Der Ursprung der Sprache des LebensMöglicherweise neue Ebene der Genregulation entdeckt
Das Leben kennt nur eine Sprache: den genetischen Code. Dieser beschreibt, wie Informationen im genetischen Material gespeichert sind und ist für alle Lebewesen identisch – egal ob es sich um ein einfaches Bakterium oder einen Menschen handelt. Wie der genetische Code entstanden ist, ist jedoch immer noch ein Rätsel.
Das Team von Bojan Zagrovic an den Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien konnte zeigen, dass die Dichteprofile verschiedener Nukleobasen in mRNAs den Profilen der Aminosäureaffinität für dieselben Nukleobasen im zugehörigen codierten Protein ähneln. Die Grafik veranschaulicht das typische Niveau der Ähnlichkeit (Matching) am Beispiel des MHC class I Anitgens, einem Protein mit wichtigen Rollen im Immunsystem. Die mRNA-Pyrimidin-Dichte (Pyrimidine sind eine Art von Nukleobasen, PYR) spiegelt die quantitative Bindungsneigung des Proteins für Pyrimidine wider. Die ForscherInnen sehen solche Matchings als wichtige Anhaltspunkte über den Ursprung des genetischen Codes, aber auch als Hinweis, dass die beiden Biomoleküle unter bestimmten Umständen einander komplementär binden können. (Bild: Bojan Zagrovic).

