Laborautomation

Melanie Steinbeck,

Kuka Roboter arbeitet als Laborassistent bei Anton Paar

Es sind Aufgaben, die in vielen Laboren kaum Beachtung finden und doch entscheidend für den Ablauf sind: Proben einordnen, Messgeräte bestücken, Behälter entsorgen. Bei der Anton Paar GmbH übernimmt diese Tätigkeiten inzwischen ein Roboter: der 'KR AGILUS' von Kuka. Eingesetzt im Rheometer 'HTR 7000' arbeitet er rund um die Uhr an der Qualitätsprüfung, etwa im Lebensmittelbereich.

© KUKA

Der kompakte 6-Achs-Kleinroboter sortiert Behälter mit festen, pastösen oder flüssig dosierbaren Proben, platziert Messgeräte und räumt nach den Versuchen wieder auf. Mit sechs Kilogramm Gewicht und einer Reichweite von 726 Millimetern ist er auf enge Laborumgebungen ausgelegt.

14 Arbeitsschritte entfallen durch den 6-Achs-Kleinroboter

In der automatisierten Testumgebung des HTR 7000 entfallen insgesamt 14 Arbeitsschritte, die zuvor manuell durchgeführt werden mussten. Für die Laboranten bedeutet das vor allem eines: weniger Wartezeit. Sie können sich stärker auf Setup und Auswertung konzentrieren.

Auch Kunden der Anton Paar GmbH, die die Maschine bereits im Einsatz haben, berichten, dass sie durch den Einsatz die Effizienz steigern konnten:  „Routineaufgaben laufen nun rund um die Uhr zuverlässig und reproduzierbar ab. Unsere Mitarbeitenden gewinnen dadurch wertvolle Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten wie die Analyse und Interpretation der Messergebnisse. Gleichzeitig verbessern wir die Qualität und die standortübergreifende Vergleichbarkeit der Tests“, meldet ein Kunde zurück.

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© Sandra Hirsch/KUKA

Der Roboter übernimmt dabei nicht nur das Handling der Proben, sondern auch die Reinigung des Messgeräts, die Protokollierung sowie die Entsorgung nach Abschluss der Tests.

Für Kuka ist der Einsatz des Roboters ein Beispiel für spezialisierte Laborautomation. „Die ESD-Zertifizierung, der kleine Footprint und die genaue, agile Arbeitsweise haben den Kunden vom KR AGILUS überzeugt“, sagt Janez Brezovnik, Account Manager bei Kuka.

Auch Anton Paar sieht in der Zusammenarbeit einen strukturellen Vorteil. Harald Köppel, Head of Automation & Robotics bei der Anton Paar GmbH, beschreibt die Anforderungen so: „Gerade im Labor, wo Platz begrenzt ist und Prozesse präzise ablaufen müssen, ist die Kombination aus hoher Wiederholgenauigkeit, kompakter Bauweise und Flexibilität entscheidend. Zudem ermöglicht uns die Lösung eine stabile und durchgängige Automatisierung unserer Probenabläufe.“

Im laufenden Betrieb können im Rheometer 'HTR 7000' bis zu 60 Proben pro Tag verarbeitet werden. Eine Hygienic-Machine-Ausführung sei nicht notwendig gewesen, könnte aber bei Bedarf eingesetzt werden.

Robotik und Software sollen sich in bestehende Laborumgebungen einfügen

Die Automatisierung bleibt dabei nicht auf einzelne Anwendungen beschränkt. Rund zehn dieser Systeme sind bereits weltweit im Einsatz – etwa in der Kosmetikindustrie oder bei Brauereien. Und der Blick geht weiter. „Im Bereich Food and Beverage gibt es noch einige Automatisierungsmöglichkeiten“, sagt Ralf Schneider, Kuka Business Development Manager GI.

Anton Paar plant daher weitere Anwendungen, insbesondere in der Getränkeindustrie. Köppel formuliert es als langfristige Entwicklung: „Wir sehen im Bereich der Laborautomatisierung noch großes Potenzial und arbeiten bereits an weiteren Konzepten, insbesondere im Food- und Beverage-Bereich. Die Zusammenarbeit mit Kuka bietet uns hier eine starke Basis, um zukünftige Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln.“

Für Kuka ist die Rolle als Technologiepartner dabei ebenso wichtig wie die Hardware selbst. Robotik und Software sollen so zusammenspielen, dass sich die Systeme in bestehende Laborumgebungen einfügen lassen. Entscheidend sei neben Präzision und Zuverlässigkeit auch die Integration in bestehende Prozesse. „Bei der Wahl des Automatisierungspartners war für uns entscheidend, dass der Partner technologisch führend ist und unsere spezifischen Anforderungen im Laborumfeld versteht. Neben Präzision und Zuverlässigkeit spielte auch die einfache Integration in unsere bestehenden Systeme sowie die Benutzerfreundlichkeit eine zentrale Rolle“, so Köppel.

Auch der Betrieb über verschiedene Standorte hinweg spielt eine Rolle. Gefordert ist ein Anbieter, der global verfügbar ist und einen 24/7-Service gewährleisten kann. Denn die Systeme, die hier entstehen, sind nicht als Insellösungen gedacht, sondern als Teil einer standardisierten, durchgängigen Laborautomatisierung.

Quelle: Anton Paar

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