Rückstandsanalytik

In Lebensmitteln unerwünscht: Mineralölrückstände

MOSH und MOAH stehen für die chemische Gruppe der gesättigten Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl bzw. der aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe. Beide sind neben den ungesättigten Kohlenwasserstoffen die Hauptbestandteile von Mineralöl. Dieses oder einzelne Substanzen daraus wiederum sind eine häufige Zutat in Druckfarben, die im Zeitungsdruck oder auch auf Kartonagenaufdrucken häufig genutzt werden. Von dort aus gehen MOSH und MOAH-Verbindungen in die Recyclingmaterialien über. Zudem gelangen Mineralölfraktionen als Bestandteil z. B. von Schmierstoffen in der Lebensmittel- und Verpackungsherstellung oder auch über Abgase und Betriebsstoffe von Erntemaschinen in die Lebensmittel.

Nur sinnvoll bei trockenen Lebensmitteln: zusätzliche PET-Folien oder speziell beschichtete Innenbeutel, die eine mechanische Barriere bilden, sodass Mineralölsubstanzen nicht direkt auf das Produkt übergehen können. (Bild: Fotolia)

Aufgrund der weiträumigen Nutzung von Mineralöl und Bestandteilen daraus sind MOSH und MOAH weit verbreitet - auch in Lebensmitteln. In Lebensmitteln sind Rückstände davon in jedem Fall unerwünscht. Tierstudien zeigen mögliche schädliche gesundheitliche Auswirkungen. Einen Grenzwert für Lebensmittel gibt es bisher nicht, denn die Studienlage beim Menschen ist schlecht und auch im internationalen Maßstab nicht aussagekräftig. Deshalb muss der Übergang von Bestandteilen aus Mineralölen in Lebensmittel vorsorglich soweit wie möglich minimiert werden.

Nach Ansicht von Lebensmittelexperten des TÜV Süd können Unternehmen auf unterschiedliche Weise vorsorgend und im Sinne des Verbraucherschutzes reagieren:

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Recyclingpapier für Lebensmittelverpackungen
So kann die Verwendung von Recyclingpapieren für Lebensmittelverpackungen beschränkt werden, was in der jüngeren Vergangenheit teilweise schon geschehen ist. Es werden zunehmend Frischfasermaterialien verwendet, vor allem wenn es sich um Lebensmittel mit großer Oberfläche handelt – wie bei Reis, Semmelbrösel oder Müsli.

Klebstoffe für Lebensmittelkartons
Auch Klebstoffe für Lebensmittelkartons sind Träger dieser Substanzen und gehen direkt ins Lebensmittel über. Dagegen helfen zusätzliche PET-Folien oder speziell beschichtete Innenbeutel. Sie bilden eine mechanische Barriere, so dass Mineralölsubstanzen nicht direkt auf das Produkt übergehen können. Dieser Weg kann aber nur bei getrockneten Lebensmitteln eingeschlagen werden.

Mineralölfreie Druckfarben
Verpackungsindustrie, Lebensmittelwirtschaft und -handel haben zum Teil schon auf mineralölfreie Druckfarben umgestellt, was den Rückstandseintrag in die Nahrung reduzieren hilft. Der Erfolg der Reduktionsmaßnahmen hängt auch davon ab, dass weitere Hersteller von Druckerzeugnissen nun Pflanzenöl statt Mineralöl für ihre Produkte verwenden.

Rückstandsanalytik bei Herstellern
Zudem ist von Unternehmensseite eine hohe Aufmerksamkeit und viel spezielle Rückstandsanalytik notwendig, um die Reduktionsmaßnahmen zum Erfolg zu führen.
Das Problem von MOSH- und MOAH-Rückständen in Lebensmitteln ist komplex. Verbraucher selbst können kaum Einfluss nehmen. Ähnlich wie schon beim Thema Acrylamid, sind auch hier gemeinsame Anstrengungen der beteiligten Industriezweige (z.B. Druckfarbenindustrie, Zeitungsdruck, Papierherstellung, Verpackungsmittelherstellung, Lebensmittelabfüllung) notwendig, um den Eintrag von Mineralölrückständen in Lebensmitteln dauerhaft zu verringern.

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