Das Porträt

Das Porträt

9 Fragen an Christiane Riefler-Karpa, Memmert GmbH + Co. KG

Was reizt Sie (besonders) an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Ich habe von meinen Eltern ein Unternehmen übernommen, das national wie international extrem gut aufgestellt ist. Der Reiz liegt für mich darin, auf dieser hervorragenden Basis mit neuen Ideen in Entwicklung, Marketing und Vertrieb weiteres, nachhaltiges Wachstum zu erzielen.
Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Wir haben im Führungskreis eine ganz klare Mission an unsere Kunden formuliert. Die Memmert-Welt ist die Welt der kontrollierten Atmosphäre. Wir verstehen uns als Vorbild bezüglich Verlässlichkeit, Qualität, Einsatzbereitschaft und Innovation. Sichtbares Zeichen dieser Philosophie ist unser neues Gütesiegel AtmoSAFE. Es symbolisiert unser Versprechen an unsere Kunden, für perfekte Atmosphäre in all unseren Schränken zu sorgen. Die absolut präzise Regelung aller Parameter wie beispielsweise Temperatur, Feuchte, CO2-Gehalt oder Druck garantiert 100%igen Kundennutzen.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Als Familienunternehmen mit 150 Mitarbeitern haben wir natürlich nur begrenzte Ressourcen. Die Herausforderung liegt für uns vor allem darin, in allen Technologiebereichen wie Elektronik, Klimatechnik oder Produktionstechnik, aber auch im Marketing und im Vertrieb, ständig am Ball zu bleiben und die Entwicklung auf die Bedürfnisse unserer Kunden abzustimmen.

Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Auf meine Person bezogen, liegt die Antwort für beides wohl in den Familien-Genen. Der Firmengründer, mein Großvater Willi Memmert, war ein ungemein visionärer, innovativer Mensch, der das Wirtschaftswunder in der Nachkriegszeit erfolgreich mitgestaltet hat. Auch, wenn ich mich mit ihm niemals auf eine Stufe stellen würde, so habe ich wohl einiges von seiner Fähigkeit zu vorausschauendem Denken und seiner Zielstrebigkeit geerbt, die allerdings manchmal auch in Dickköpfigkeit umschlagen kann.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir glücklicherweise nicht von einem Markt und wenigen Branchen abhängig. Die Lage ist natürlich schwierig, dennoch hege ich die Hoffnung, dass der Standort Deutschland am Ende gestärkt und bereinigt aus der Krise hervorgehen wird. Glücklicherweise haben wir hier, im Gegensatz zu vielen angelsächsischen Ländern, niemals unsere Wurzeln als Technologiestandort aufgegeben und uns alleine auf boomende Finanzmärkte und Dienstleistungsbranchen verlassen. Wenn der Abschwung gestoppt ist, wird Technologie aus Deutschland, speziell Anlagen und Maschinen, wieder nachgefragt werden.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Wie viele Unternehmen aus dem technischen Mittelstand sehen wir in dem Mangel an Facharbeitern und gut ausgebildeten Ingenieuren ein Riesenproblem auf uns, ebenso wie auf den gesamten Standort Deutschland, zukommen. Billigprodukte aus Asien sowie steigendes Kostenbewusstsein machen uns zwar zu schaffen, aber dennoch sind diese beiden Faktoren gleichzeitig eine Herausforderung an uns, in unseren Bemühungen um herausragende Qualität zu einem optimalen Preis nicht nachzulassen.

Aus welchen Technologiebereichen kommen die größten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft?
Ganz eindeutig aus den Bereichen Umwelt und Energieeffizienz. Hier komme ich nochmals auf unser Gütesiegel AtmoSAFE zurück. Dieses Siegel steht auch für unsere Anstrengungen, bei der Entwicklung klimaschonender Technologien für das Labor die Pace vorzugeben. Unsere Geräte auf Basis der Peltiertechnologie sind beispielhaft in ihrer Energieeffizienz, verbrauchen sie doch bis zu 90 % weniger Strom als herkömmliche Geräte mit Kompressorkühlung.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Unsere Märkte der Zukunft liegen wie für viele mittelständische Unternehmen in Deutschland in Osteuropa, speziell Russland, sowie in Asien. Im Export sind wir seit Jahrzehnten gut aufgestellt, denn schon 1955 unterhielt mein Großvater acht Jahre nach dem Bau seines ersten Wärmeschranks Beziehungen in 49 Länder – heute sind es 120.
Gibt es sonst noch etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Ich hoffe sehr, dass aus der derzeitigen Krise ein neues Bewusstsein für die Notwendigkeit langfristiger Strategien, statt kurzfristigen Shareholder Value-Denkens, entstehen wird. Familienunternehmen wie wir machen es seit vielen Jahrzehnten vor, dass Verantwortung für die Mitarbeiter und die Gesellschaft nicht im Widerspruch zu Unternehmenserfolg und Wachstum steht. Ganz im Gegenteil, sie ist notwendige Voraussetzung dafür.

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