"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", darauf baut so mancher, der auf Medikamente angewiesen ist - insbesondere seit wenigen Jahren, in denen immer mehr gefälschte Medikamente in den Apothekenhandel gelangten. Man will nun dem Problem schneller entgegentreten, nämlich mit der Röntgenpulverdiffraktometrie (XRPD), ein Verfahren, das sich bereits bei der Entwicklung von Medikamenten bewährt hat. Es beruht auf einer recht alten Analysenmethode, die vor genau 100 Jahren entwickelt wurde, nämlich auf der Beugung von Röntgenstrahlen (X-rays) an Kristallen, wofür es bereits 1914 den Nobelpreis für Physik gab. Die Röntgenbeugungsmethode hat für die Arzneimittelkontrolle einen entscheidenden Vorteil vor bisher eingesetzten Analysenverfahren: Man braucht keine Probe des Medikaments zu entnehmen und kann selbst durch undurchsichtige Blisterverpackungen hindurch messen und gesicherte Ergebnisse erzielen. Welch wichtige Rolle XRD-Verfahren in der und für die Pharmazeutische Industrie spielen, erläutert eine Session auf der analytica Conference, die vom 17. bis 19. April in München stattfindet. Session-Leiter sind Professor Dr. Christian W. Lehmann, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim/Ruhr, und Dr. Norbert Nagel, Sanofi-Aventis, Frankfurt.
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