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Artikel und Hintergründe zum Thema

Neuer Ansatz gegen Hepatitis E

Melanie Steinbeck,

CRISPR-System hemmt Virusvermehrung in Zellkultur deutlich

Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben ein neues antivirales Prinzip gegen das Hepatitis-E-Virus entwickelt. Mit Hilfe des CRISPR/Cas13-Systems gelang es ihnen, die Vermehrung des Erregers in menschlichen Zellen gezielt zu unterdrücken. Hepatitis E zählt weltweit zu den häufigen Ursachen akuter Leberentzündungen, spezifische Therapien stehen bislang jedoch nicht zur Verfügung. Die Arbeitsgruppe der Abteilung Molekulare und Medizinische Virologie zeigt nun, dass sich das Virus mit einem RNA-gerichteten CRISPR-Ansatz angreifen lässt. Die Ergebnisse erschienen am 4. Mai 2026 und könnten neue Wege für antivirale Strategien eröffnen.

Symbolbild KI-Darstellung Virus © nobeastsofierce/stock.adobe.com

Ein Angriff auf die virale RNA

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das CRISPR/Cas13d-System. Anders als das bekanntere Cas9, das DNA schneidet, richtet sich Cas13 gegen RNA. Mithilfe sogenannter crRNAs lässt sich das Enzym so programmieren, dass es gezielt bestimmte RNA-Sequenzen erkennt und zerstört – in diesem Fall jene des Hepatitis-E-Virus.

„Unser Ansatz nutzt die Fähigkeit von Cas13, virale RNA gezielt zu erkennen und zu zerstören“, erklärt Dr. Yannick Brüggemann. In Zellkulturversuchen führte das dazu, dass sich die Virusvermehrung deutlich verringerte und weniger infektiöse Viruspartikel gebildet wurden.

Besonders wirksam erwiesen sich crRNAs, die auf den Bereich ORF1 des viralen Genoms abzielten. Sie senkten sowohl die Zahl infizierter Zellen als auch die Virusproduktion erheblich. Die Wirtszellen blieben dabei unbeeinträchtigt.

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„Das zeigt, dass wir das Virus sehr spezifisch angreifen können, ohne die Zellen zu schädigen“, sagt Prof. Dr. Eike Steinmann.

Einen Großteil der bislang bekannten Hepatitis-E-Virusvarianten erfassen

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie lag auf der Frage, wie sich möglichst wenige crRNAs so kombinieren lassen, dass sie dennoch eine große Vielfalt an Virusvarianten abdecken. Bioinformatische Analysen ergaben, dass bereits drei bis vier unterschiedliche crRNAs ausreichen, um den Großteil der bislang bekannten Hepatitis-E-Virusvarianten zu erfassen.

Damit könnte sich ein Ansatz abzeichnen, der auch der hohen Anpassungsfähigkeit von Viren begegnet. „Mit wenigen gezielten Bausteinen lässt sich eine breite Wirkung erzielen“, so Emely Richter, Erstautorin der Studie.

Noch ein weiter Weg bis zur Anwendung

Die Arbeit liefert einen Machbarkeitsnachweis für CRISPR-basierte antivirale Strategien gegen Hepatitis E. Bis zu einer möglichen klinischen Anwendung seien jedoch weitere Schritte notwendig, insbesondere mit Blick auf die sichere und effiziente Übertragung in den menschlichen Körper.

Förderung

Unterstützt wurde die Studie unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung.

Originalpublikation:
Richter, E., et al. (2026). Development of a CRISPR-Cas13-based antiviral strategy against hepatitis E virus. JHEP Reports. DOI:10.1016/j.jhepr.2026.101885

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

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