HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Trennung von isomeren Verbindungen

Von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Der Fall

Die Trennung von isomeren Verbindungen kann sich als ein recht schwieriges Trennproblem erweisen. Das liegt u.a. daran, dass sich die Eigenschaften von Isomeren häufig stark ähneln. Welche Säulen bzw. Eluenten kämen nun in Frage?

Die Lösung

Vorbemerkung:

Schwierige Fälle bedürfen oft unorthodoxen Lösungswegen. Diese allgemeine Maxime gilt auch hier – vor allem, wenn es um einen einmaligen, wichtigen Fall geht (Reklamation, Toxizitätsproblematik) und nicht um die Entwicklung einer Routinemethode, bei der Robustheit und Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vordergrund stehen. Also, wundern Sie sich bitte nicht ob einiger meiner Vorschläge!

Säulenauswahl

Hydrophobe Phasen sind hier kaum geeignet, denken Sie eher an folgende Alternativen:

• ,,Alte" Klassiker mit polarer Funktionalität: Beispielsweise LiChrospher, Spherisorb ODS1, Zorbax ODS oder Nucleosil 100.

• Moderne polare Phasen: Beispielsweise ,,embedded phases" wie XTerra, Nucleosil Nautilus oder Prontosil ACE oder aber noch stärker polare Phasen wie Fluofix, SynergiPOLAR RP oder Platinum EPS.

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• Phasen mit kurzer Kette oder/und einer polaren funktionellen Gruppe: Zum Beispiel C1, CN oder Diol.

• Phasen mit einem besonders kleinen (50...60 Ð) oder einem besonders großen Porendurchmesser (300 Ð): Zum Beispiel Nucleosil 50, NovaPak, Symmetry 300 oder Jupiter.

• ,,Exotische", dennoch vielversprechende Versuche (bitte erst mit einer gereinigten, aber ausgemusterten Säule ausprobieren): Zum Beispiel ,,übliche" C18/C8-Säule und mit Perchlorsäure angesäuertes (pH-Wert um 2...3) Wasser oder eine C8-Säule und 30%ige Essigsäure oder Sie belegen eine C18/C8 oder einfach eine Kieselgelsäule mit Ag+ oder Cu2+ (einfach AgCl- oder CuSO4-Lösung über die Säule pumpen) und verwenden einen 40...60 % Wasser/Acetonitril-Eluenten. Oder sie nehmen eine polare Säule (beispielsweise Kieselgel) und trennen hydrophobe Isomere in reinem Methanol oder Acetonitril. Sollten Sie mit Puffer arbeiten (müssen), nehmen Sie einen 0,5 M Phosphatpuffer und eine ,,mittlere" (bezüglich Hydrophobie) Säule, zum Beispiel Spherisorb ODS 2.

Ich zitiere auch folgende Phasen, die für Isomerentrennungen selektiv sein sollen, mit denen ich allerdings keine praktische Erfahrung habe: Callixarene, Polymerphasen, Hypercarb, C30 mit hydrophilem Endcapping.

Eluentenauswahl

Bezüglich des organischen Anteils im Eluenten würde ich in jedem Fall auch Methanol ausprobieren (breitere Peaks, aber häufig eine bessere Selektivität im Vergleich zu Acetonitril) und überhaupt lieber mit ungepufferten als mit gepufferten Mischungen arbeiten.

Das Fazit

Für die Trennung von Isomeren werden in erster Linie ionische/polare Wechselwirkungen benötigt. Neben den üblichen Wechselwirkungen mit polaren Gruppen an einer RP-Oberfläche könnte man sich auch die Ionenaustauschkapazität der SiOH-Gruppen zu Nutze machen. Alternativ sollte man auch an einen sterischen Aspekt denken: Zur ,,Evaluierung" verwenden Sie eine stationäre Phase mit einem kleinen/großen Porendurchmesser.

ã by Stavros Kromidas
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