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Der HPLC-Tipp im JuniSchmale und breite Peaks während eines Gradientenlaufs

Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

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Liebe HPLC-Anwenderinnen, liebe HPLCAnwender, wie fast jedes Jahr wollen wir uns auch heuer in den Monaten Juni bis August mit kleinen Tipps beschäftigen - die etwas längeren planen wir lieber für den Herbst ein...

Schmale und breite Peaks während eines Gradientenlaufs
Bekanntlich sehen die Peaks beim Gradienten normalerweise schön aus: Schmal, symmetrisch, im Idealfall bleibt die Peakbreite bei allen Peaks konstant. Nehmen wir jetzt an, Sie fahren einen Gradienten im HILIC-Modus. An einigen Bereichen des Chromatogramms sehen die Peaks gut aus, an einigen Bereichen wiederum erhalten Sie breite Peaks.
Mögliche Erklärung: Je nach aktueller Eluentenzusammensetzung, die in diesem Moment die Säule erreicht, kann ein unterschiedlicher Mechanismus bei der Wechselwirkung der Substanz(en) mit den funktionellen Gruppen an der stationären Phase herrschen. Sollte jener mit einer langsamen Kinetik einhergehen, ist die unvermeidliche Konsequenz die Verbreiterung der Substanzzone - also breite Peaks.
Und gerade bei HILIC-Trennungen sind multiple Wechselwirkungen eher der Normalfall: Verteilung, polare/apolare Wechselwirkungen,
Ionenaustausch, usw. Also: Wundern Sie sich im Falle von polaren oder bifunktionellen oder Mixed-Mode- Phasen im Gradientenmodus über die unterschiedliche Peakform nicht allzu sehr.
Sollten Sie mit C18-Phasen dieses Phänomen feststellen, ist die Ursache ähnlich gelagert, und es liegt womöglich an einem ungewollten pH-Wert-Gradienten während des Laufs im Falle von nicht vorgemischten Eluenten, z.B. Puffer als Eluent A und Acetonitril als Eluent B: In diesem Fall kann sich der Ionisierungszustand des(r) Analyte(n) während der Gradientenelution ändern, was u.U. zu unterschiedlichen Wechselwirkungen mit der stationären Phase führt.

Luft entfernen
Sollten Sie häufig Probleme mit Luft trotz gut funktionierendem Entgaser haben: Manchmal kann während der Lagerung - trotz verschlossener Säule - sich dort Luft gesammelt haben. Luft ist nun in Wasser recht gut löslich, das heißt, Sie könnten die Säule, die
"ewig" im Schrank gelagert war, vor dem Einsatz mit einem 80-90%igen wässrigen Eluenten kurz spülen. Das kann helfen.


Bessere Wiederfindungsrate
Einige Analyte zeigen eine beträchtliche Affinität gegenüber bestimmten Oberflächen, z.B. gegenüber der Filteroberfläche. Wenn die Wiederfindungsrate nicht zufriedenstellend ist, kann man sich wie folgt helfen: Man silanisiert (letzten Endes: inertisiert) die Oberfläche des Filters mithilfe einer 5%igen methanolischen Hexamethyldisilazan-Lösung, und die Wiederfindungsrate kann besser werden. Übrigens: Diese Silanisierung kann auch gegenüber Glasbehältnissen, Vials, Glaspipetten, usw. angewandt werden.


Stärkeres Rauschen oder Geisterpeaks immer um 17:00 Uhr oder nur gestern...
Manche Detektoren - und nicht nur die vermeintlich problematischen wie der elektrochemische oder der Radioaktivitätsdetektor - reagieren empfindlich auf elektrische oder elektronische Störungen der unmittelbaren Umgebung. Wenn das Rauschen für eine kurze Zeit stärker wird oder auf einmal Geisterpeaks erscheinen, denken Sie eventuell auch an folgende mögliche Ursachen:

  • Lichtsensor: Ab einer bestimmten Intensität/ einem bestimmten Einfallswinkel des Sonnenlichtes fahren die Jalousien im Labor automatisch hoch. Eine ähnlich gelagerte Situation: Über eine Zeitschaltuhr werden die Jalousien z.B. um 18:00 Uhr herunter gefahren. Und noch eine Variante: Wegen einer Unwetterwarnung werden die Jalousien jetzt herunter gefahren - sonst nicht. Die Folge können Geisterpeaks oder ein Versatz der Basislinie sein. Diese Bewegung der Jalousien kann natürlich darüber hinaus auch dazu führen, dass durch das Uhrzeit-abhängig einfallende Sonnenlicht die Temperatur von Chemikalien, Lösungsmitteln, Proben, Geräte(teilen) usw. erhöht wird...
  • Einmal im Monat wird das Notstromaggregat im Gebäude getestet - stärkeres Rauschen kann die Folge sein.
  • Der neue Spülautomat ist die Ursache für eine stärkere elektromagnetische Strahlung, auf diese kann Ihr Detektor mit Geisterpeaks/Rauschen reagieren. Je nach Betrieb erscheinen die Probleme periodisch, nicht-periodisch oder eben nur abends.
  • Waagen sind ein Kapitel für sich und nicht Gegenstand von HPLC-Tipps - aber wenn schon die Rede von elektromagnetischer Strahlung die Rede ist: Es wurde berichtet, dass der interne Waagentest nicht funktioniert hat, weil just in dieser Zeit in Indonesien ein Erdbeben stattgefunden hat. Merke: Trotz Abschirmung kann manche Waage auf elektromagnetische Störungen empfindlich reagieren.

© by Stavros Kromidas
www.kromidas.de

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