Gen-Fragmente steuern Hirnentwicklung
Zellen schneidern ein Nervenkostüm: Die bruchstückhafte Abschrift eines Gens lässt Hirnzellen so reifen, dass sie Vernetzungen bilden können, um Erfahrungen zu verarbeiten.
Artikel und Hintergründe zum Thema
Zellen schneidern ein Nervenkostüm: Die bruchstückhafte Abschrift eines Gens lässt Hirnzellen so reifen, dass sie Vernetzungen bilden können, um Erfahrungen zu verarbeiten.
Rasterfahndung nach Epilepsie-Genen
Einen neuen Weg in der Erforschung der Ursachen der Epilepsie hat ein Wissenschaftlerteam unter Beteiligung des Bonner Universitätsklinikums beschritten: Die Forscher erfassten die Netzwerke der aktiven Gene und suchten wie bei einer Rasterfahndung nach den „Haupttätern“.

Dendriten von Motorneuronen der Taufliege
Dendriten sind Verästelungen von Nervenzellen, die Eingangssynapsen tragen. Schätzungsweise 100 Mrd. Neurone im menschlichen Gehirn bilden etwa 100 Bio. Synapsen an ungefähr 150000 km Dendritenkabel.
Auf Stammzellen ruhen die Hoffnungen vieler Mediziner. Sie könnten beispielsweise abgestorbene Nervenzellen nach einem Schlaganfall ersetzen. Bislang war es jedoch nicht möglich, Stammzellen live dabei zu beobachten, wie sie sich zu Nervenzellen entwickeln.

Honigbienen lernen sehr schnell und haben ein hervorragendes Gedächtnis. Daher sind sie als Modellorganismen für die Forschung interessant. Da die Lernprozesse beim Menschen ähnlich ablaufen, können die Erkenntnisse übertragen werden.

Bei Schizophrenie-Patienten haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg zehn bisher unbekannte Genveränderungen (Mutationen) entdeckt. Das betroffene Gen liefert den Bauplan für ein Gerüstprotein, das so genannte SHANK2-Protein, das eine entscheidende Rolle bei der Signalweitergabe zwischen Nervenzellen spielt.

Wie Zellen miteinander sprechen
Bei der Embryonalentwicklung von Wirbeltieren signalisieren Botenstoffe jeder einzelnen Zelle, an welcher Position sie sich befindet. So kann die Zelle ihre spezielle Struktur und Funktion ausbilden. Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun erstmals gezeigt, dass die Botenstoffe über lange fadenförmige Zellfortsätze gebündelt weitergegeben werden.
Manche Nervenzellen sind aktiver als andere, auch wenn sie direkt nebeneinander liegen und sich im Aufbau nicht unterscheiden. Dr. Jean-Sébastien Jouhanneau und Dr. James Poulet vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin Buch haben den Grund für dieses Phänomen entdeckt.

Wanderung der Vorläufer-Pyramidenzellen
Während der Entwicklung des Gehirns müssen die Vorläufer von Nervenzellen manchmal weite Strecken von ihrem Entstehungs- bis zu ihrem Ursprungsort zurücklegen. Proteine, wie die FLRTs (gesprochen: Flirts), dienen dabei als Leitmoleküle.

Während Nervenzellen Informationen in ihrem Inneren schnell als elektrische Signale weiterleiten, kommunizieren sie untereinander an speziellen Kontaktstellen, den Synapsen. Dort werden chemische Botenstoffe, die Neurotransmitter, in sogenannten Vesikeln gespeichert.