Das Porträt

Das Porträt

9 Fragen an Dr. Jochen Knecht, BÜCHI Labortechnik GmbH

Was reizt Sie an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Schon während meiner Studienzeit faszinierten mich die vielen verschiedenen Facetten der Analytischen Chemie. Diese Vielfalt setzt sich in dem Umfeld, in dem wir als Hersteller von Laborgerätetätigen tätig sind fort: eine breite Mischung aus Pharma-, Chemie-, Lebens-, Futtermittel- und Umweltthemen. Ständig stehen wir vor neuen Herausforderungen, entwickeln neue Technologien und Applikationen, oder verbessern bestehende Systeme. Es ist uns immer wieder ein Anliegen, individuell auf Anwender und komplexe Fragestellungen einzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Welche Ziele haben Sie sich für die nächste Zeit und die weitere Zukunft gesetzt?
Gemeinsam mit unserem Stammhaus in der Schweiz wollen wir den Markt und unser Unternehmen in Deutschland qualitativ und quantitativ weiter entwickeln. Dazu gehört, dass wir auf die sich stets wandelnden Marktbedürfnisse flexibel reagieren und kundenorientierte Mehrwert-Konzepte ausbauen.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Wir sind stets bemüht, die Interessen unserer heimischen Kunden im Konzern eines zunehmend internationalen Firmenverbunds – mit Schwesterfirmen in zehn bedeutenden Märkten – angemessen zur Geltung zu bringen.

In Deutschland stehen wir immer wieder vor der Aufgabe, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Nach dem sich im letzten Jahr der Arbeitsmarkt stark gewandelt hat und Fachkräfte sehr gefragt sind, ist es schwieriger geworden, Positionen neu zu besetzten. Wir versuchen daher, die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter durch Gestaltung von positiven Anreizen sicher zu stellen und sie somit langfristig zu binden.

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Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Das A und O in unserer Branche ist eine gute Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine gute integrierte Kommunikation über verschiedene Kanäle (Telefon, Fax, E-Mail, Internet etc.) positiv bei unseren Kunden ankommt. Neben der externen Kommunikation hat der interne Informationsfluss in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Wichtig ist es, professionell und erfolgreich Dinge auszutauschen und auf den Punkt zu bringen.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Mit einiger Verzögerung hat auch die Binnenkonjunktur zugelegt (der Exportboom, den die Branche in der jüngsten Vergangenheit erlebt hat, kommt der deutschen BÜCHI-Tochter nur begrenzt zugute). Öffentliche Investitionen steigen, die gesetzliche und regulatorische Dichte nimmt zu (EU). Dank eines sehr breiten Produktsortiments und Kundenspektrums ist BÜCHI auf diese Entwicklung gut vorbereitet.

Wie wird sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln?
Wir befinden uns auf einem hohen Niveau, das wir nur mit ständigen Innovationen und vorausschauenden Investitionen werden behaupten können. Hier ist natürlich auch die Politik gefragt. Insofern ist die Zukunft durchaus problematisch, da mit zunehmender Polarisierung und vermehrt mit populistischen Ansätzen zu rechnen ist.

Angesichts der Entstehung von Elite-Universitäten erwarten wir im Bereich der Forschung und Entwicklung konkrete Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung und den Einsatz von analytischen Systemen.

Wo sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Wenn wir uns in Deutschland daran gewöhnen, uns wegen des kurzfristigen Vorteils mit schlechter Qualität zufrieden zu geben, verlieren wir das wesentliche Differenzierungskriterium im weltweiten Markt (The bitterness of poor quality will long remain, when the sweetness of low price has been forgotten).

Ein wichtiges Merkmal unserer Unternehmenspolitik ist die Kombination bewährter Geräte mit innovativen Systemen. Mit dem Rotationsverdampfer zum Beispiel unterstützten wir seit 50 Jahren Anwender im Laboralltag. Der Multivapor P-12 ist erst seit einem Jahr auf dem Markt und bietet eine ideale Erweiterungsmöglichkeit für den Rotavapor.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Für BÜCHI weltweit in den nächsten Jahren sicherlich in Ländern wie Indien, China oder Thailand. In Deutschland sehen wir einen Investitionsstau im Bereich der Bildung und Ausbildung und einen nachhaltig steigenden Bedarf im Bereich der Qualitätssicherung, und zwar von Lebensmitteln bis hin zur PAT in der Pharmazie.

Gibt es noch etwas, das Sie unseren Lesern mitgeben möchten?
Die BÜCHI Labortechnik GmbH wurde 1978 als erste Auslandstochter des Unternehmens gegründet und hat sich ihren festen Platz im deutschen Markt erobert. Wir freuen uns über das Vertrauen und die Loyalität, die uns unsere Kunden in dieser Zeit entgegengebracht haben. Wir möchten uns bei allen Kunden und Partnern für fast 30 Jahre gute Zusammenarbeit bedanken.

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