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Artikel und Hintergründe zum Thema

Forschungsinfrastruktur für Gesundheitsforschung und Pandemieprävention

Barbara Schick,

Sicherheitslabor erweitert

Am 11. März 2024 wurde im Rahmen des EU-geförderten Projekts „PerForM-REACT“ zur Pandemievorsorge die Erweiterung des Sicherheitslabors in Augsburg eröffnet, wo mit moderner Hightech-Infrastruktur geforscht werden kann. Hier arbeiten das Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (kurz: Helmholtz Munich) und das Universitätsklinikum Augsburg zusammen auch im Hinblick auf eine effektive Pandemieprävention. Das Projekt ist Teil der europäischen COVID-19-Hilfe „REACT-EU“ und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Blick ins BSL2-Labor in Augsburg. © Ulrich Wirth/ UK Augsburg

Das EU-Projekt“ PerForM-REACT“ widmet sich der sog. „Pandemic Preparedness“, der effektiven Vorsorge vor Pandemien: Ziel ist es, durch vorhandene Forschungsinfrastrukturen und interdisziplinärere Zusammenarbeit bestmöglich vorbereitet zu sein, wenn eine neue Pandemie droht. Innerhalb von rund zwei Jahren konnte von den Projektpartnern Helmholtz Munich, Universitätsklinikum Augsburg und Technische Universität München im Rahmen eines Bayerischen Netzwerks, lokalisiert an den Standorten Neuherberg, Augsburg, Garching und München eine sehr moderne Infrastruktur etabliert werden. Mit dieser Forschungsinfrastruktur sind die Wissenschaftseinrichtungen noch näher zusammengerückt, um sich der Bekämpfung und Vorbeugung von Pandemien zu widmen. Vor einem Jahr wurde am Helmholtz Munich Campus in Neuherberg bereits auch ein Sicherheitslabor der biologischen Schutzstufe 3 (BSL3) eröffnet.
Dr. Michael Frieser, administrativer Geschäftsführer von Helmholtz Munich, erklärt: „Die Unterstützung der Europäischen Union hat es ermöglicht, unsere Labore nach dem allerneuesten Stand der Technik zu gestalten. Damit können unsere herausragenden Forscherinnen und Forscher aktiv zur Verhinderung zukünftiger Pandemien beitragen.“

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Atemwegsinfekte und Umweltinteraktionen im Fokus
In Augsburg haben bereits erste Forschungsarbeiten begonnen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt hier im Bereich Allergien und translationale Forschung zur Wechselwirkung zwischen Menschen und Umwelt. Die Forschenden untersuchen die Verbindung zwischen Umwelteinflüssen, insbesondere Aerosolen, und Krankheiten sowie die Identifizierung von COVID-19-Biomarkern zur Früherkennung von Krankheitsverläufen. Insbesondere die Messung und Quantifizierung von Viruspartikeln in Aerosolen in Patientenzimmern und öffentlichen Räumen soll die Entwicklung hochsensibler Frühwarnsysteme für Pandemien ermöglichen.

"Nicht nur mit diesen neuen Geräten und Laborkapazitäten, sondern auch mit den gefestigten Kooperationen und den Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit sind wir besser gewappnet für die nächste Pandemie. Aber wir möchten eigentlich noch viel mehr. Wir möchten die Erreger finden und erkennen, bevor sie sich verbreiten. Wir möchten Zusammenhänge der Verbreitung durch Aerosole so gut kennen, dass wir sie gezielt erkennen und unschädlich machen können, bevor sie Schaden anrichten. Wir möchten immunologische Zusammenhänge und auch die Bedeutung von Umweltfaktoren so gut kennen, dass wir unsere Gesundheit so stärken können, dass Erreger es schwerer haben mit uns. In diesem Sinne ist dieses Projekt ein Projekt, das uns aktiv voranbringt, eine gute Investition in unser aller Zukunft und Gesundheit," erklärt Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin am Helmholtz Munich Institut für Umweltmedizin (IEM) und Professorin für Umweltmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

Auf dem Campus von Helmholtz Munich in Neuherberg bei München wenden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ebenfalls bereits hochmoderne mikroskopische, molekulare und strukturbiologische Nachweismethoden an, um die Folgen von Atemwegsinfekten für die Lunge und andere Organe zu untersuchen und neue Arzneimittel zu entwickeln, um Organschäden zu verhindern. In Kollaboration mit dem Universitätsklinikum Augsburg steht Forschung zur Luftübertragung von Viren, die Atemwegsinfekte auslösen, im Fokus.

Im Hinblick auf die erweiterten, modernen Sicherheitslabore sagt Prof. Dr. Andreas Rathgeber, Vizepräsident für Bildungserfolg, Lehre und Studium, der Universität Augsburg: "Mit dieser Ausstattung ergeben sich langfristig viele spannende Kooperationsmöglichkeiten zwischen unseren Institutionen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden hier interdisziplinär zu Fragestellungen forschen, die einen großen Teil der Weltbevölkerung betreffen: Exposition, Luftverschmutzung, Klimawandel, Infektionskrankheiten oder Krebs. Diese Probleme kann und soll niemand allein lösen und die heute eröffneten Labore werden ein Ort gelebter Interdisziplinarität, um Lösungen für diese großen Fragen zu finden."

Quelle: Helmholtz Zentrum München

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