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Artikel und Hintergründe zum Thema

Partikelanalyse | Mikroplastik

Barbara Schick,

Nanoplastik in Körperflüssigkeiten nachweisen

Forschende der TU Graz haben gemeinsam mit dem Unternehmen Brave Analytics eine Methode entwickelt, um Nanokunststoffpartikel (Nanoplastik) in Flüssigkeiten zu detektieren und deren Zusammensetzung zu bestimmen.

Die Sensorplattform detektiert mittels Laserlicht Nanokunststoffpartikel in Flüssigkeiten. © Lunghammer – TU Graz

Mikro- und Nanokunststoffpartikel gelangen auf verschiedenen Wegen in den menschlichen Körper, etwa über die Nahrung oder die Atemluft. Ein Großteil wird wieder ausgeschieden, ein gewisser Teil verbleibt jedoch in Organen sowie im Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Mit der Frage, ob Nanoplastik auch in der Augenheilkunde eine Rolle spielt, beschäftigte sich ein Team um Harald Fitzek vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der TU Graz gemeinsam mit einem Grazer Augenarzt in dem FFG-Bridge-Projekt "Nano-VISION". Gestartet wurde das Projekt vor zwei Jahren zusammen mit dem Start-up Brave Analytics. Die Projektpartner haben nun eine Methode entwickelt, mit der sich Nanoplastik in durchsichtigen Körperflüssigkeiten detektieren und quantifizieren lässt. Auch dessen chemische Zusammensetzung kann bestimmt werden. Als exemplarische Anwendung der Methode untersucht das Forschungsteam, ob Intraokularlinsen Nanokunststoffpartikel abgeben. Solche Untersuchungen habe es bislang nicht gegeben.

Konzentration und Zusammensetzung bestimmen

Der Nachweis von Mikro- und Nanoplastik erfolgt in zwei Schritten. Eine von Brave Analytics entwickelte Sensorplattform saugt die zu untersuchende Flüssigkeit ein und pumpt diese durch ein Glasröhrchen. Dort durchleuchtet ein schwach fokussierter Laser die Flüssigkeit in oder entgegen der Fließrichtung. Trifft das Licht auf Partikel, beschleunigt bzw. bremst der Laserimpuls sie – größere Partikel stärker als kleinere. Die unterschiedlichen Geschwindigkeitswerte erlauben Rückschlüsse auf die Größe der Teilchen sowie deren Konzentration in der Flüssigkeit. Diese Methode, genannt "Optofluidic Force Induction", hat Christian Hill von Brave Analytics an der Medizinischen Universität Graz entwickelt.

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Harald Fitzek, Christian Neuper und Christian Hill (von links) an der Sensorplattform. © Lunghammer – TU Graz

Neu ist die Kombination der Optofluidic Force Induction mit der Ramanspektroskopie. Dabei wird zusätzlich das Spektrum des von einzelnen Partikeln in der Flüssigkeit gestreuten Laserlichts analysiert. "Abhängig vom Material der fokussierten Partikel sind die Frequenzwerte jeweils ein wenig anders und verraten so die genaue chemische Zusammensetzung", sagt der Ramanspektroskopie-Experte Harald Fitzek.

Nanoplastik aus Intraokularlinsen?

Derzeit laufen am Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik bereits weitere Untersuchungen, inwieweit Intraokularlinsen spontan, nach mechanischer Belastung oder Einwirkung von Laserenergie Nanokunststoffpartikel abgeben. Intraokularlinsen sind künstliche Linsen, die ins Auge implantiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse aus diesen Versuchen sind für Ophthalmochirurgen und Linsenhersteller von Bedeutung.

"Anwendbar ist unsere Methode zum Nachweis von Mikro- und Nanoplastik auf klare Körperflüssigkeiten wie Urin, Tränenflüssigkeit oder Blutplasma", sagt Harald Fitzek. "Sie eignet sich aber auch für die kontinuierliche Überwachung von Flüssigkeitsströmen in der Industrie sowie von Trink- und Abwasser."

Quelle: Technische Universität Graz

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