Zukunft der NFDI
Wissenschaftsrat legt Evaluationsbericht vor
Wie geht es weiter mit der nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)? Der Wissenschaftsrat hat die Strukturen der NFDI evaluiert und Empfehlungen zur künftigen Förderung ab 2029 vorgelegt.
Was ist die NFDI und warum ist ihre Weiterentwicklung so wichtig?
Forschungsdaten sind ein wertvoller Schatz für die Wissenschaft. Sie ermöglichen neue Erkenntnisse, fördern Innovationen und stärken den Wissenschaftsstandort Deutschland. Doch noch immer sind viele dieser Daten weder auffindbar noch interoperabel nutzbar, was ihre Wieder- und Weiterverwertung erschwert.
Hier setzt die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) an: Sie will Forschungsdaten langfristig sichern, systematisch erschließen und verfügbar machen – als gemeinsames Gut für exzellente Forschung. Seit 2019 wird sie von Bund und Ländern mit bis zu 90 Millionen Euro jährlich gefördert – zunächst allerdings bis einschließlich 2028.
Doch wie geht es danach weiter?
Diese Frage war der Ausgangspunkt für eine umfassende Strukturevaluation: Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) beauftragte den Wissenschaftsrat (WR) im November 2022 damit, Aufbau, Struktur und Arbeitsweise der NFDI systematisch zu bewerten.
Unter dem Vorsitz von Professor Dr. Wolfgang Lehner erarbeitete eine WR-Arbeitsgruppe seit Anfang 2023 Empfehlungen zur künftigen Ausgestaltung. Der nun am 11. Juli 2025 veröffentlichte Evaluationsbericht bildet die Grundlage für die politischen Entscheidungen, die 2026 in der GWK getroffen werden sollen.
Impulse für die Zukunft: Empfehlungen des Wissenschaftsrats
Die NFDI begrüßt den Evaluationsbericht ausdrücklich und bedankt sich für die zahlreichen wertvollen Impulse. Besonders hervorgehoben wird die Empfehlung, das Netzwerk auch nach 2028 weiter zu fördern und weiterzuentwickeln.
Ein zentrales Thema des Berichts sind die sogenannten (Basis-)Dienste, also die grundlegenden Services, mit denen die NFDI neue Nutzungsmöglichkeiten von Forschungsdaten schaffen will. Ziel ist es, Forschende im Arbeitsalltag konkret zu unterstützen. Der Bericht greift dabei personelle, strukturelle und finanzielle Aspekte rund um das Forschungsdatenmanagement (FDM) auf und formuliert Empfehlungen, die den dauerhaften Betrieb dieser Dienste erleichtern sollen.
Wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz
Auch der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) trägt der Bericht Rechnung. Denn ohne hochwertige Daten, so die klare Botschaft, kann es keine wissenschaftlich belastbare KI geben.
„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt eigene Daten- und KI-Infrastrukturen zu stärken, denn Datenresilienz- und Souveränität gewinnen in unserem weltpolitischen Gefüge an Bedeutung für Deutschland", betont NFDI-Direktor York Sure-Vetter in diesem Zusammenhang. „NFDI freut sich, hier perspektivisch eine Schlüsselrolle einzunehmen.”
Strukturen auf dem Prüfstand: Empfehlungen zur Governance
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts betrifft die Governance-Strukturen der NFDI, also die Art und Weise, wie die Organisation gesteuert und weiterentwickelt wird. Ziel ist es, die bislang entstandene strukturelle Komplexität zu verringern und tragfähige Voraussetzungen für den langfristigen Betrieb der NFDI-Services zu schaffen.
Auch hier sieht Sure-Vetter Potenzial zur Weiterentwicklung: „Die aktuellen Strukturen von NFDI sind im Rahmen der Aufbau- und Konsolidierungsphase entstanden und haben sich hier bewährt. Wenn wir in der nächsten Phase unser gesamtes Potenzial ausschöpfen wollen, sind Anpassungen in der Governance notwendig.”
Der Blick nach vorn: Beteiligung und Transitionsphase
Der Bericht empfiehlt, die Weiterentwicklung der NFDI mit einer Transitionsphase einzuleiten – einer Übergangszeit, in der neue Strukturen vorbereitet und etabliert werden können. Die NFDI will allerdings nicht abwarten, sondern bereits jetzt beginnen, die vorgeschlagenen Impulse aufzugreifen und zu analysieren.
„Wir sind froh, dass uns Zeit eingeräumt wird, die Veränderungen umzusetzen und unser Netzwerk mitzudenken. Unsere Mitwirkenden in ganz Deutschland sind für den Erfolg von NFDI essenziell, weshalb wir sie unbedingt beteiligen wollen”, so Sure-Vetter.
Ausblick: Entscheidung der GWK im Jahr 2026
Mit dem vorgelegten Bericht liegt nun die Entscheidungsgrundlage für die weitere Förderung der NFDI ab dem Jahr 2029 vor. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz wird 2026 über die künftige Ausgestaltung beschließen.
Quelle: Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)










