Grundlagen der eukaryotischen Zellbiologie

Volkswagenstiftung fördert Sonja-Verena Albers für ihre Forschung an Archaeen

Für ihre Forschung an Archaeen erhält Prof. Dr. Sonja-Verena Albers zwei Förderungen der gemeinnützigen Volkswagenstiftung. Damit will die Biologin ihre Forschung im Bereich Zellbiologie weiterführen und zusätzlich ein neues Forschungsgebiet zu den evolutionären Ursprüngen des Lebens starten.

Sonja-Verena Albers © Patrick Seeger

Archaeen bilden neben Bakterien und Eukaryoten eine der drei Domänen des Lebens. Sie sind die direkten Vorfahren der Eukaryoten, ähneln aber Bakterien in Aufbau und Organisation. Deswegen stellen sie ein wichtiges Bindeglied in der Evolutionstheorie dar. Archaeen können extreme Lebensräume wie etwa heiße Schwefelquellen oder extrem salzhaltige Seen besiedeln, sind aber auch im Ozean oder im menschlichen Darm zu finden. Für ihre Forschung an diesen Mikroorganismen erhält Prof. Dr. Sonja-Verena Albers vom Institut für Biologie II der Universität Freiburg nun zwei Förderungen der gemeinnützigen Volkswagenstiftung.

Förderung für neuen Forschungsschwerpunkt

In der Förderlinie „Momentum“ bekommt die Freiburger Biologin für fünf Jahre insgesamt 950 000 Euro. Die Volkswagenstiftung unterstützt mit „Momentum“ Professorinnen und Professoren, die drei bis fünf Jahre nach ihrer ersten Lebenszeitberufung, in ihrem Forschungsfeld einen neuen Schwerpunkt setzen wollen. Bisher hat Albers Archaeen auf molekularbiologischer Ebene analysiert. Für ihre dabei erlangten Ergebnisse über die zuvor weitgehend unerforschten Mikroorganismen wurde sie als Mitglied in die EMBO, die European Molecular Biology Organization, eine europäische Wissenschaftsorganisation auf dem Gebiet der Molekularbiologie, berufen.

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Nun möchte die Wissenschaftlerin ihre Forschung im Bereich der Zellbiologie weiterführen. Hierzu wird sie zwei unterschiedliche archaeale Modellsysteme benutzen: Sulfolobus-Arten, die in heißen und sauren Quellen vorkommen und Haloferax, extrem salzliebende Organismen, die es zum Beispiel im Toten Meer gibt. Mit der Arbeit an Fluoreszenzmikroskopen will Albers herausfinden, wie sich Zellen der Archaeen teilen, wie deren Zellhülle während des Wachstums und der Zellteilung umorganisiert wird und wie der Vorgang der Zellteilung lokalisiert wird.

Prinzipien des Lebens verstehen

Die Förderlinie „Leben?“ soll Forscherinnen und Forscher der Naturwissenschaften dabei unterstützen, die grundlegenden Prinzipien des Lebens zu verstehen. Zusammen mit einem Team bestehend aus Kolleginnen und Kollegen der Philipps-Universität Marburg, des University College London/England sowie des Forschungslabors für Molekularbiologie in Cambridge/England erhält Albers in dieser Förderlinie für die kommenden vier Jahre insgesamt 1,5 Millionen Euro, davon gehen 400 000 Euro an die Freiburger Biologin.

Bisherige Studien weisen darauf hin, dass die Eukaryoten durch eine Symbiose zwischen einer Archaeen-Zelle und einem bakteriellen Partner entstanden sind. Die Forschenden um Albers wollen mit verschiedenen Untersuchungsmethoden der Struktur-, Molekular- und Zellbiologie sowie Computermodellen diese Annahme überprüfen, um schließlich die Grundlagen der eukaryotischen Zellbiologie in ihren evolutionären Ursprüngen aufzeigen zu können.

Quelle: Universität Freiburg

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