Wissenschaftssystems ist“, sagt Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

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Gerald Haug ist Paläoklimatologe. Seine Forschung fokussiert sich auf die Entwicklung des Klimas der letzten Jahrmillionen sowie die Wechselwirkungen zwischen Klima und Kulturen. Er studierte Geologie in Karlsruhe. Für sein Doktorat wechselte er an die Universität Kiel, wo ihm 1995 der Doktortitel verliehen wurde. Danach arbeitete er als Postdoktorand an der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) und an der Woods Hole Oceanographic Institution (USA). 1998 forschte er zwei Jahre lang als Research Assistant Professor an der University of Southern California in Los Angeles (USA). Anfang 2000 kam er als Oberassistent an die ETH Zürich (Schweiz), wo er im Jahr 2002 habilitierte. Im Jahr 2003 übernahm er die Stelle eines Sektionsleiters am Geoforschungszentrum in Potsdam und wurde zum Professor an der Universität Potsdam ernannt. 2007 wurde er als ordentlicher Professor an die ETH Zürich berufen. Seit 2015 ist er Direktor der Abteilung Klimageochemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft.

Für seine Forschung wurde Gerald Haug mehrfach ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG hatte ihn bereits 2001 mit dem Albert Maucher-Preis für Geowissenschaften ausgezeichnet. Die Eidgenössisch-Technische Hochschule (ETH) Zürich ehrte Haug 2010 mit dem Max-Rössler-Preis.

Quelle: MPG

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