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Einweihung in Frankfurt

Barbara Schick,

NMR-Spektrometer für die biomolekulare Forschung

An der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt wurde eines der weltweit größten Kernspinresonanz-Spektrometer am 30. Oktober 2023 durch den Präsidenten der Universität Prof. Dr. Enrico Schleiff eingeweiht. Mit dem Gerät, für das zudem ein eigener Gebäudeteil errichtet wurde, können Biomoleküle genau untersucht werden, etwa in der Impfstoff-, Krebs- und Alzheimerforschung.

„Wir sind froh und stolz, dass wir an der Goethe-Universität die Möglichkeit bekommen, mit einer solch einzigartigen Infrastruktur Spitzenforschung zu betreiben“, sagte Professor Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität. „Der enorm breite Anwendungsbereich der NMR-Spektrometrie ermöglicht es, molekulare Filme dynamischer Prozesse in Zellen zu erzeugen, welche für andere Techniken unsichtbar bleiben. Ganz besonders möchte ich Professor Harald Schwalbe und seinen Kolleg:innen sowie den internationalen Kooperationspartner:innen danken, die durch ihre einzigartige Forschung die Installierung dieser Anlage rechtfertigen. In den vergangenen beiden Jahren haben ihre Untersuchungen des SARS-CoV-2-Virus bereits das große Potenzial der NMR-Technologie – gerade auch in der Impfstoffentwicklung – eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Bei der Einweihung des NMR-Spektrometers in Frankfurt: Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, Hessischer Finanzminister Michael Boddenberg, Prof. Dr. Harald Schwalbe, Wissenschaftler an der Goethe-Universität Frankfurt, Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger, Staatssekretärin Ayse Asar des Hessischen Wissenschaftsministeriums, Thomas Platte, Direktor Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (von links). © Uwe Dettmar

Es sind winzige, flüchtige Änderungen der räumlichen Gestalt von Biomolekülen, die in der biomolekularen Forschung immer stärker ins Blickfeld rücken. Denn solche Änderungen bestimmen häufig, wie ein Protein in der Zelle funktioniert und wie es gesteuert wird. Mehr als ein Drittel der Proteine etwa in einer menschlichen Zelle sind derartige „intrinsisch ungeordnete Proteine“, die nicht einer fixen räumlichen Struktur vorliegen, sondern sehr flexible Bereiche enthalten. Fehler in diesen flexiblen Proteinbereichen können zu verschiedenen neurodegenerativen Leiden wie zum Beispiel Morbus Alzheimer führen und Krebs- sowie Herzkreiserkrankungen hervorrufen. Solch kleine Änderungen in Biomolekülen lassen sich mit dem neuen 1,2 Gigahertz-Kernspinresonanz (NMR)-Spektrometer untersuchen. Unter anderem mit Neuentwicklungen in der Supraleitung erzeugt das Gerät in einer kleinen Untersuchungskammer ein homogenes Magnetfeld, das 600.000mal so stark wie das Erdmagnetfeld ist.

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Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen, betonte: „Sicher ist in diesem Fall das von unseren Fachleuten erstellte Gebäude vor allem die Hülle für das hochspezialisierte Innenleben. Dieses Hightech-Gerät steht im Mittelpunkt. Gleichzeitig gilt: Eine solche Anlage erfordert eine ganz besondere bauliche Ummantelung. Da die Magnettechnik des Spektrometers höchst empfindlich auf Beeinflussung durch Metalle reagieren würde, verfügt die Gebäudehülle über eine Glasfaser-Bewehrung im Beton. Diese Abschirmung, die auch im Boden verbaut ist, schützt das Spezialgerät vor unerwünschten Einflüssen.“

Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

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