Akkreditierung

Weg zur Entfristung geebnet

Der Deutsche Bundestag hat vor kurzem über eine Änderung des Gesetzes über die Akkreditierungsstelle (AkkStelleG) beschlossen. Zukünftig wird es der Akkreditierungsstelle erlaubt sein, für alle ihre individuell zurechenbaren Leistungen Vorschusszahlungen zu verlangen. Damit wird gesetzlich der Weg in die Entfristung der Akkreditierung geebnet, was der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) als zweckmäßig, aber nicht ausreichend bewertet. Gleichwohl sieht der Verband Ergebnisse seiner Aktivitäten.

VUP-Geschäftsführer Anton Blöth: "Mit unserem hartnäckigen Einsatz haben wir Bewegung und Klarheit zwar nicht im Gesetz, aber in der Sache erreicht." Seine Bewertung gründet er auf Informationen, wonach das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) als Reaktion auf ein Schreiben des VUP an die Abgeordneten mit konkreten Ankündigungen gegenüber dem Bundestag reagierte. Der VUP hatte wiederholt eine stärkere Kundenorientierung der DAkkS (Datenbank akkreditierter Stellen), die umgehende Vorlage einer neuen DAkkS-Gebührenordnung und die Bearbeitung des Themas "Begutachtungstiefe und -aufwand" angemahnt.

Die neue Kostenverordnung für die DAkkS soll den Verbänden in Kürze zur Anhörung vorgelegt werden. Der Abschluss ist im dritten Quartal 2017 geplant. Dabei zeichnen sich drei Kerninhalte der Gebührenordnung ab, die als Grundlage für ein neues DAkkS-Überwachungskonzept zum 1. Januar 2018 in Kraft treten soll:

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  • Abschaffung der Befristung von Akkreditierungen,
  • Überwiegend Abrechnung über Zeitgebühren,
  • Steigerung der Transparenz der Gebührensätze über ein deutlich detaillierteres Gebührenverzeichnis und konkrete Darlegung der Kalkulation der Gebührensätze in der Begründung.

Die vom VUP im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens konkret vorgetragene Forderung nach Einführung eines obligatorischen Kostenvoranschlags soll ebenso in der neuen Gebührenordnung aufgegriffen werden, allerdings nur „auf Anforderung“, wie der VUP aus Kreisen des Bundestages erfuhr.

Ferner scheint sich abzuzeichnen, dass die vom VUP geforderte Umsetzung des AKB-Beschlusses vom Juni 2016 zur Erarbeitung einer Strategie bezüglich Begutachtungstiefe und –umfang erst dann von der DAkkS und dem zuständigen Fachbeirat 7 („horizontale Fragen“) angegangen werden kann, sobald die Akkreditierungsstellen-Norm ISO/IEC 17011:2017 veröffentlicht ist.

Der VUP wird nun die Vorlage der neuen Gebührenordnung für die DAkkS abwarten, um zu bewerten, ob und wie die vorgetragenen Anliegen der Prüf- und Kalibrierlaboratorien dort ihren konkreten Niederschlag finden. 

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