HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Bei kleinem Fluss keine Probleme, bei erhöhtem schon – was kann die Ursache sein?

von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Der Fall

Sie arbeiteten bis dato bei einem Fluss von 0,8 ml/min und hatten keine Probleme mit Luftblasen. Nachdem nun die (einfache) Trennung Ihnen zu lange dauert, beschließen Sie nach dem Okay Ihres Chefs den Fluss auf 1,2 oder 1,5 ml/min zu erhöhen. Sie bekommen allerdings jetzt permanent Ärger mit Luftblasen. Wieso?

Die Lösung

Auch ein gut entgaster Eluent enthält etwas Luft und zwar in Form von unzähligen, winzigen Luftbläschen. So lange nun die Luft im Eluenten bleibt, stört sie nicht. Wenn allerdings der Eluent durch eine enge Stelle fließen muss, entstehen dort Kavitate und im Bereich dieses partiellen Vakuums kann die Luft dem Eluenten entweichen. Wir haben also hier das gleiche Prinzip wie bei einer Wasserstrahlpumpe. Eine solche enge Stelle kann beispielsweise durch einen „Knick“ im Verbindungsschlauch zwischen Lösungsmittelreservoir und Pumpeneingang entstehen oder aber durch eine verschmutzte Ansaugfritte. Der hier beschriebene Effekt hängt vom Fluss ab, Sie haben im oben beschriebenen fiktiven Fall offensichtlich den kritischen Wert zum Entstehen des partiellen Vakuums überschritten. Was tun jetzt? Ganz einfach, Sie müssen für einen ungehinderten Fluss sorgen: Keine „Knicks“ vor der Pumpe, Ansaugfritte im Ultraschallbad reinigen, gegebenenfalls erneuern oder bei häufigem Ärger eine aus Keramik oder PEEK statt aus Stahl verwenden. Eine Alternative wäre u.U. bei Verwendung von ungepufferten, einfachen und sehr sauberen Eluenten auf eine Ansaugfritte zu verzichten. Da Schmutz zu „Engpässen“ führen kann, ist es bei häufigen Problemen, wie dem hier beschriebenen, sinnvoll, die Anlage regelmäßig ohne Säule mit heißem Wasser und/oder ­Isopropanol zu reinigen.

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Das Fazit

Es gibt eine eindeutige Korrelation zwischen Verschmutzungen in der Anlage und Luftproblemen: An einer glatten Oberfläche kann eine Luftblase kaum haften, wohl aber, wenn jene Oberfläche (Fritte, Einlassventil, Eispritzblock, Verbindungsstücke usw.) durch Schmutzpartikelchen rauh wird. Also: Häufige Luftprobleme sind der indirekte Hinweis, dass Handlungsbedarf besteht: Besser entgasen und/oder gründlicher spülen. Näheres zur Reinigung von HPLC-Anlagen siehe [1].

[1.] S. Kromidas, „HPLC-Tipps Band 2“, 2004, Hoppenstedt Bonnier Verlag, Darmstadt.By Stavros Kromidas

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