Management

Chancen und Risiken der Wolke

Das "Cloud Computing" soll die Datenverarbeitung revolutionieren. Hintergründe und Tipps gibt es von der Becker von Buch Unternehmensberatung.

Apple setzt auf das virtuelle Betriebssystem "iCloud", Google auf "Chromebook", ein Notebook ganz ohne Festplatte. Gemeinsame Ziel der beiden IT-Giganten: Anwendungsprogramme und Dokumente konsequent von der Hardware entkoppeln. Statt auf Festplatte oder Speicherchip lagern Daten irgendwo auf einem ans Internet angeschlossenen Rechner, von wo sie bei Bedarf heruntergeladen werden. Wobei das "irgendwo" absolut wörtlich zu nehmen ist: Die Lokalisierung des jeweils zuständigen "Servers" innerhalb weltweit zehntausender ähnlicher Rechner ist so verschwommen, dass sich für das Gesamtgebilde der Begriff "Cloud" - Wolke - etabliert hat.

Die Verbindung von Hard- und Software allein durchs Internet macht durchaus Sinn: Laut EuroCloud Deutschland_eco, dem Verband der deutschen Cloud Computing-Industrie, bleiben durchschnittlich 80 % der IT-Kapazitäten in Unternehmen ungenutzt. Oder aber es müssten Ressourcen für viel Geld eingekauft werden, wenn in Stoßzeiten keine IT-Kapazitäten mehr vorhanden sind. Mit Cloud Computing lassen sich diese Differenzen ausgleichen. Unternehmen unterhalten keine aufwendig zu betreibenden eigenen Server mehr, sondern holen sich die notwendige Speicher- und Rechenleistung bei Bedarf aus dem Internet. "Cloud Computing ermöglicht kleinen und mittelständischen Betrieben den Anschluss an die Datenverarbeitungs-Power von Konzernen und Großunternehmen", meint Dr. Sebastian Dominic von Buch von der Unternehmensberatung Becker von Buch. "Das kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein."

Das sind für den Experten die wichtigsten Vorteile des Cloud Computing:

- Kostensenkung durch Wegfall teurer Hard- und Software (Server und Anwendungsprogramme) sowie bei der Administration.

- Updates bei Programmen erfolgen automatisch und kostenneutral.

- Keine aufwendigen Backups, keine Folgeschäden durch Hardware-Ausfall (redundante Speicherung).

- Theoretisch unbegrenzt skalierbare Speicher- und Rechenkapazitäten.

- Kurzfristige Anpassung der genutzten Kapazität an den tatsächlichen Bedarf.

- Weltweiter Zugriff auf Programme und Daten.

Von Buch nennt aber auch einige Nachteile:

- Eigene Daten können theoretisch vom Service-Provider und seinen Partnern gelesen und manipuliert werden.

- Da die gesamte Kommunikation über das Internet läuft, lassen sich Abhör- und Blockade-Attacken nicht ausschließen.

- Derzeit noch nicht hundertprozentig sichere und dabei hochperformante Datenverschlüsselung.

- Abhängigkeit der gesamten IT von einem Service-Provider.

- Unabdingbar ist eine unterbrechungsfrei laufende und schnelle Internetverbindung.

"Cloud Computing gehört zweifellos die Zukunft", meint von Buch, selbst unter Berücksichtigung der derzeitigen Nachteile. "Man muss ja nicht gleich mit großen Lösungen wie 'SAP on demand' oder mächtigen CRM-Systemen anfangen." Schon die Auslagerung von Datenbanken oder des Office-Pakets von Microsoft ("Office 365") mache Sinn. "Das entlastet die IT enorm", sagt von Buch. "Es muss sich schließlich niemand mehr um Backups und Aktualisierungen kümmern." Von Buch empfiehlt, sich schon jetzt auf kommende Entwicklungen einzustellen, Provider und Leistungspaletten zu prüfen und auszurechnen, welche finanziellen und organisatorischen Vorteile das Cloud Computing für das eigene Unternehmen bringt. Als Einstiegslektüre empfiehlt er den Leitfaden des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.), downloadbar unter http://www.bitkom.org/de/publikationen/38337_61111.aspx.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Schwächen im Job

Abbauen oder ignorieren?

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Doch wie gehen wir mit unseren Schwächen um? Sollen wir sie ignorieren und uns auf den Ausbau unserer Stärken konzentrieren? Das kommt darauf an – meint unser Autor.

mehr...
Anzeige

Schnellster Feuchtebestimmer am Markt für Feuchte-/Feststoffgehalt

Der Feuchtebestimmer SMART 6 analysiert den Feuchtegehalt jeder Probe in nur 2 min. Ob nass oder trocken, Feststoff, Pulver oder Suspension – egal! Alle Probenarten werden dank der Kombination Mikrowelle/Halogen schnell und präzise bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Dank der Temperaturkontrolle sind die Messwerte vergleichbar zu den Standardmethoden.

mehr...
Anzeige

Führen 4.0

12 Thesen zum Führen in digitalen Zeiten

Digitalisierung hin oder her: Auch künftig werden Führungskräfte Menschen – und keine Maschinen und Algorithmen – führen. Das sollten sich Führungskräfte immer wieder ins Bewusstsein rufen. Dann gelingt ihnen auch das Führen im digitalen Zeitalter.

mehr...
Anzeige

Schnelle automatisierte Lösemittel Extraktion

Das EDGE Extraktionssystem ist ein sequentielles System für die schnelle automatisierte Lösemittel-Extraktion. Damit werden unterschiedliche Proben schnell in nur 5 min. extrahiert. Die Extraktionen im EDGE werden unter Druck und bei erhöhten Temperaturen durchgeführt, was zu einer starken Beschleunigung der Reaktionskinetik führt.

Zum Highlight der Woche...

Management

Change nervt! Oder?

Change, also Veränderung, nervt viele Menschen – weil sie sich nach Stabilität sehnen. Denn diese vermittelt ihnen das Gefühl von Sicherheit. In der von Veränderung geprägten VUCA-Welt können Unternehmen ihren Mitarbeitern die gewünschte Stabilität...

mehr...