Schnelle Lösemittelextraktion
Extraktionssystem
Das Extraktionssystem "EDGE" von CEM wurde entwickelt, um Proben schnell und automatisiert mittels Lösemittel zu extrahieren. Verschiedene Proben können in fünf Minuten extrahiert werden.
Die Extraktionen erfolgen unter Druck und bei bestimmten Temperaturen, was die Reaktionskinetik erheblich beschleunigt. Zusätzlich zur schnelleren Desorption der Analyten aus der flüssigen oder festen Matrix ermöglicht ein spezielles Verfahren das rasche Aufheizen und Abkühlen der Probe in Sekunden.
Bei der klassischen Extraktionsmethode Soxhlet-Extraktion wird typischerweise für viele Stunden, meist sogar bis zu 24 Stunden, eine Extraktion unter Rückfluss mit Lösemittelmengen von ungefähr 250 bis 500 ml durchgeführt. Das kann hohen Zeitaufwand und den Einsatz und die Entsorgung großer Lösemittelmengen in den Labors verursachen. Der daraus gewonnene Extrakt wird anschließend entweder gravimetrisch ausgewertet oder chromatographisch analysiert (GC, HPLC). Soxhletapparaturen brauchen viel Platz. Und hinsichtlich der Nachhaltigkeit gibt es zu bedenken, das hunderte Liter Trinkwasser für die Rückflusskühlung der Soxhletapparaturen eingesetzt werden. Zeit- und kostensparende sowie nachhaltige Analyseverfahren gewinnen in Forschung und Routineanalytik zunehmend an Bedeutung.
Wie funktioniert das System „EDGE“?
Die Extraktionszelle, der Q-Cup, enthält an der Unterseite eine leicht austauschbare poröse Q-Disk. Die Probe wird in den Q-Cup gefüllt, welcher dann in den Autosampler eingesetzt wird. Ein Greifarm transportiert den Q-Cup in die Probenkammer, wo er automatisch druckdicht verschlossen wird. Nach Zugabe des Lösemittels wird die Zelle schnell auf eine definierte Temperatur erhitzt und für einige Minuten unter Druck gehalten, um die Analyten dispersiv zu lösen. Der Lösemittel-Extrakt wird automatisch durch die Q-Disk gefiltert, abgekühlt und in ein Probenglas überführt. Die beschleunigte Lösemittel-Extraktion ist nach CEM-Angaben deutlich schneller als Soxhlet-, Ultraschall-, klassische ASE (Accelerated Solvent Extraction)- oder QuEChERS-Methoden und benötigt dabei weniger Lösemittel und Arbeitsaufwand.
Einsatzbereiche
Das kompakte EDGE-Gerät hat eine Stellfläche von der Größe eines DIN A3-Blatts und kann auch außerhalb eines Abzugs genutzt werden. Typische Anwendungen sind für Extraktionen in der Umweltanalytik: PCB, PAK, Dioxine und Furane, KW, EOX, PCP aus Boden, Klärschlamm, Flugasche, Altholz, Klärschlamm, im Bereich Bauschutt, Polymere/Chemie: verschiedene Kunststoffadditive (Weichmacher, PETS, Irganox, Irgafos u.a.) aus Kunststoffen, Öle/Fette aus Verpackungskunststoffen, Mineralöl-Weichmacher aus Elastomeren.
Quelle: CEM












