Fachbeitrag

VE-Wasser wirtschaftlich produzieren

Im Gespräch: Regenerierdienstleister und Kunde
Bild 1: Anbieter und Kunde im Gespräch: Guido Rothe, Dr. Steffen Orben – beide ORBEN Wasseraufbereitung – Dr. R. Weyandt, SGS Institut Fresenius (von links nach rechts).
Die wirtschaftliche Wasseraufbereitung bei Einhaltung der geforderten Qualität im analytischen Labor ist auch heute immer noch ein aktuelles Thema. Eine Vielzahl von Anbietern verspricht mit unterschiedlichen Technologien, insbesondere Ionenaustauscherpatronen oder Umkehrosmoseanlagen, die Erfüllung aller Wünsche des Nutzers im Labor. Aber wer hält, was er verspricht, und was ist wirklich entscheidend?

Die in Anschaffung und Unterhaltung aufwändige Technologie der Umkehrosmose ist aus wirtschaftlichen Gründen bei dieser Fragestellung meist schon „aus dem Rennen“. An dieser Stelle soll deshalb die Ionenaustauschertechnologie beleuchtet werden. Hier kommt es vor allem auf die Qualität von Regeneration, Dokumentation und Service an.

ORBEN Wasseraufbereitung gilt als Spezialunternehmen für die Serviceregeneration von Ionenaustauscherharzen. Die Vorteile dieses Unternehmens nutzt auch SGS Institut Fresenius in Taunusstein. Dr. Ralph G. Weyandt, Biologe, ist dort verantwortlich für den Bereich Bioanalytik/F&E. In einem Gespräch mit Guido Rothe, Vertriebsleiter von ORBEN Wasseraufbereitung, sowie dem Marketingverantwortlichen Dr. Steffen Orben, macht Dr. Weyandt klar, worauf es ihm in Sachen Wasseraufbereitung ankommt. Gleichzeitig erfährt er, wie ORBEN Wasseraufbereitung die hohe Qualität ihrer Dienstleistung sicherstellt.

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Dr. R. Weyandt: Für mich als Kunden zählt zunächst die Professionalität und Kompetenz des Partners. Die garantierte Einhaltung der geforderten Qualität ist absolut zwingend. Ich brauche darüber hinaus einen zuverlässigen Regenerationsservice, damit die Erledigung eines Laborauftrags nicht an so einem geringfügigen, wie notwendigen Detail wie der Versorgung mit VE-Wasser scheitert.
G. Rothe: Sie heben hier Punkte hervor, die weit mehr als die reine Produktqualität betreffen.
Dr. R. Weyandt: Eine dokumentierte Wasserqualität ist nur die eine Seite der Regeneration, die andere Seite ist die gute Logistik des Partners, seine Kompetenz im Vor-Ort-Service. Hier erkennt man Ihre Erfahrung im Umgang mit dem Produkt. Damit heben Sie sich von Wettbewerbern deutlich ab?!
Dr. S. Orben: Das ist richtig. Im Gegensatz zum Wettbewerb haben wir ganz klar auf die Ionenaustauschertechnologie gesetzt, auf Spezialisierung, Qualitätssicherung und Service. Eine Weichenstellung, die bereits gute zehn Jahre zurückliegt. Heute regenerieren wir das größte Harzvolumen in Deutschland und bedienen weit mehr Kunden als jeder Wettbewerber. Die Bestätigung unserer Leistung erfolgt aber durch Kunden wie das Institut Fresenius mit einem deutlich überdurchschnittlichen Anforderungsprofil. Welche Anwendungen bedienen Sie genau mit dem aufbereiteten Wasser?
Dr. R. Weyandt: VE-Wasser wird für viele Aktivitäten benötigt, vor allem aber in der Ökotoxikologie, wo z.B. Algen, Wasserflöhe, Fische und Fischeier stets in definierten Wässern gehältert und getestet werden. In der Mikrobiologie werden bestimmte Nähr- und Verdünnungsmedien ebenfalls mit VE-Wasser angesetzt, aber in unserem Technikum für vergleichende Performancetestungen von Waschmitteln, Geschirrspülern und Reinigern werden die weitaus größten VE-Wassermengen benötigt. VE-Wasser ist in unserem Haus selbstverständlich auch das Ausgangsmedium für die Reinstwasserherstellung in der biochemischen und chemischen Analytik, sofern keine Destillation erforderlich ist. Kurz, es gibt kaum mehr Bereiche, die gänzlich ohne eine Wasseraufbereitung und eine spezifische Wasserqualität auskommen.
Dr. S. Orben: Warum ist für Sie bei der Durchführung der Analysen gerade die Ionenaustauschertechnologie zur Herstellung des vollentsalzten Wassers so wichtig?
Dr. R. Weyandt: Aus zwei Gründen ist dies so. Die Grundvoraussetzung ist selbstverständlich die Qualität des produzierten Wassers. An zweiter Stelle steht, wie in jedem Labor, die Wirtschaftlichkeit. Nur beide Faktoren zusammen geben mir die Möglichkeit in der analytischen Sicherheit meiner Analysenergebnisse optimal zu arbeiten und gleichzeitig die Kostensituation im Griff zu haben. Die vergleichsweise minimalen Invest- und Unterhaltungskosten machen diese Technologie einfach attraktiv, da im heutigen Laborbetrieb die wirklichen Betriebskosten immer stärker zum Tragen kommen.
G. Rothe: Nur durch ständige Kontrollen beim Wareneingang der erschöpften Harze und die Qualitätskontrolle können wir das Qualitätsniveau so hoch halten und sicher für jede einzelne Patrone garantieren. Vor diesem Hintergrund haben wir ein vom TÜV Hessen zertifiziertes QS-System für die Regeneration von Ionenaustauschern eingeführt – für Sie als Anwender validierter Methoden besonders wichtig, da eine schwankende Qualität des Analysenwassers Ihre Ergebnisse unbrauchbar macht.
Dr. R. Weyandt: Aber wie machen Sie das genau? Wie vermutlich jeder Anwender kontrolliere ich die Leitfähigkeit und, wo erforderlich, den TOC-Gehalt des Produktwassers.
Dr. S. Orben: Bevor die Ware der Regeneration zugeführt wird, werden die Plomben kontrolliert, die Unversehrtheit der Patronen überprüft und nicht qualifizierte Harze entfernt. Auch wird kontrolliert, ob tatsächlich nur Trinkwasser über die Patronen gelaufen ist. Für die Regeneration setzen wir Spezialchemikalien ein, die unserer Spezifikation entsprechen.
Dr. R. Weyandt: Können Sie bitte diese Spezifikationen näher erläutern?
Dr. S. Orben: Beliebig ausgewählte Regenerationschemikalien können, wenn auch nur sehr niedrige, aber dennoch unerwünschte Restgehalte an Metallen oder organischen Inhaltstoffen beinhalten. Der Einsatz von Chemikalien, die den Normen für die Reinstwasserherstellung entsprechen, hat erheblichen Einfluss auf die Produktwasserqualität und die Kapazität nach der Regeneration.
Dr. R. Weyandt: Aber nochmals zurück zum Thema Qualität: Ich brauche das Wasser, wie ausgeführt, eben nicht nur für Reinigungsautomaten und die üblichen Laboranwendungen, sondern auch für meine Reinstwassersysteme, die ein besonders gut aufbereitetes Speisewasser verlangen. Besonders wichtig ist dabei oft der TOC-Gehalt, der bekanntlich mit Umkehrosmoseanlagen sehr niedrig ausfällt. Gäbe es hierzu nicht eigentlich auch Alternativen, z.B. Mischbettpatronen?
G. Rothe: Ja, ohne weiteres. Der TOC-Gehalt unserer Harze kann mit denen einer Umkehrosmoseanlage absolut mithalten. Jeder Ionenaustauscher hat auch adsorbierende Eigenschaften, besonders der Anionenaustauscher. Folgendes ist dabei besonders wichtig: Alle Moleküle mit einem Molekulargewicht kleiner als 300 Da passieren auch die RO-Membranen, wie das reine Wassermolekül auch.
Dr. R. Weyandt: Mikrobiologie ist ein besonderes Stichwort. Auch ein Ionenaustauscher verkeimt. Er wird ja mit Trinkwasser betrieben. Dieses Wasser enthält immer Keime, die sich auf dem Ionenaustauscher gegebenenfalls vermehren können. Dies können Sie auch nicht verhindern.
G. Rothe: Das ist sicher richtig. Durch die Regeneration wird zwar aufgrund der pH-Werte in den Regenerationschemikalien ein keimarmer Grundzustand hergestellt, der mit jeder Regeneration reproduziert wird. Weitergehende Prozessschritte, wie eine Sterilfiltration, sorgen dann zusätzlich für Keimzahlen unterhalb der Grenzwerte, die die relevanten Normen für gereinigtes Wasser fordern. Aus diesem Grund ist die Auslegung der Behältergröße im Zusammenhang mit dem Salzgehalt und der benötigten Menge so wichtig. Nur durch eine korrekte Beratung ist dies möglich.
Dr. R. Weyandt: Wie sieht der Vergleich Umkehrosmose/Ionenaustauscherpatrone speziell in Punkto Mikrobiologie aus?
G. Rothe: Ein regelmäßig durchströmter Ionenaustauscher verkeimt langsamer, wenn er richtig und regelmäßig regeneriert wird. Der mikrobiologische Schwachpunkt der Umkehrosmose kann ihr Vorratstank zur Zwischenlagerung sein. Stehendes Wasser verkeimt und ein Tank kann nicht im erforderlichen Maße gereinigt werden.

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