Eppendorf Award an Tom Baden

Eigenschaften sensorischer Nervenzellen aufgedeckt

Für seine bahnbrechende Erforschung der Signalverarbeitung in der Netzhaut erhielt Tom Baden, University of Sussex, den mit 20000 Euro dotierten Eppendorf Award for Young European Investigators 2017.

Eppendorf Award Preisträger 2017: Dr. Tom Baden, University of Sussex, School of Life Sciences, Brighton, Großbritannien  

Bereits zum 22. Mal vergibt das Hamburger Life-Sciences-Unternehmen Eppendorf in diesem Jahr seinen Forschungspreis. Die unabhängige Jury erkor Dr. Tom Baden, Senior Lecturer in Neuroscience an der University of Sussex in Brighton (Großbritannien), zum Gewinner des Eppendorf Award for Young European Investigators 2017.

Die Preisverleihung fand gestern im EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg statt. In ihrer Laudatio würdigte Jurymitglied Prof. Maria Leptin die Arbeit von Tom Baden.

Tom Baden, Jahrgang 1982, erhält die mit 20000 Euro dotierte Auszeichnung für seine bahnbrechende Erforschung der Signalverarbeitung in der Netzhaut. „Seine Ergebnisse haben unser Verständnis von Schaltungen und synaptischen Berechnungen in der Retina grundlegend verändert, indem er neuartige und spannende Eigenschaften von sensorischen Nervenzellen aufgedeckt hat“, so die Jury. „Diese Erkenntnisse sind von allgemeiner Bedeutung für unser Verständnis darüber, wie kleine neuronale Mikroschaltkreise innerhalb des Nervensystems komplexe Sensorikmuster in spezifische Darstellungen dissoziieren.“

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In seinem Vortrag ‘What the eye tells the brain, and how it got there’ erläuterte Tom Baden den optischen Ansatz, den er und seine Kollegen verfolgt hatten, um darzustellen, wie Lichtmuster, die im Auge auf Millionen von Lichtrezeptorzellen einwirken, letztendlich als vielschichtige und hochparallelisierte Repräsentation der Welt an das Gehirn weitergeleitet werden.

Tom Baden: „Der Preis erfüllt mich mit Demut und großer Freude, denn er honoriert die langjährige Teamzusammenarbeit und den besonderen Einsatz talentierter Kollegen, insbesondere Katrin Franke, Philipp Berens und Thomas Euler.“

Mit dem 1995 initiierten Eppendorf Young Investigator Award würdigt die Eppendorf AG herausragende Forschungsarbeiten auf dem biomedizinischen Sektor und fördert damit junge Wissenschaftler in Europa bis zum Alter von 35 Jahren. Der Eppendorf Award wird in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsmagazin Nature verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, bestehend aus Prof. Reinhard Jahn (Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen), Prof. Dieter Häussinger (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf), Prof. Maria Leptin (EMBO, Heidelberg), Prof. Martin J. Lohse (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, Berlin) und Prof. Laura Machesky (Cancer Research UK Beatson Institute, Glasgow, UK).

Weitere Informationen zu Bewerbungsmodalitäten, Auswahlkriterien und bisherigen Preisträgern unter www.eppendorf.com/award

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