HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Die „Kleinen“


Heute werden wir uns mit den Eluenten im weitesten Sinne beschäftigen.

Mikroorganismen

  • In MeOH/H2O/H3PO4-Gemischen können Algen recht schnell wachsen, ist dagegen ACN als organisches Lösungsmittel zugegen, passiert dies kaum
  • In H2O/Essigsäure bzw. in Acetatlösungen existiert dieses Problem ebenso, denn für manche Mikroorganismen stellen Acetate ein Leckerbissen dar. Wie auch immer, denken Sie daran, eine UV-Lampe verhindert das Algenwachstum.
  • Folgender Fall: Sie haben festgestellt, dass Sie montags Vormittag häufiger Probleme mit Geisterpeaks haben als sonst die Woche über. Möglicher Grund: Natürlich läuft Ihre Milliporeanlage für das HPLC-Wasser über´s Wochenende. Da allerdings kaum jemand am Wochenende Wasser entnimmt, kann es sein, dass an der Entnahmestelle Mikroorganismen wachsen oder Verunreinigungen aus der Ionenaustauscherpatrone (Harz) dort besonders konzentriert vorkommen.

Eluentengefäße

Eluentengefäße sollten nicht einfach immer wieder mit frischem Eluenten nach-/aufgefüllt werden, manche Verunreinigung bleibt an den Glaswänden oder am Gefäßboden haften. Unerwünschte Peaks sind die Folgen. Andererseits stellt die Spülmaschine nicht immer eine gute Lösung dar: Manches Tensid aus dem Spülmittel erscheint später im Chromatogramm als breiter, schmierender „Buckel“. Ich würde das Eluentengefäß vor dem nächsten Ansatz kurz ausspülen. Welches Lösungsmittel notwendig und welcher Aufwand gerechtfertigt ist, müssen Sie empirisch herausfinden. Hier Möglichkeiten, wie das Eluentengefäß ausgespült werden kann: Verdünnte Säuren wie Zitronensäure, Salpetersäure, Salzsäure sowie Wasser, Acetonitril und Aceton. Möchten Sie darüber hinaus die Glasoberfläche inert machen, wäre die Behandlung mit einem Silylierungsmittel wie verdünnte, methanolische Hexamethyldisalazan- oder Trimethylchlorsilanlösung zu empfehlen.

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Alternative zu THF

Der Einsatz von kleineren Mengen THF im Eluenten führt oft zur Erhöhung der Selektivität – von seiner erhöhten Elutionsstärke ganz zu schweigen. Nun beklagen sich einige Kollegen über starke Störungen in der Basislinie, über Störpeaks und nicht zuletzt Abnahme der Nachweisgrenze – trotz selbstverständlicher Verwendung von THF in HPLC-Qualität. Hier handelt sich vermutlich um das bekannte Problem mit den Peroxiden, die je nach Temperatur und Lichtverhältnissen recht schnell entstehen können. Abhilfe: Man könnte alternativ Dioxan verwenden, das durch seine Etherstruktur einen ebenso positiven Effekt bezüglich Selektivität zeigen kann, allerdings ohne die Nachteile der Peroxidbildung.
© by Stavros Kromidas

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Sehr kleine Peaks – was kann ich tun?

Nehmen wir an, Sie müssen Komponenten in einer extrem geringen Konzentration quantifizieren – die Peaks sind einfach sehr klein. Es geht also im vorliegenden Fall vordergründlich nicht um eine gute Auflösung, es geht um eine gute Detektierbarkeit.

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