Pfeiffer Vacuum und GSI verleihen Doktorandenpreis

Hochpräzise Vermessung des magnetischen Moments des Protons

Pfeiffer Vacuum hat gemeinsam mit dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung zum zweiten Mal einen Doktorandenpreis verliehen. Preisträger ist Dr. Andreas Mooser, der die Auszeichnung für seine Promotionsarbeit über die hochpräzise Vermessung des magnetischen Moments des Protons erhält.

Dr. Ulrich von Hülsen (links), Mitglied der Geschäftsleitung von Pfeiffer Vacuum, übergab den mit 1000 Euro dotierten Preis an Dr. Andreas Mooser. (Foto: G. Otto, GSI)

Pfeiffer Vacuum stiftet den Preis, der jährlich verliehen wird. Den mit 1000 Euro dotierten Preis übergaben der Wissenschaftliche Geschäftsführer der GSI Prof. Karlheinz Langanke und Dr. Ulrich von Hülsen, Mitglied der Geschäftsleitung der Pfeiffer Vacuum GmbH, im Rahmen des GSI-Kolloquiums am 10. November 2015.

Für seine Doktorarbeit hielten Dr. Mooser und seine Kollegen über 13 Monate hinweg ein einzelnes Proton bei -268 °C gefangen, um so das magnetische Moment des Protons zu messen. Dies machte ein hochpräzises Gerät möglich, die sogenannte Doppelpenning-Falle. Gemeinsam mit Wissenschaftlern vom GSI, dem Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg und der japanischen Forschungseinrichtung RIKEN entwickelte Dr. Mooser diese vakuumisolierte Apparatur mit höchster Sensitivität für die Experimente an der Universität Mainz.

„So konnten wir einzelne Quantensprünge des Protonenspins detektieren”, erklärt Dr. Mooser. „Besonders interessant ist das magnetische Moment des Protons für das Rätsel um Antimaterie in unserem Universum. So kann der präzise Vergleich der magnetischen Momente von Antiproton und Proton Einblicke liefern, weshalb sich nach dem Urknall Materie und Antimaterie nicht vollständig gegenseitig vernichteten und ein Überschuss an Materie übrig blieb, aus dem unsere Welt entstand.“ Kürzlich durchgeführte Experimente der BASE-Kollaboration am CERN, der Dr. Mooser mittlerweile angehört, zeigten, dass beide Ladungs-zu-Masse-Verhältnisse gleich groß sind.

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„Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr, dass meine Arbeit mit dem GSI-Doktorandenpreis ausgezeichnet wurde“, sagte Dr. Mooser, der seine Doktorarbeit an der Universität Mainz, dem Helmholtz Institut Mainz und bei GSI schrieb. „Die Messung des magnetischen Moments des Protons ebnet den Weg für zukünftige Forschung zur fehlenden Antimaterie im Universum.“
Pfeiffer Vacuum und das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung verbindet eine langjährige Partnerschaft. Vakuumlösungen von Pfeiffer Vacuum werden dort seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt.

Dr. Ulrich von Hülsen, Mitglied der Geschäftsleitung von Pfeiffer Vacuum, gratulierte dem Preisträger: „Die Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlern in der Spitzenforschung ist für Pfeiffer Vacuum von großer Bedeutung. Seit 125 Jahren setzt Pfeiffer Vacuum Maßstäbe in der Vakuumtechnik. Das Unternehmen blickt auf eine von Pioniergeist und Leidenschaft geprägte Erfolgsgeschichte zurück, die von Beginn an zum technologischen Fortschritt von Industrie und Wissenschaft beigetragen hat.“

„Die hervorragenden Forschungsmöglichkeiten an der GSI-Beschleunigeranlage und die Entwicklung der zukünftigen Beschleunigeranlage FAIR locken viele junge Wissenschaftler aus aller Welt zur GSI“, sagte Prof. Karlheinz Langanke, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GSI. „Sie leisten mit ihren innovativen Ideen wichtige Beiträge zur Entwicklung der neuen Beschleuniger und Detektoren.“

Teilnahmeberechtigt waren Studierende, die im Jahr 2014 promovierten und durch das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung im Rahmen der strategischen Partnerschaften mit den Universitäten in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Heidelberg, Jena und Mainz oder durch das F&E-Programm gefördert wurden. Aktuell arbeiten über 300 Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen der Graduiertenschule HGS-HIRe (Helmholtz Graduate School for Hadron and Ion Research) an ihren Promotionsarbeiten bei GSI und FAIR.

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