
Polyurethane mit Synthesebausteinen aus Lignin
Forscher haben im Projekt „Lignoplast“ Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten für verschiedene Lignintypen bis zum Pilotmaßstab entwickelt.

In einem EU-geförderten Forschungsprojekt hat das Fraunhofer LBF nun eine neue Verwendungsmöglichkeit für Lignin aus der Papierherstellung entwickelt: Die Wissenschaftler haben Phosphor chemisch an das Lignin gebunden und können es nun als Flammschutz für Kunststoffe nutzen.

PSI-Forscher haben die Details der Zerlegung von Lignin in andere Substanzen untersucht. Die Ergebnisse können dazu beitragen, dass Lignin in Zukunft als Ausgangsstoff für die Herstellung von Treibstoffen und Chemikalien genutzt wird.

In den letzten vier Jahren wurde am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna eine Pilotbioraffinerie zum Aufschluss von Laubholz aufgebaut und die Verwertbarkeit der erzeugten Zwischenprodukte C5- und C6-Zucker sowie des Lignins untersucht.

Umweltfreundlichere Klebstoffe
Aromatische Verbindungen aus Lignin - einem Bestandteil von Holz - könnten bei der Herstellung von Klebstoffen oder Lacken erdölbasierte Substanzen ersetzen und damit "grünere" Produkte ermöglichen. Allerdings lassen sich die Aromaten in einer verwertbaren Form bislang sehr schwer aus dem Lignin herauslösen.

Aromatische Synthesebausteine aus Lignin
In dem abgeschlossenen Vorhaben ELEKTRA untersuchten die Universität Mainz, die BASF und die Condias GmbH die Möglichkeit, mit Hilfe eines elektrochemischen Abbaus Phenolderivate aus Lignin zu gewinnen. Die Ergebnisse waren so vielversprechend, dass die BASF den Ansatz weiter verfolgt.

Mit einem einfachen, parallelen Ansatz lassen sich die Bestandteile von Lignin für praktische Anwendungen aufarbeiten. Die Rohstoffquelle Holz könnte sich künftig leichter anzapfen lassen.