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Interview

Barbara Schick,

"Lab ready" als bauliches Konzept

Bei der Aventin Real Estate GmbH werden Immobilienprojekte für zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten entwickelt und realisiert. Darüber hinaus investiert das Unternehmen in Bestandsobjekte mit Wertschöpfungspotenzial. Seit einigen Jahren ist auch die Planung und Realisierung von Laborgebäuden hinzugekommen: Zwei Projekte sind Life Science Center, wo Räumlichkeiten speziell für Life-Science- und Biotechunternehmen geschaffen wurden: in Gräfelfing und in Martinsried. Volker Dittmeier von der Aventin Real Estate GmbH stand LABO hierzu für ein Interview zur Verfügung.

Volker Dittmeier, Geschäftsführer der Aventin Real Estate GmbH. © Lara Freiburger

LABO: Herr Dittmeier, in Martinsried wird ein Forschungs- und Entwicklungsgebäude mit Labor- und Büroflächen errichtet, die gemietet werden können. Welche Arten von Unternehmen könnten die Räumlichkeiten beziehen? Und gibt es hier Einschränkungen oder Vorgaben?

Volker Dittmeier: Unsere neu entstehenden Labor- und Büroflächen im Life Science Center (LSC) Martinsried richten sich primär an Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie und Life Sciences, sowie angrenzenden Forschungs- und Entwicklungsfeldern. Es handelt sich dabei um unser zweites, neu errichtetes Life Science Center. Das erste ist im Sommer des vergangenen Jahres in Gräfelfing an die Mieter übergeben worden. Die Infrastruktur und Ausstattung der Räumlichkeiten sind speziell auf die Anforderungen dieser Branchen zugeschnitten. Standardmäßig bieten die LSC die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Versorgung mit inerten und Sondergasen, VE-Wasser sowie sonstigen üblichen Laborverbrauchsmedien.

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Die Life Science Center bieten ein Höchstmaß an Ausfallsicherheit durch Anlagen-, Carrier- und Versorgungsredundanz, Netzersatzanlagen etc. sowie durch ein auf Laborimmobilien spezialisiertes professionelles Facility Management.

Grundsätzlich steht pro Etage jeweils eine abgeschlossene Mieteinheit zur Verfügung, sodass eine klare räumliche Trennung zwischen den Mietern gewährleistet ist.

Bei der Vergabe der Flächen liegt unser Fokus darauf, Unternehmen mit einer soliden wirtschaftlichen Basis und einem klaren langfristigen Entwicklungsperspektive zu gewinnen. Unser Ziel ist es, ein stabiles und professionelles Umfeld zu schaffen, in dem sich insbesondere etablierte Unternehmen langfristig wohlfühlen und erfolgreich arbeiten können.

Das Life Science Center in Gräfelfing. © Lara Freiburger

Für welche Sicherheitsstufen sind die Labore ausgelegt?

Die Labore in den Life Science Centern sind standardmäßig für die biologischen Sicherheitsstufen S1 und S2 gemäß den Vorgaben der Biostoffverordnung (BioStoffV) ausgelegt. Die bauliche und technische Infrastruktur – einschließlich raumlufttechnischer Anlagen, Medienversorgung, Oberflächenmaterialien und Zutrittskontrollsystemen – erfüllt die Anforderungen für den sicheren Betrieb von S1- und S2-Laboren. Somit eignen sich die Flächen sowohl für Arbeiten mit nicht-pathogenen als auch mit gemäßigt pathogenen Mikroorganismen. So ist eine flexible Nutzung durch unterschiedlich spezialisierte Forschungseinrichtungen und Unternehmen möglich.

Was ist bereits in den Laboren vorhanden?
Zur Ausstattung zählen unter anderem eine zentrale Medienversorgung (z. B. VE-Wasser, Druckluft, Stickstoff), leistungsfähige raumlufttechnische Anlagen mit entsprechender Filterung, laborgerechte Boden- und Wandbeläge sowie vorbereitete Anschlüsse für individuelle Laboreinrichtungen. Die Flächen werden so konzipiert, dass Mieter ihre Labormöblierung und -geräte passgenau nach deren Anforderungen einbringen können. Unser bauliches Konzept als "Lab ready" ermöglicht den Nutzern eine schnelle Inbetriebnahme der Labore ohne aufwendigen Innenausbau der Flächen. Der Ausbau der Flächen erfolgt in enger Abstimmung mit den Nutzern und ihrer Raum- und Infrastrukturbedarfe.

Zusätzlich stehen Lager- und auch Laborflächen in den beiden Untergeschossen zur Verfügung.

Ist auch eine individuelle (räumliche) Auslegung der Büroflächen möglich?Selbstverständlich werden auch die hochwertigen Büroflächen individuell nach den Anforderungen und Arbeitsabläufen der jeweiligen Nutzer geplant und ausgestattet. Es sind sowohl klassische Einzel- und Teambüros als auch offene Arbeitsbereiche, Besprechungszonen und Rückzugsräume realisierbar. Die Integration von Kommunikations- und Begegnungszonen, um den Austausch innerhalb der Teams zu fördern, ist ebenfalls Teil des Flächenkonzepts.

Moderne Aufenthaltsbereiche mit Ausblick im Life Science Center in Gräfelfing. © Lara Freiburger

Ziel ist es, für jedes Unternehmen eine passgenaue und zukunftsfähige Arbeitsumgebung zu schaffen. Abgerundet werden die modernen Arbeitswelten mit den mietereigenen Terrassen und Außenbereichen.

Sind Serviceleistungen Teil des Mietverhältnisses? Welche Serviceleistungen seitens Aventin Real Estate gehören dazu und worum müssen sich die Mieter eigenverantwortlich kümmern?
Wir bieten für unsere Mieter ein umfassendes Servicepaket, das den reibungslosen Betrieb der Flächen unterstützt. Dazu zählen die Beauftragung eines professionellen und auf Laborimmobilien spezialisierten Facility Managements, Wartungsleistungen für die gebäudetechnischen Anlagen sowie ein durchdachtes Mülltrenn- und Entsorgungskonzept – lediglich laborspezifische Abfälle, wie z. B. autoklavierpflichtige Materialien, müssen von den Mietern selbst fachgerecht entsorgt werden.

Zudem stehen Aufstellflächen für einen gemeinschaftlich nutzbaren Stickstofftank sowie ein gesichertes Gasflaschenlager zur Verfügung.

Eine Frage noch zur Lagerkapazität. Labore brauchen ja auch Lagermöglichkeiten für Chemikalien, Materialien oder auch Proben. Oft mit besonderen Ansprüchen bzgl. möglicher Gefahrstoffe (wie z. B. Lösungsmittel)/kritische Abfälle (z. B. biogefährdend). Sind separate Lagerräume vorhanden und wie groß sind diese?

Im Gebäude stehen in den Untergeschossen ca. 1 000 m² Lagerfläche zur Verfügung. Die Lagerbereiche sind teilweise belichtet und können entsprechend den spezifischen Bedürfnissen konditioniert werden. Für die sichere Verwahrung von Gefahrstoffen bestehen Möglichkeiten zur Integration von Explosionsschutzsystemen.

In Ihrem Life Science Center in Gräfelfing sind ja alle Etagen mit Laborflächen bereits vermietet. Welche Arten von Unternehmen sind das bzw. für welche Tätigkeitsbereiche nutzen die Unternehmen die Labore?
Unser Life Science Center in Gräfelfing ist an drei etablierte Unternehmen aus der Biotechnologie vermietet und bereits seit Juli 2024 im Betrieb. Als ersten Mieter konnten wir die Crelux GmbH für den Standort gewinnen. Crelux ist ein führendes Unternehmen im Bereich der strukturbasierten Wirkstoffforschung. Es bietet Dienstleistungen für die Arzneimittelentwicklung an, insbesondere in den Bereichen Proteinproduktion, Strukturbiologie, Biophysik und Fragment-Screening.

Die nächste Vermietung gelang an die HP Health Solutions Germany GmbH – vormals GNA. HP Health Solutions entwickelt innovative Technologien im Bereich der molekularen Diagnostik, insbesondere zur Beschleunigung von PCR-basierten Tests. Das Unternehmen hat eine Technologie namens Pulse Controlled Amplification (PCA) entwickelt, die die Geschwindigkeit molekularer Tests erheblich steigert und tragbare, energieeffiziente Geräte für die patientennahe Diagnostik ermöglicht.

Für die repräsentativen Erdgeschossflächen mit einer Raumhöhe von ca. fünf Meter hat sich die Firma Bavarian Nordic entschieden. Bavarian Nordic ist im Bereich der Entwicklung innovativer Impfstoffe tätig. Ein besonderes Beispiel ist der Impfstoff Jynneos (auch bekannt als Imvanex/Imvamune), der weltweit erste und bisher einzige zugelassene Impfstoff gegen Affenpocken. Die Entwicklung dieses Impfstoffes hat international große Aufmerksamkeit erlangt.

Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Dr. Barbara Schick.

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