Start-up Trianta

Neue T-Zell-Therapien im Fokus

Trianta Immunotherapies, eine neue Ausgründung aus dem Helmholtz Zentrum München, verfolgt immuntherapeutische Strategien, die sich gegen unterschiedliche Krebsformen und -stadien richten. Der Fokus liegt auf T-Zellen; dies sind weiße Blutkörperchen, die eine zentrale Rolle in der Immunabwehr spielen. "T-Zellen sind von Natur aus die besten Waffen gegen Krebs. Nur sie haben die Fähigkeit, die Krankheit zu heilen", erläutert Prof. Schendel, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin von Trianta. "Im Laufe der letzten 10 Jahre ist unser Verständnis immunologischer Mechanismen enorm gewachsen. Wir sind jetzt im Begriff, unsere Vision, T-Zellen zur Bekämpfung von Krebs zu nutzen, klinisch zu realisieren. Das zeigen auch die Durchbrüche, die Teams in aller Welt in jüngster Zeit auf diesem Gebiet erzielt haben."

Trianta hat ein Lizenzabkommen mit dem Helmholtz Zentrum München und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch (MDC) abgeschlossen. Damit erhält das Start-up weltweit exklusive Rechte an Patenten und Know-how bezüglich Technologien zur Entwicklung adoptiver T-Zell-Therapien und personalisierter Impfstoffe auf Basis dendritischer Zellen.

Beide Plattformen beruhen auf vielen Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Prof. Dolores Schendel und ihrem Team am Helmholtz Zentrum München, teils in Kooperation mit Prof. Thomas Blankenstein am MDC. Das am weitesten fortgeschrittene Programm von Trianta ermöglicht die Entwicklung personalisierter Impfstoffe auf Basis dendritischer Zellen. Diese induzieren die Reifung tumorspezifischer T-Zellen im Körper der Patienten und stimulieren sowohl die T-Zellen als auch natürliche Killerzellen, Krebszellen zu attackieren. Dieser Ansatz ist vor allem zur Behandlung minimaler residualer Krebserkrankungen geeignet. Ergebnisse von ersten Anwendungen im Rahmen von individuellen Therapie-Heilversuchen weisen darauf hin, dass diese Impfstoffe gut verträglich sind und die Immunabwehr wirksam aktivieren. Derzeit läuft eine akademische Phase-I-Studie zur Behandlung akuter myeloischer Leukämie (AML) am Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität München. Eine akademische Phase-II-Studie zur Behandlung von Prostatakrebs ist für 2014 an der Universitätsklinik Oslo geplant.

Eine zweite Plattform des Unternehmens erlaubt die Entwicklung adoptiver T-Zell-Therapien zur Behandlung fortgeschrittener Krebsstadien. Patienteneigene T-Zellen werden außerhalb des Körpers mit neuen Rezeptoren ausgerüstet, so dass sie Krebszellen erkennen und effektiv vernichten können. In nur 10 Tagen erhalten Patienten so eine ganze Armee spezifischer T-Zellen, die den Tumor direkt bekämpfen können - ungeachtet dessen, dass die Immunabwehr durch fortgeschrittene Tumore normalerweise stark eingeschränkt ist. Momentan baut Trianta eine umfassende Bibliothek an rekombinanten T-Zell-Rezeptoren auf, ebenso ein Verfahren zur Kombination dieser Rezeptoren mit patienteneigenen T-Zellen, gemäß regulatorischer Standards.

Das Team um Frau Prof. Schendel hat öffentliche Fördermittel zur Finanzierung früher Entwicklungsarbeiten gewonnen, u.a. einen m4 Award des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und eine Förderung im Rahmen des EXIST-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das jetzt gegründete Unternehmen hat gerade seine erste Finanzierungsrunde initiiert und evaluiert derzeit unterschiedliche Finanzierungsstrategien.

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