Untersuchungen zu Abdichtungsvarianten von Lösungsmittelflaschen
Emissionen bei der Chromatographie vermeiden
Lösungsmittel sind bei der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) täglich in Verwendung. Obwohl Lösungsmitteldämpfe, wie z. B. von Methanol und Acetonitril, die häufig in der HPLC als Eluenten genutzt werden, nachweislich gesundheitsschädliche Wirkung haben können, werden in der Praxis Lösungsmittelflaschen oft provisorisch abgedeckt bzw. abgedichtet oder gar nicht abgedeckt. Bei der Entnahme für die Zuführung des Lösungsmittels wird hier zur Abdichtung z. B. auf Alufolie oder einen Parafilm zurückgegriffen, oder die Kapillaren werden einfach in die offene Lösungsmittelflasche gehängt. Durch eine unzureichende Abdichtung können Lösungsmitteldämpfe in die Laborluft gelangen, was der Gesundheit der Personen im Labor schaden kann und außerdem die Brand- und Explosionsgefahr im Labor erhöht. Weitere Aspekte mangelnder Abdichtung sind: Das hier als mobile Phase in der HPLC eingesetzte Lösungsmittel kann verunreinigt werden, was möglicherweise zu falschen Ergebnissen in der Analyse oder Ausfallzeiten führen kann. Daher ist es besonders wichtig, Vorkehrungen zu treffen, um die Kontamination der Raumluft durch Lösungsmittelemissionen zu vermeiden. Dies kann z. B. der Einsatz von Sicherheits-Verschlüssen sein.
Hier wird eine typische Laborsituation mit dem Einsatz von Lösungsmitteln in der Chromatographie betrachtet: Aus einer Flasche werden Lösungsmittel über Kapillaren in ein HPLC-Gerät geführt, wo sie als mobile Phase dienen. Es wurden Untersuchungen zum Ausmaß der Verdunstung des Lösungsmittels je nach Abdichtung solch einer Vorratsflasche durchgeführt. Im Folgenden werden die Ergebnisse vorgestellt.
Experimentelles
Es wurden verschiedene Abdichtungsmöglichkeiten von Lösungsmittelflaschen an 1-l-Flaschen, voll befüllt mit einem Liter Acetonitiril, getestet: Aluminiumfolie, ein Verschluss mit einfacher Bohrung und speziell gefertigte Sicherheits-Kappen der Marke "b.safe" für die Entnahme von Lösungsmitteln aus Flaschen. Zum Vergleich wurden Messwerte erhoben, wenn die Flaschen offen sind. Über das Wiegen der Flaschen wurde jeweils die Menge der verdunsteten Lösungsmittelmenge ermittelt. Alle Tests wurden unter den gleichen Bedingungen durchgeführt (s. Tabelle 1).
Ergebnisse
Die gemessenen Werte (s. Tabelle 2) zeigen deutliche Unterschiede bei den verdunsteten Lösungsmittelmengen aus einem Liter vorgelegtem Acetonitril für die verschiedenen Abdichtungsvarianten: Wie erwartet liegen diese bei einer einfachen Abdeckung mit Aluminiumfolie mit 55,36 ml in zehn Tagen am höchsten. Mit 0,3 ml verdampfter Lösungsmittelmenge über den gleichen Zeitraum wurde bei Verwendung von Sicherheitskappen der geringste Lösungsmittelverlust durch Verdunstung festgestellt.
Die Testergebnisse zeigen, was der Einsatz spezieller Sicherheitskappen bewirken kann. Eine Abdeckung, die eine Verdunstung des Lösungsmittels aus der Entnahme-Flasche effektiv reduziert, kann nicht nur zum Schutz der Labormitarbeitenden beitragen, sondern durch den reduzierten Lösungsmittelverbrauch auch zu mehr Nachhaltigkeit im Labor.
AUTORIN
Renée Irina Keth
Bohlender GmbH, Grünsfeld
Tel.: 09346/9286-0
[email protected]
www.bohlender.de
www.bsafe.de
















