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QIAGEN: Diagnostika-Pipeline erweitert
QIAGEN hat den Abschluss dreier separater Vereinbarungen bekannt gegeben, mit denen das Unternehmen seine umfangreiche Entwicklungspipeline an diagnostischen Tests um mehrere Biomarker für Anwendungen in der personalisierten Medizin erweitert. Der Einsatz dieser Biomarker als therapiebegleitende Diagnostika kann bei der Ausrichtung spezifischer Therapien bei einzelnen Patienten helfen und damit zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse sowie einer effektiveren Nutzung von Gesundheitsressourcen beitragen.
Rheumatoide Arthritis
QIAGEN hat eine strategische Beteiligung an der Drug Response Dx GmbH erworben. Die Vereinbarung umfasst eine Option auf die weltweiten Rechte an Biomarkern zur Ausrichtung von Therapien mit TNF-Alpha-Blockern bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA).
Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Entzündungserkrankung, an der weltweit 70 Millionen Menschen leiden. Die Behandlung mit TNF-Alpha-Blockern ist nur bei 60...70 Prozent der RA-Patienten erfolgreich, und ein Therapieversagen ist erst nach etwa sechs Monaten feststellbar. Ein therapiebegleitendes Diagnostikum zur Bestimmung, welche RA-Patienten wahrscheinlich auf TNF-Alpha-Blocker ansprechen, könnte durch den gezielten und frühzeitigen Einsatz der effektivsten Medikamente die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessern und gleichzeitig dabei helfen, Kosten durch wirkungslose Therapien zu vermeiden. Da viele TNF-Alpha-Blocker und andere biologische Arzneimittel nur nach der vorherigen Testung auf latente TB verabreicht werden dürfen, wäre dieser Test auch in hohem Maße komplementär mit QIAGENs QuantiFERON-TB Gold Test, der als Goldstandard zur Erkennung von latenter Tuberkulose (TB) gilt.
Drug Response Dx mit Sitz in Hennigsdorf, Deutschland, wird in diesem Stadium von QIAGEN und dem High-Tech Gründerfonds GmbH - einem deutschen Fonds, der in Unternehmen in der Anfangsphase investiert und dem Gründerkreis der Drug Response Dx angehört - finanziert. Drug Response Dx hat eigene RA-Biomarker auf der Basis einer Technologie entwickelt, die von der Technologietransfer-Gesellschaft Max-Planck-Innovation lizenziert wurde.
Lungenkrebs
QIAGEN hat mit Insight Genetics Inc., einem Molekulardiagnostik-Unternehmen mit Sitz in Nashville, Tennessee, eine Vereinbarung über den Erwerb der weltweiten exklusiven Rechte für die Biomarker RET, ROS1 und DEPDC1 bei nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), der häufigsten Form von Lungenkrebs, abgeschlossen. Diese adressiert einen großen ungedeckten Bedarf bei der Diagnose und Behandlung von NSCLC. Es wird geschätzt, dass RET-, ROS1- oder DEPDC1-Mutationen in etwa einem von zehn NSCLC-Fällen auftreten. Bislang existieren jedoch keine von den Regulierungsbehörden zugelassenen Tests für den zuverlässigen und effizienten Nachweis dieser Biomarker. Zugleich haben Therapien, die auf RET und ROS1 abzielen, in klinischen Studien eine gute Wirksamkeit gezeigt. Begleitdiagnostika haben das Potenzial, Patienten zu identifizieren, die diese Mutationen aufweisen und von neuen, gezielten Krebstherapien profitieren könnten.
QIAGEN und Insight unterhalten bereits eine Lizenzierungs- und Entwicklungspartnerschaft für therapiebegleitende Diagnostika für das ALK-Gen, auf das mehrere Pharmaunternehmen bei der Entwicklung neuer Krebstherapien abzielen. Die Entwicklung des entsprechenden EM4-ALK-Tests zur Verwendung mit der QIAsymphony-Automationsplattform macht gute Fortschritte. ALK-Mutationen treten bei NSCLC und anderen Krebsarten auf. Mehrere sogenannte ALK-Hemmer befinden sich derzeit in klinischen Studien, ein entsprechendes Medikament wird bereits vermarktet.
Darmkrebs
QIAGEN Marseille (QIAGENs Tochtergesellschaft, die zuvor als Ipsogen firmierte) hat weltweite Exklusivrechte an einem Biomarker für Mutationen des HSP110-Gens von InsermTransfert, der Technologietransfer-Sparte von Inserm (Institut Nationale de la Santé et de la Recherche Médicale) mit Sitz in Paris, erworben. Der Biomarker erlaubt die Identifizierung bestimmter Arten von Darmkrebs. QIAGEN beabsichtigt, den Biomarker zu einem diagnostischen Test für die routinemäßige Anwendung bei der weitergehenden Untersuchung von Darmkrebs-Patienten zu entwickeln.
Die Diagnose von HSP110-Mutationen hat das Potenzial, Ärzte bei der Identifizierung von sogenannter Mikrosatelliteninstabilität (MSI) zu unterstützen. MSI tritt bei etwa 15 % aller Darmkrebs-Patienten auf. Diese Patienten sprechen einerseits besser auf eine Chemotherapie an, weisen aber andererseits in einem Drittel der Fälle das Lynch-Syndrom auf. Hierbei handelt es sich um eine erbliche Darmkrebsform, die mit einem höheren Risiko assoziiert ist, eine weitere Krebserkrankung zu entwickeln. Es wird erwartet, dass der Nachweis dieser Mutation bei der korrekten Bestimmung des MSI-Phänotyps bei Darmkrebs helfen kann. Der HSP110-Biomarker wird QIAGENs bestehende therascreen-Tests ergänzen, mit deren Hilfe genetische Mutationen der KRAS- und BRAF-Gene bei Darmkrebs-Patienten identifiziert werden können.
Über QIAGEN
QIAGEN N.V. ist eine niederländische Holdinggesellschaft und ein führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Diese Technologien dienen der Gewinnung wertvoller molekularer Informationen aus biologischem Material. Die Probentechnologien werden eingesetzt, um DNA, RNA und Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für die Analyse vorzubereiten. Testtechnologien werden eingesetzt, um solche isolierten Biomoleküle sichtbar und einer Auswertung zugänglich zu machen. QIAGEN vermarktet weltweit mehr als 500 Produkte. Diese umfassen sowohl Verbrauchsmaterialien als auch Automationssysteme, die das Unternehmen an vier Kundengruppen vertreibt: Molekulare Diagnostik (Gesundheitsfürsorge), Angewandte Testung (Forensik, Veterinärdiagnostik und Lebensmitteltestung), Pharma (pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen) sowie Akademische Forschung (Life Science Forschung). 2012 beschäftigte QIAGEN weltweit etwa 4000 Mitarbeiter an über 35 Standorten.











