News

REMPI und SPI für schnelle Abgasanalysen

20 Sessions mit rund 115 Vorträgen erwarten die Besucher Europas bedeutendsten Analytiker-Kongress, der analytica Conference. Diese findet auch 2012 an den ersten drei Tagen der Internationalen Leitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie statt. Einer der Höhepunkte ist in diesem Jahr die von Professor Dr. Ralf Zimmermann geleitete Session "Light and Molecular Ions - Photo Ionisation in Mass Spectrometry". Die analytica öffnet 2012 erstmals mit den Live Labs, drei komplett eingerichteten Laboren, von 17. bis 20. April in München ihre Tore.

Die Themen der analytica Conference reichen in diesem Jahr von der Atemgas-Messung und der zerstörungsfreien Untersuchung von Kunstschätzen bis hin zu modernen Aspekten der Lebensmittelanalytik und aktuellen Methoden der Dopingkontrolle. Neuentwicklungen in der instrumentellen Analytik stehen an allen drei Konferenztagen auf dem Programm. Ein Höhepunkt ist die von Professor Dr. Ralf Zimmermann von der Universität Rostock und dem Helmholtz Zentrum München, geleitete Session "Light and Molecular Ions - Photo Ionisation in Mass Spectrometry", die das Prinzip und die Anwendungen von REMPI (Resonance Enhanced Multiphoton Ionisation) und SPI (Single Photon Ionisation) vorstellt. Die Photoionisationsmethoden REMPI und SPI in Kombination mit der Massenspektrometrie sind Top-Analysenverfahren bei Verbrennungsprozessen. Dabei erreicht die besonders gut für aromatische Moleküle einsetzbare REMPI-Methode sehr hohe Nachweisstärken für ausgewählte Zielverbindungen, während mit SPI ein umfassender "Fingerabdruck" komplexer Mischungen erhalten werden kann.

Anzeige

Eröffnet wird die Session von Dr. Thorsten Streibel vom Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock und Experte der massenspektrometrischen Echtzeitdetektion organischer Spurenkomponenten in Pyrolyse- und Verbrennungsgasen. Er geht in seinem Vortrag unter anderem darauf ein, dass die REMPI- und SPI-Massenspektrometrie sich sehr gut für das Online-Monitoring bei der Verbrennung oder Pyrolyse von Holz und Kohle entstehenden Gase oder Autoabgasen eignet. Sehr schnell lassen sich die Veränderungen in der Zusammensetzung der Gase bei Änderung der Verbrennungsbedingungen verfolgen. Beispielsweise können so nützliche Erkenntnisse für den Betrieb von Heizkesseln oder in der Echtzeitanalyse von Zigarettenrauch gewonnen werden.

Professor Dr. Ulrich Boesl-von Grafenstein vom Institut für Physikalische Chemie der Technischen Universität München war einer der ersten Wissenschaftler, die an der REMPI-Methode mitgewirkt haben. Er erläutert in seinem Vortrag, wie diese Methode die Molekülspektroskopie revolutionierte.

Die Anwendungen von REMPI in der Analytik sind sehr vielfältig. So gilt es beispielsweise, Polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als gesundheitsschädlich gelten, nicht nur im Zigarettenrauch, aufzuspüren. Eine weitere interessante Stoffkandidatengruppe für REMPI-MS sind in letzter Zeit größere Biomoleküle und spiegelbildliche Moleküle mit unterschiedlicher Wirkung geworden.

Die SPI-MS-Technik kann sowohl mit Laser als auch mit speziellen Lampen betrieben werden, die sogenanntes VUV-Licht erzeugen. Dabei handelt es sich um UV-Strahlung, die von Luft absorbiert wird und somit eines Vakuums bedarf, um sich auszubreiten. Diese relativ einfache Lampentechnik erlaubt nun auch den Aufbau von kompakten SPI-Massenspektrometer-Systemen, die gut für kommerzielle Anwendungen im Labor oder im Feld geeignet sind. Dr. Andreas Walte, Geschäftsführer von Photonion, die als Ausgründung des Helmholtz Zentrum München und der Universität Rostock SPI-MS- und REMPI-MS-Systeme entwickelt, baut und vertreibt, stellt auf der analytica Conference die Grundlagen der SPI-MS-Technik sowie eine Vielzahl von Anwendungen zur quantitativen Bestimmung von Spurenstoffen in Echtzeit vor.

Organisiert wird die analytica Conference vom Forum Analytik, einem Verbund der drei führenden Fachgesellschaften GDCh (Gesellschaft Deutscher Chemiker), GBM (Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie) und DGKL (Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin). Weitere Highlights sowie das gesamte Programm der analytica Conference 2012 ist unter http://www.gdch.de/analytica2012 sowie unter http://www.analytica.de/conference abrufbar.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige