Strategische Betrachtung zu Anforderungen

Übergreifende Plattform für Forschung und Organisation

In vielen Laboren und Forschungsverbünden existieren heute zahlreiche spezialisierte Einzellösungen mit hoher funktionaler Tiefe nebeneinander: Probenverwaltungssysteme, Studiendatenbanken, elektronische Laborbücher oder Werkzeuge zur Qualitätssicherung. Diese Vielfalt erleichtert zwar die Arbeit in einzelnen Bereichen, kann jedoch den Gesamtüberblick und eine effiziente Zusammenarbeit erschweren.
© Illustrissima/stock.adobe.com

Ein alternativer Ansatz ist der Einsatz einer übergreifenden Lösung – einer Plattform, die verschiedene Aufgabenfelder in einer gemeinsamen Umgebung zusammenführt. Entscheidend ist dabei nicht allein die funktionale Tiefe einzelner Module, sondern die funktionale Breite der Plattform: Sie integriert unterschiedliche Arbeitsfelder und unterstützt Prozesse.

Flexibel trotz einheitlicher Struktur

Ein übergreifende Plattform muss es ermöglichen, Datenformate flexibel an projektspezifische Anforderungen anzupassen – unabhängig davon, ob es sich um Falldaten (z. B. Patienteninformationen), Bioproben, Studieninformationen oder Forschungsdokumente handelt. Sie sollte universell als Biobank-System, Studienverwaltung oder Dokumentationswerkzeug einsetzbar sein.

Dokumentation und Organisation

Neben der Datenerfassung sollte die Teamarbeit unterstützt werden, und zwar über gemeinsame Dashboards, To-do-Listen und zentrale Informationsbereiche, die Transparenz schaffen und die Aufgabenverteilung erleichtern. Darüber hinaus muss die Plattform organisatorische Aspekte wie Lieferanten, Geräte oder Verbrauchsmaterialien systematisch abbilden, so dass wissenschaftliche Daten und Infrastruktur in einem einzigen System verwaltet werden können.

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Qualitätssicherung und Compliance

Im regulierten Umfeld ist die vollständige Einbindung gesetzlicher Vorgaben unabdingbar. Eine übergreifende Plattform muss daher Audit-Trails, elektronische Signaturen sowie eine rollenbasierte Rechteverwaltung standardmäßig integrieren und Anforderungen wie DSGVO, EU GMP Annex 11 oder FDA 21 CFR Part 11 erfüllen.

Reporting und Auswertungen

Ein zentrales Element ist das Reporting. Die Plattform sollte sowohl standardisierte Reports (z. B. Probenlisten, Projektübersichten) als auch individuelle Auswertungen ermöglichen, die an die spezifischen Fragestellungen einzelner Labore angepasst sind. Dazu gehören direkt aus dem System erzeugte Formblätter wie das Formblatt Z, verpflichtend für Labore, die mit gentechnisch verändertem Material arbeiten. Dies reduziert den manuellen Aufwand erheblich und erhöht zugleich die Rechtssicherheit.

Kollaborationen ermöglichen

Eine Plattform darf keine Insellösung sein: Sie muss den gezielten Austausch von Daten mit anderen Laboren, Forschungsgruppen oder externen Partnern ermöglichen. Nur so kann sie als Werkzeug für den Aufbau größerer, thematisch fokussierter Netzwerke dienen und die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg fördern.

Fazit

Fünf Aspekte, die eine Laborplattform erfüllen sollte. © MEDEORA

Eine Software sollte Stärken spezialisierter Fachlösungen in einer übergeordneten Plattform bündeln. Auf diese Weise lassen sich organisatorischer und dokumentarischer Aufwand nachhaltig verringern. Für interdisziplinär arbeitende Einrichtungen eröffnet sich damit ein Weg, Forschung und Verwaltung effizient, kollaborativ und rechtskonform digital zu gestalten.

AUTOR

Dr. Norbert Schmeißer
MEDEORA GmbH, Köln
Tel: 0221/170 67 114
[email protected]
www.medeora.de

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