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Artikel und Hintergründe zum Thema

PFAS schneller aus dem Körper entfernen?

Melanie Steinbeck,

Studie untersucht Wirkung von Cholestyramin und Colesevelam auf Umweltgifte im Blut

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich damit, ob die Umweltgifte PFAS (Perfluoralkylsubstanzen), auch bekannt als Ewigkeitschemikalien, mit bestimmten Medikamenten schneller aus dem Körper entfernt werden können.

Axel Andersson and Kristina Jakobsson © Emelie Asplund, Göran Petersson

Kann man PFAS mit Medikamenten schneller aus dem Körper entfernen?

Bestimmte Medikamente können die Umweltgifte PFAS (Perfluoralkylsubstanzen), auch bekannt als Ewigkeitschemikalien, schneller aus dem Körper entfernen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Universität Göteborg. Die Ergebnisse stärken das Forschungsfeld und identifizieren ein weiteres Medikament als wirksam. Ob die schnellere Eliminierung gesundheitliche Vorteile bringt, ist jedoch noch unklar.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Environment International veröffentlicht und basiert auf kontrollierten Untersuchungen in Ronneby in Blekinge. Dort hatte das Trinkwasser einer kommunalen Wasseraufbereitungsanlage früher sehr hohe PFAS-Werte enthalten.

Die Kontamination wurde 2013 entdeckt und stammte aus wässrigen Schaumlöschmitteln, die über Jahrzehnte bei Brandübungen am Luftwaffenstützpunkt F17 in Ronneby verwendet worden waren. Das belastete Wasser wurde sofort durch sauberes Wasser aus einer anderen kommunalen Aufbereitungsanlage ersetzt.

Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass viele Bewohner stark erhöhte PFAS-Werte im Blut aufwiesen. Die Eliminierung der Substanzen kann viele Jahre dauern, variiert jedoch stark zwischen den Individuen. Die Gründe für diese Unterschiede sind bislang nicht vollständig verstanden.

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Studie zur Entfernung vone PFAS mit kontrollierten Medikamententests

Die aktuelle Studie umfasste zehn Probanden im Alter von 25 bis 47 Jahren. Sie wurden mit verschiedenen Medikamenten getestet, um die PFAS-Werte im Körper zu senken. Dabei dienten die Teilnehmer als eigene Kontrollgruppe: Sie nahmen ein Medikament über 12 Wochen ein und verzichteten in einem anderen Zeitraum gleicher Länge auf die Einnahme.

Die untersuchten PFAS-Substanzen wurden durch zwei Medikamente schneller aus dem Körper eliminiert: das cholesterinsenkende Mittel Cholestyramin, das die Ergebnisse einer dänischen Studie aus dem letzten Jahr bestätigt, sowie das verwandte Medikament Colesevelam, bei dem der Effekt auf die Eliminierung bisher nicht nachgewiesen war.

„Während der 12 Wochen ohne Medikamente fielen die Werte der untersuchten PFAS-Substanzen nur um wenige Prozent, während die Phase mit Medikamenten Reduktionen von bis zu 40 Prozent für eine der PFAS-Substanzen ergab“, erklärt Axel Andersson, Forscher an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg und Leiter der Studie.

Gesundheitliche Wirkung einer schnellen PFAS-Entfernung noch unklar

Andersson, der auch als Co-Autor an der dänischen Studie beteiligt war, betont, dass in beiden Studien lediglich die Eliminierung untersucht wurde – nicht, ob eine schnellere Ausscheidung gesundheitliche Vorteile hat.

„In Gruppen mit hohen PFAS-Werten im Blut können Medikamente eingesetzt werden, um die Werte zu senken und die sonst langsame Eliminierung zu beschleunigen, daran besteht kein Zweifel. Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um nachzuweisen, ob es sowohl kurz- als auch langfristig gesundheitliche Vorteile hat, die Werte schneller zu senken. Es ist außerdem wichtig, die gesundheitlichen Vorteile gegen mögliche Risiken abzuwägen“, so Andersson.

Originalpublikation:
Serum, urinary and fecal concentrations of perfluoroalkyl substances after interventions with cholestyramine/colesevelam and probenecid - cross-over trials in Ronneby, Sweden, DOI:10.1016/j.envint.2025.109794

Quelle: Universität Göteborg

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