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Artikel und Hintergründe zum Thema

Gereinigt, aber wirklich sauber?

Reinigungsvalidierung in der Lebensmittelproduktion

In der Lebensmittelindustrie spielt die Hygiene eine zentrale Rolle für die Sicherstellung der Produktqualität und Lebensmittelsicherheit. Eine Vielzahl an Maschinen und Herstellungsgeräten, die in der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzt werden, steht dabei im direkten Kontakt mit den Lebensmitteln. Um eine Kontamination durch Rückstände früherer Chargen oder anderer Produkte zu vermeiden und die Reinheit der Anlagen zu gewährleisten, ist eine systematische Reinigung mit einem geeigneten Verfahren unerlässlich. Um zu prüfen, ob das verwendete Verfahren auch wirksam ist (Reinigungsvalidierung), bedient man sich verschiedener Tests.
© Nicosoftware/stock.adobe.com

Um die Qualitätsstandards für Hersteller von Lebensmitteln zu vereinheitlichen, wurde u. a. die IFS Food (International Featured Standard Food) erstellt. Sie dient per Definition als "Standard zur Auditierung der Produkt- und Prozesskonformität in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und -qualität" und will sicherstellen, dass die Lebensmittelhersteller Produkte gemäß den Spezifikationen erzeugen. Auch hier wird in dem Kapitel "Reinigung und Desinfektion" vorgeschrieben, die Wirksamkeit der jeweiligen Reinigungsmaßnahme zu verifizieren. Darin heißt es: "Die Wirksamkeit der Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ist zu verifizieren. Die Verifizierung stützt sich auf einen risikobasierten Stichprobenplan und berücksichtigt eine oder mehrere Tätigkeiten, z. B. visuelle Überprüfung, Schnelltests, analytische Untersuchungsmethoden. Daraus abgeleitete Maßnahmen sind dokumentiert." (Auszug aus: IFS Food, Version 8, April 2023, Teil 2, Kapitel 4.10.7.)

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Reinigungsvalidierung

In der Lebensmittelproduktion werden viele Produkte in Mehrzweckanlagen hergestellt, oft in diskontinuierlichen Prozessen. Nach dem Abfüllen bzw. Verpacken gelangen diese Lebensmittel in den Handel, wobei die Anlagen vor der Herstellung neuer Chargen oder anderer Rezepturen gründlich gereinigt werden müssen. Die Wirksamkeit eines Reinigungsverfahrens zu belegen, ist die sogenannte Reinigungsvalidierung. Dabei wird zunächst die Reinigung durch eine festgelegte Prozedur beschrieben (Wassermenge, Temperaturen, Drücke, Reinigungsmittel, Zeiten usw.). Anschließend wird das Reinigungsergebnis analytisch überprüft.

Um die Anlagen zur Überprüfung zu beproben, haben sich zwei Methoden durchgesetzt: die direkte Beprobung (SWAB-Methode) und die indirekte Beprobung (Final-Rinse-Methode).

Bei der indirekten Beprobung wird das letzte Spülwasser (Final Rinse) nicht verworfen, sondern auf seine Inhaltsstoffe analysiert. Der Vorteil der Final-Rinse-Methode ist, dass damit zumeist die komplette Anlage oder große Teile davon überprüft und bewertet werden können. Sie ist einfach und bedarf keiner weiteren Probenaufarbeitung.

Bei der direkten SWAB-Methode werden Bauteile oder bestimmte Oberflächen der Mehrzweckanlagen mit einem Reinigungstupfer (SWAB-Besteck) manuell gereinigt. Anschließend wird der Tupfer oder das Reinigungstuch mit Wasser eluiert und das Eluat analysiert. Der Vorteil der SWAB-Methode ist, dass die Reinigung von besonders kritischen Arealen wie bestimmten Oberflächenstellen oder Bauteilen wie Rührflügel oder Wellen separat überprüft werden kann. Zudem ist das SWAB-Elutionsvolumen in der Regel um ein Vielfaches geringer als das Volumen des Final Rinse und erreicht dadurch oft deutlich niedrigere Nachweisgrenzen. In der Praxis werden die Anlagen meist aus einer Kombination beider Verfahren überprüft.

Um nun die Effektivität der Reinigungsmaßnahmen zu kontrollieren, kommen verschiedene chemische Analysentechniken zum Einsatz. Ein bewährter Parameter zur Beurteilung der Reinheit ist der TOC-Wert (TOC: Total Organic Carbon, gesamter organischer Kohlenstoff).

TOC als universeller Parameter

Bei der TOC-Bestimmung wird das Spülwasser oder das SWAB-Eluat zunächst mit einer Mineralsäure behandelt, wodurch die enthaltenen Carbonate und Hydrogencarbonate in COumgewandelt werden. Ein Spülgas entfernt das entstandene Kohlenstoffdioxid aus der Probe. Anschließend wird ein Teil der vorbereiteten Probe auf einen heißen Katalysator injiziert, wo die organischen Substanzen bzw. der darin enthaltene Kohlenstoff ebenfalls zu COumgesetzt werden. Ein Trägergas leitet das COschließlich zu einem NDIR (nichtdispersive IR-Spektroskopie)-Detektor, der die Menge des Kohlenstoffdioxids erfasst.

TOC-Analysatoren der Serie TOC-L von Shimadzu. © Shimadzu

In modernen Analysatoren wie solche der TOC-L-Serie von Shimadzu (Bild 2) ist die Probenvorbereitung (Ansäuern und Ausgasen) automatisiert. Diese Systeme nutzen einen effizienten Platin-Katalysator bei einer Verbrennungstemperatur von 680 °C. Zudem ermöglicht eine spezielle Spritzeneinheit die automatische Verdünnung von Proben, die den Kalibrierbereich überschreiten.

Da nahezu alle Lebensmittel aus organischem Material bestehen, ist der TOC-Wert ein universeller Parameter, der sich für eine Vielzahl von Produkten eignet. Darüber hinaus erfasst die TOC-Analyse auch Rückstände von Reinigungsmitteln. Ein weiterer Vorteil ist die Effizienz: Eine Dreifach-Bestimmung des TOC in einem Spülwasser dauert in der Regel weniger als 15 Minuten. Wird der festgelegte Grenzwert im Spülwasser eingehalten, kann die wirksame Reinigung der Anlage analytisch bestätigt werden und die nächste Produktion beginnen.

Fazit

Der Einsatz von TOC-Analysatoren kann bei der Kontrolle der Wirksamkeit der Reinigungsmaßnahmen an Produktionsanlagen und Equipment wertvolle Hilfe leisten. Dies ist nicht nur für die Eigenüberwachung in Bezug auf die verwendeten Reinigungsmaßnahmen von Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit und die Produktqualität. Qualitätsstandards wie die IFS Food etwa fordern in der Lebensmittelherstellung explizit den Einsatz geeigneter Verfahren zur Überprüfung der durchgeführten Reinigungsmaßnahmen.

AUTOR

Sascha Hupach
Shimadzu Deutschland GmbH, Duisburg
[email protected]
www.shimadzu.de

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