Das Porträt

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9 Fragen an Dr. Hartmut Kainer, Dr. Michael Neuenburg und Dr. Harald Zender, Geschäftsführung TGI
Von links: Dr. Harald Zender, Dr Hartmut Kainer und Dr. Michael Neuenburg.

Was reizt Sie an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Dr. Hartmut Kainer: Wir können sehr viel in Thüringen bewegen. Wir haben mit den Technischen Glaswerken Ilmenau GmbH eine Firma mit viel Know-how bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sind in der Lage, weltweit tätig zu sein. Gepaart mit den Produkten ist TGI heute schon eine Perle der Glasindustrie und wir wollen uns noch weiterentwickeln.

Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Dr. Michael Neuenburg: Wir möchten unsere Produktvielfalt vergrößern und die Ertragskraft des Unternehmens weiter stärken. In Zahlen ausgedrückt wollen wir mittelfristig eine Umsatzgröße von 30 Millionen Euro erreichen.

Wo liegt die besondere Herausforderung für Sie?
Dr. Harald Zender: Ich bin sehr optimistisch, dass wir trotz der Krise unsere Ziele erreichen werden. Wir versuchen, unser Know-how bei neuen Kunden und in neue Märkte einzubringen. Wenngleich das Unternehmen noch sehr traditionell behaftet ist, werden die innerbetrieblichen Prozesse stetig verbessert. Noch mehr Qualität bei noch besserer Effizienz ist unser Ziel. Dabei müssen alle Beteiligten lernen und neue Erfahrungen machen.

Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Dr. Michael Neuenburg: Unsere Stärken sind die Produktvielfalt, die flexiblen Fertigungsmöglichkeiten und die kreativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Schwäche ist der hohe Energieanteil an den Kosten. Das birgt Kostenrisiken, die wir minimieren müssen.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Dr. Hartmut Kainer: Wir müssen die wirtschaftliche Lage ernst nehmen. Dennoch finde ich, dass gerade bei den Verantwortlichen zu viel und zu negativ darüber geredet wird. Motivation durch Schüren von Ängsten ist kein Erfolgsfaktor. Mein Plädoyer: Kühlen Kopf bewahren und mit offenen Augen nach neuen Chancen und Möglichkeiten suchen und nicht zu sehr in der Vergangenheit verhaftet sein. Denn es gibt auch positive Zeichen. Wir nehmen wahr, dass im Weltmarkt deutsche Produkte besonders gefragt sind.

Was sind die größten Risiken/ Risikofaktoren?
Dr. Michael Neuenburg: In einigen Bereichen versiegt der spontane Bedarf der Kundschaft. In den Massenmärkten spüren wir eine verhaltene Nachfrage. In anderen Bereichen wiederum verzeichnen wir kaum Veränderungen im Bedarf an unseren Produkten.

Wachstumsimpulse durch Globalisierung?
Dr. Harald Zender: Ja, durchaus. Energietechnik und regenerative Energien sind zum Beispiel weltweite Themen. So werden gerade in diesen Bereichen unsere Produkte auch weltweit nachgefragt. Auch der Gesundheitsmarkt gewinnt an Bedeutung. Im Zuge der Globalisierung möchten die Menschen überall den gleichen Service haben. Auch diese Entwicklung führt zu einer verstärkten Nachfrage unserer Produkte.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Dr. Michael Neuenburg: Die Märkte sind jetzt schon präsent. Überall, wo es eine hohe Bevölkerungsdichte gibt, werden unsere Produkte nachgefragt, so zum Beispiel in China und in den Vereinigten Staaten, um nur einige Beispiele zu nennen. Unsere Produkte finden Interesse in anderen, wachsenden Technologien: Energie- und Umwelttechnik sowie Gesundheitstechnik. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Interesse an Individuallösungen gepaart mit guter Qualität.
Gibt es etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Dr. Hartmut Kainer: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch in schwierigen Zeiten Visionen benötigen. Nur wer sich Ziele setzt und eine kreative Wunschvorstellung für die Zukunft hat, kann diese erfolgreich gestalten. „Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen“. Das hat schon der Sozialpsychologe Erich Fromm gesagt und diese Botschaft gilt auch heute noch.

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