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Wirkstoff statt Hörgerät: Zehn Millionen Euro für Acousia

Translationale MedizinWirkstoff statt Hörgerät: Zehn Millionen Euro für Acousia

Creathor Ventures investiert zusammen mit anderen Investoren rund 10 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierungsrunde in die Acousia Therapeutics GmbH. Das Tübinger Unternehmen Acousia erforscht und entwickelt Therapien für Innenohr-Erkrankungen und -Pathologien und hat Medikamentenkandidaten entwickelt, die die sensorische Funktion der Haarzellen schützen, reparieren und wiederherstellen. 

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Ohrmuschel

Rund 10 bis 15% der Bevölkerung in den entwickelten Ländern sind von Schwerhörigkeit betroffen - verursacht durch ototoxische Medikamente, normalen Alterungsprozess, Lärm oder Hörsturz. Diese Art der Schwerhörigkeit wird v.a. durch den irreversiblen Verlust von Sinneshaarzellen in der Innenohrschnecke verursacht. Creathor Ventures investiert zusammen mit anderen Investoren rund 10 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierungsrunde in die Acousia Therapeutics GmbH. Das Tübinger Unternehmen Acousia erforscht und entwickelt Therapien für Innenohr-Erkrankungen und -Pathologien und hat Medikamentenkandidaten entwickelt, die die sensorische Funktion der Haarzellen schützen, reparieren und wiederherstellen. 

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Traditionelle Ansätze zur Reparatur von Hörverlusten konzentrieren sich auf die Prothetik (z.B. Hörgeräte). Acousia hingegen entwickelt Wirkstoffkandidaten auf der Basis kleiner Moleküle zum Schutz, zur Reparatur und Wiederherstellung der inneren Sinneszellenfunktion. Der am weitesten fortgeschrittene Medikamentenkandidat ACOU085 wird für die klinische Anwendung in der Otoprotektion (Cisplatin-bezogen) entwickelt und soll zur funktionellen Verbesserung von Haarzellen eingesetzt werden.

Dr. Christoph Antz, CEO von Acousia, sagte: "Dieses Investment wird es uns ermöglichen, die Entwicklung unserer auf kleinen Molekülen basierenden Medikamentenkandidaten voranzutreiben. Weitere präklinische und klinische Studien werden das Profil unserer Medikamente zur Verbesserung der sensorischen Reaktionsfähigkeit der Haarzellen verbessern. Dies könnte Patienten mit chronischem Hörverlust aufgrund von ototoxischen Substanzen oder Bedingungen wie Lärm oder Alter zugutekommen. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit diesem Team erfahrener Life-Science-Investoren".

Dr. Michael Bös, CSO von Acousia, fügte hinzu: "Der medizinische Bedarf für die Behandlung von Hörschäden ist enorm, und wir erwarten, dass er in den nächsten Jahrzehnten weiter drastisch ansteigen wird, vor allem aufgrund des demografischen Wandels, der zu mehr altersbedingtem Hörverlust führt".

Karlheinz Schmelig, Managing Partner bei Creathor Ventures, kommentiert: "Mit Acousias translatorischem Ansatz, ihrem erfahrenen Team und dem produktiven Umfeld innerhalb der Universitäts-HNO-Klinik Tübingen, ist Acousia bestens positioniert, erstklassige Medikamente gegen Innenohrerkrankungen und damit verbundene Pathologien zu entwickeln. Darüber hinaus ist uns das neue Investorenkonsortium mit LBBW Ventures und Bregua Corporation wohlbekannt, unter anderem durch unsere gemeinsame erfolgreiche Beteiligung an Phenex Pharmaceuticals."

Acousia wurde 2012 von den drei Partnern Prof. Hubert Löwenheim (ein Experte im Bereich Hörverlust), EMC Microcollections GmbH und Boehringer Ingelheim Venture Fund GmbH (BIVF) gegründet. Creathor wird in dieser Finanzierungsrunde von LBBW Ventures, Bregua Corporation und den bestehenden Investoren BIVF und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) begleitet. Acousia plant, das Geld für die weitere präklinische und frühe bis mittlere klinische Entwicklung seiner Medikamentenkandidaten einzusetzen.

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