Laborplanung heute
Labore im Wandel: Flexibel, nachhaltig und vernetzt
Die Anforderungen die Planung von Laboren haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Während früher jedes Labor individuell auf die Bedürfnisse des Nutzers zugeschnitten wurde, stehen heute vor allem Flexibilität, Nachhaltigkeit und digitale Planungstools im Mittelpunkt. Maike Kranz, Leiterin des Fachbereichs Laborplanung bei der Carpus+Partner AG, beschreibt, wie sich die Branche gewandelt hat und welche Herausforderungen die moderne Laborplanung mit sich bringt.
„Als ich vor etwa 15 Jahren zu Carpus kam, war die Laborplanung noch viel individueller“, erinnert sich Kranz. „Die Aspekte der Nachnutzbarkeit und Flexibilität spielten damals noch keine so zentrale Rolle, wie sie es heute tun.“ Heute denken Kunden stärker über die Zukunftsfähigkeit ihrer Labore nach – sie sollen auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch nutzbar und anpassungsfähig sein. Das habe zu einem klaren Trend hin zu modularen Konzepten geführt: „Wir denken heute viel mehr darüber nach, was das grundlegende ‚Basic Labor‘ ausmacht, und bauen darauf auf, sodass sich die Infrastruktur anpassen lässt.“
Digitalisierung und Nachhaltigkeit als zentrale Themen
Zu den größten Herausforderungen in der Laborplanung zählen laut Kranz die Digitalisierung, der Einsatz künstlicher Intelligenz und Automatisierung – und das alles unter zunehmendem Kostendruck. „Die Kunden wünschen sich modernere, technisch besser ausgestattete Labore. Aber das geht oft mit einem höheren Kostendruck einher“, erklärt sie. Auch Nachhaltigkeit sei ein zentrales Thema geworden: „Labore verbrauchen viele Ressourcen – von der Lüftung über Heizung bis hin zu Kühlung. Diese Systeme müssen nicht nur funktional, sondern auch nachhaltig gestaltet werden.“
Von AutoCAD zu BIM
Die Digitalisierung hat auch die Arbeit der Planer selbst stark verändert. Während früher noch Steckdosen manuell gezählt werden mussten, ist die Planung heute softwaregestützt und modellbasiert. „Heute arbeiten wir in einem Modell, bei dem die Möblierung und die Infrastruktur des Labors in einer 3D-Bibliothek abgebildet sind“, so Kranz. Mit der Einführung von Building Information Modeling (BIM) sei zudem eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Fachplanern möglich geworden: „So gibt es nur noch eine Wahrheit: die im Modell.“ Das habe die Planung deutlich effizienter und weniger fehleranfällig gemacht.
Praxisbeispiele: Wohlfühlatmosphäre trotz Automatisierung
Wie moderne Laborplanung heute aussehen kann, zeigen aktuelle Projekte. Besonders in Erinnerung geblieben ist Kranz das „House of Hair“ der Henkel AG in Hamburg. „Labore wirken oft kühl und ungemütlich. Bei Henkel ist es gelungen, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Mitarbeitenden wirklich wohlfühlen.“ Für die Forschungseinheiten erhielt Henkel zudem die „My Green Lab“-Zertifizierung, die nachhaltige Standards im Laborbetrieb auszeichnet.
Auch technologische Innovationen spielen eine wachsende Rolle. „Bei BASF haben wir ein Labor mit automatisiertem Probentransport umgesetzt. Dort wurde das Zusammenspiel von Mensch und Maschine sehr gut umgesetzt, um den Mitarbeitenden die Arbeit zu erleichtern“, berichtet Kranz. Ziel sei nicht die Ersetzung des Menschen, sondern die Unterstützung durch Technik.
Labor Impuls Forum 2026
Neben ihrer Arbeit bei Carpus+Partner koordiniert und moderiert Maike Kranz das Labor Impuls Forum. In 2026 findet die zweitägige Konferenz am 17. und 18. März in München statt. Die Veranstaltung bietet Laborplanern, Wissenschaftlern, Betreibern und Fachleuten eine Plattform für Erfahrungsaustausch, praxisnahe Einblicke und Diskussionen über aktuelle Entwicklungen in der Laborplanung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Impulse zu neuen Konzepten, Technologien und Strategien, um Labore zukunftsfähig, flexibel und effizient zu gestalten.
„Das Labor Impuls Forum ist für uns jedes Jahr eine besondere Veranstaltung, weil es nicht nur eine Fachkonferenz ist, sondern vor allem eine Plattform für den intensiven Austausch unter Laborplanern, Wissenschaftlern, Betreibern und anderen Fachleuten.“
Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich: Die Laborplanung ist längst kein starres Konstrukt mehr, sondern ein dynamischer Prozess, der auf Flexibilität, Nachhaltigkeit und digitale Effizienz setzt – immer mit dem Ziel, Forschung und Arbeit im Labor langfristig zu ermöglichen.
Quelle: Interview mit Maike Kranz













