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Alternativer LaborbauWALDNER Fachsymposium

Seit Jahrhunderten werden Labore in analoger Struktur gebaut: Abzug, Doppeltisch, Wandtisch und Spüle sehen heute sicher eleganter aus und sind mittels fortgeschrittener (Haus-)Technik auch funktionaler gestaltet. Aber ist das alles, was der Laborbau zu einer sich vollständig veränderten Forschungswelt beitragen kann?

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Alternativer Laborbau: WALDNER Fachsymposium

Befristete Zeiten für Forschungsaufgaben und der Wettbewerb von Forschungsstandorten untereinander bedeuten heute schnelle Realisierung der notwendigen Arbeitsumgebung. Aber wo sind die Antworten auf eine schnelle räumliche Umgestaltung der Arbeitsumgebung, wechselnde Anforderungen an das Raumklima bei Versuchsaufbauten oder auf wechselnde Größen von Forschungsgruppen? Das WALDNER Fachsymposium in Isny wollte diese Aufgabenstellung nicht lösen, aber einen Beitrag in Theorie und Praxis dazu leisten.

Mensch im Mittelpunkt

Grundsätzlich kamen die Referenten alle auf einen Nenner: Auch im Labor dreht es sich zunehmend darum, durch attraktive Arbeitsplätze talentierte und innovative Forscher anzuziehen. Der Mensch rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt. Deshalb werden nicht nur neue Ansätze in der Personalpolitik nötig sein - wie der Ausblick von Dr. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer Institut deutlich machte - sondern auch innovative oder alternative Laborkonzepte.

Diskussionen lösten vor allem die Vorträge der Architekten bei den Symposiumsbesuchern aus. Die Projekte und Lösungsansätze, die Daniel Wentzlaff, Alfred Nieuwenhiuzen oder Christian Schnitzer vorstellten, hatten offene Strukturen zum Thema, die die Kommunikation unter den Forschern fördern sollen. In der Schweiz plant Daniel Wentzlaff z.B. ein Projekt an der Uni in Zürich, in dem das Ziel ist, die Geschosstrennung aufzubrechen. Das geht soweit, dass die räumliche Struktur bzw. die Territorien der Lehrstühle aufgelöst werden, um die Bewegung und Kommunikation zwischen den einzelnen Fakultäten zu maximieren. Ralf Streckwall genauso wie Alfred Nieuwenhuizen oder Christian Schnitzer stellten die Flexibilität und Kreativität der Planungen in den Vordergrund. Je flexibler die Laborstruktur und je offener die Räume, desto besser lassen sich unterschiedliche Forscher mit den verschiedensten Arbeiten in die Räume integrieren. Gleichzeitig steht hier auch der Austausch zwischen den Laboranten im Mittelpunkt.

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Sind offene Strukturen praktikabel?

Eben diese offenen Strukturen waren dann auch der Mittelpunkt der Diskussionen: Wie praktikabel ist das Ganze, gibt es bereits Erfahrungswerte und wie sollen hier Luftwechsel im Labor umgesetzt werden, bzw. wie kann in einer offenen Laborstruktur in der Nasschemie gearbeitet werden? In der Diskussion stellte sich heraus, dass durchgängige Erfahrungswerte durchaus noch fehlen und dass für die Arbeitsprozesse die Effizienz im Vordergrund steht. Als Fazit kann man festhalten, dass sich die Philosophie und die Kultur an der entsprechenden Institution in der Planung widerspiegeln. Je nachdem wie hier der Schwerpunkt gesetzt wird - auf Effizienz oder auf Kommunikation - kann die Laborstruktur ihren Beitrag leisten. Beim Vortrag von Alfred Nieuwenhuizen wurde deutlich, dass kreative Planungs-Lösungen nicht zusätzlich vergütet werden. Der eigene Anspruch an die Arbeit ist für den Planer deshalb gefordert und maßgebend.

Kosten und Rentabilität

Die Laborplanung bzw. die Technik und die Kostentreiber im Labor nahmen dann vor allem Eberhard Keller, Klaus Kuzyl und Mirco Zimmermann unter die Lupe. Dass die Lüftung im Laborraum als Gesamtes betrachtet und geregelt werden muss, war die Empfehlung von Eberhard Keller. Nur so können die Kosten im Raum einigermaßen überschaubar gehalten werden. Mirko Zimmermann dagegen untersuchte, wie rentabel es ist, ein Laborgebäude mit alternativen Energien zu betreiben. Da ein Labor immer ein hochinstalliertes Gebäude ist, kann eine Rentabilität nicht pauschal festgestellt werden. Es bedarf dafür unbedingt einer Wirtschaftlichkeitsrechung, die sich mindestens auf 10 Jahre belaufen sollte.

Die Nutzerseite betrachtete Dr. Dimitrios Mihalios von der TU München. Er ist sich sicher, dass die Laborlandschaft von heute nur eine Übergangslösung sein kann. Die Zukunft liege darin, themenbezogen zu arbeiten und nicht produktbezogen. Die Infrastruktur dann für diese Anforderung ins Labor zu bringen, sei Aufgabe der Planung, so Dr. Mihalios.

Birgit Burger
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