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Tabakatlas 2025 erschienen

Melanie Steinbeck,

Jeder siebte Todesfall Folge des Rauchens

Fast jede fünfte Krebsdiagnose in Deutschland ist durch das Rauchen bedingt. Aber wo kann Prävention ansetzen? Wo wird in Deutschland am meisten geraucht? Welche Rolle spielt der Bildungsstand? Und welche Altersgruppen nutzen besonders häufig E-Zigaretten? Antworten auf diese Fragen liefert der neue Tabakatlas Deutschland 2025, den das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe zum Auftakt der Nationalen Krebspräventionswoche veröffentlicht haben.

Der Tabakatlas 2025 zeigt: Jeder siebte Todesfall in Deutschland wird durch Rauchen verursacht. © DKFZ

Die Publikation fasst aktuelle Daten und Fakten rund um den Tabakkonsum zusammen – einschließlich gesundheitlicher Risiken und gesellschaftlicher Folgen. Finanziell unterstützt wurde die Erstellung durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Krebshilfe.

Rauchen bleibt Hauptursache vermeidbarer Krebserkrankungen

Trotz bekannter Gefahren raucht in Deutschland weiterhin mehr als jeder vierte Erwachsene. Die Folgen sind erheblich: Rund 88.000 Krebsneuerkrankungen im Jahr 2022 und 131.000 Todesfälle im Jahr 2023 gingen auf den Tabakkonsum zurück. Das entspricht 13,7 Prozent aller Todesfälle in Deutschland.

„Die Tabakprävention hat ein enormes Potenzial für die Krebsprävention, denn Rauchen ist für fast 20 Prozent aller Krebsneuerkrankungen verantwortlich. Damit ist Rauchen nach wie vor der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor. Mit dem Tabakatlas liefern wir die Informationen, die politische Entscheidungsträger benötigen, um die Prävention tabakbedingter Erkrankungen in Deutschland voranzubringen“, sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ.

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Gibt es regionale und soziale Unterschiede?

Das Rauchverhalten unterscheidet sich deutlich nach Regionen: In den östlichen Bundesländern wird tendenziell mehr geraucht als im Westen, im Norden mehr als im Süden.

Auch der Bildungsstand spielt eine wichtige Rolle: In allen Altersgruppen ist der Raucheranteil unter Menschen mit niedrigem Bildungsniveau am höchsten. Entsprechend sollten Präventionsangebote und Hilfen zur Tabakentwöhnung gezielt auf diese Gruppen zugeschnitten werden.

Junge Menschen greifen zu E-Zigaretten

Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigt sich ein Trend zu neuen Nikotinprodukten. Fast acht Prozent der 12- bis 17-Jährigen und rund 15 Prozent der 18- bis 25-Jährigen haben in den letzten 30 Tagen eine E-Zigarette genutzt – meist Einwegprodukte, die bunt, preisgünstig und leicht zu bedienen sind.

„Aus medizinischer Sicht ist es eindeutig: Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken überhaupt. In Deutschland sterben jedes Jahr rund 131.000 Menschen direkt an den Folgen des Tabakkonsums. Zwar sehen wir einen Rückgang der klassischen Tabaknutzung, insbesondere seit den 2000er Jahren – doch dieser Fortschritt verläuft langsam und darf uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Als Arzt finde ich besonders besorgniserregend die Entwicklung bei E-Zigaretten. Immer mehr Jugendliche greifen zu Vapes, die mit fruchtigen Aromen und buntem Design gezielt junge Menschen ansprechen. Produkte, die nach Wassermelone oder Erdbeere schmecken, wirken harmlos, können aber rasch in eine Abhängigkeit führen. Nikotinkonsum ist ganz unabhängig von der Darreichungsform für die Gesundheit gefährdend. Deshalb ist es wichtig, diese Risiken klar zu benennen, aufzuklären und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit wir junge Menschen besser schützen“, erklärt Hendrik Streeck, Drogenbeauftragter der Bundesregierung.

Welche ökologische Folgen hat Rauchen?

Neben den gesundheitlichen Auswirkungen rückt der Tabakatlas auch die Umweltbelastung, die durch Rauchen verursacht werden, in den Fokus. Zigarettenkippen zählen zu den häufigsten Abfällen an Stränden. Die darin enthaltenen Giftstoffe gelangen in die Umwelt und schädigen Tiere und Pflanzen.

Auch die Tabakproduktion selbst belastet das Klima erheblich: Sie verursacht jährlich rund 83 Millionen Tonnen CO-Äquivalente – ähnlich viel wie ein kleineres Industrieland. Dazu kommen die Einwegprodukte aus E-Zigaretten.

Politische Verantwortung und Ziel „Rauchfrei 2040“

Der Tabakatlas verdeutlicht, dass eine wirksame Tabakprävention erhebliche Chancen für die öffentliche Gesundheit bietet.

„Einige Länder – wie die Niederlande oder Finnland – haben bereits verpflichtende Strategien entwickelt, um dem Tabakkonsum entgegenzuwirken. Auch Deutschland sollte sich als strategisches Ziel setzen, bis 2040 rauchfrei zu werden, also den Anteil rauchender Menschen in der Bevölkerung auf unter fünf Prozent zu senken – ein Ziel, das erreicht werden kann, wenn die Politik die entsprechenden Weichen dafür stellt“, betont Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe.

Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg ist mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden die größte biomedizinische Forschungseinrichtung Deutschlands. Forschende untersuchen hier Ursachen und Risiken von Krebs, entwickeln neue Methoden zur Diagnostik und Therapie und suchen nach Strategien zur Prävention.

Zum DKFZ gehören mehrere nationale Zentren und Kooperationen, darunter:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (DKFZ)

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