GMP-konforme Hardware

Reinraum-geeignete Tastaturen

Die Systec & Solutions GmbH beschreibt Reinraumtastaturen und deren Anforderungen und gibt hier Antworten auf Fragen, die sich Unternehmen bei der Wahl ihrer Reinraum-Hardware oft stellen.

© Systec & Solutions GmbH

Folientastatur und Glastastaturen eignen sich für den Einsatz im Reinraum und bei erhöhten hygienischen Anforderungen. Die Wahl ist manchmal eine Geschmackssache bezogen auf die Eingabeart. Die Glastastatur funktioniert kapazitiv mit akustischer Rückmeldung, die Folientastatur verfügt über Fingerführung und taktile Rückmeldung. Die Eingabe über die Folientastatur erfordert ein leichtes Eindrücken der Tasten und somit etwas Fingerkraft. Eine flüssige Eingabe u. a. mit zehn Fingern ist eher schwierig. Allerdings werden Fehleingaben vermieden, da eine Taste nicht einfach versehentlich gedrückt werden kann und der Anwender durch das taktile Feedback eine deutliche Rückmeldung erhält.

Bei der Glastastatur erfolgt die Eingabe durch kapazitive Berührungserkennung, d. h., dass ein Finger, der die Taste berührt, beim Sensor eine Kapazitätsänderung bewirkt. Daher muss kein besonderer Druck auf die Tasten ausgeübt werden, das Berühren genügt. Das Fehlen von normalen Tasten, kann im ersten Moment etwas befremdlich sein. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit berichten Anwender aber, dass sie sogar im Zehnfinger-Rhythmus tippen. Der Anwender kann die Bedienungssensitivität individuell einstellen.

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Bei besonders hohen hygienischen Anforderungen mit vielen Reinigungszyklen, ist die Glastastatur meistens die beste Wahl. Sie ist durch ihre glatte Oberfläche leichter zu reinigen. Darüber hinaus ist sie besser beständig gegenüber Reinigungsmitteln und Chemikalien als die Folienoberfläche, die sich leichter abnutzen lässt. Ist jedoch ein taktiles Feedback gewünscht und das etwas kräftigere, bewusstere Drücken für den Anwender von Vorteil, dann bietet sich die Folientastatur an.

Funktionieren die Tastaturen mit allen Handschuhen?
Die Glas- und Folientastaturen wurden mit bis zu drei Lagen Reinraum-Handschuhen aus Nitril/Latex getestet, und das funktionierte einwandfrei. Bei der Glastastatur empfiehlt es sich möglichst eng sitzende Handschuhe zu verwenden, damit die Leitfähigkeit gut gegeben ist. Handschuhe, die nicht leitfähig sind, z. B. dicke Stoffhandschuhe, können nicht verwendet werden. Auch Stifte oder andere Gegenstände lösen die Tasten der Glastastatur sowie das Touchpad nicht aus. Wenn spezielle Handschuh-Kombinationen mit ggf. Unterziehhandschuhen aus anderen Materialien genutzt werden, sollte das im Vorfeld getestet werden.

Bei der Folientastatur gibt es die Option eines resistiven Touchpads für spezielle Anwendungsfälle. Damit kann das Touchpad durch Druck bedient werden und die Bedienung ist so auch mit sehr dicken Handschuhen möglich. Je nachdem wie viele Lagen Handschuhe Mitarbeiter tragen, lässt sich die Empfindlichkeit des Touches der Glastastatur einstellen. Auch das akustische Feedback kann in der Lautstärke so eingestellt werden, wie es für den Anwender am besten ist. Für die Entscheidung ist es auch hilfreich, die Tastaturen einmal mit genau den Handschuhen zu testen, die im jeweiligen Reinraum verwendet werden.

Trackball und Maus im Reinraum?
Die Frage nach einem Trackball begegnet dem Unternehmen Systec & Solutions immer wieder. Es wurde sich bewusst entschieden, diesen nicht anzubieten, da dieser nicht optimal für den Reinraum ist. Denn: Hinter dem Trackball entsteht eine Totstelle, so dass sich Verunreinigungen ansammeln, die nicht mehr oder nur schwer zu entfernen sind.

Eine Maus empfiehlt Systec & Solutions nicht, da der Anschluss entweder über ein Kabel erfolgt, das offen herumliegt, oder alternativ auch über Bluetooth: Bei beiden Möglichkeiten wird eine USB-Schnittstelle benötigt, in der sich Verunreinigungen sammeln können. Auch im unteren Bereich der Maus kann sich Schmutz ansammeln. Darüber hinaus sind die Oberflächen, auf welchen die Maus genutzt werden soll, zu bedenken, denn sie funktioniert nicht auf allen Oberflächen, darunter auch Edelstahl, zuverlässig.

Um dennoch eine einfache Steuerung zu ermöglichen, sind die Tastaturen von Systec & Solutions mit einem Touchpad versehen, und es werden Multi-Touch HMI-Systeme (HMI = Human Machine Interfaces) angeboten. Die Kombination aus Touchdisplay und Touchpad ermöglicht eine ergonomische und einfache Bedienung ganz ohne Maus. Der Anwender scrollt nicht mit der Maus auf ein Feld zur Eingabe, sondern klickt dieses Feld über das Touchdisplay mit dem Finger einfach direkt an. Das geht übrigens viel schneller als mit einer Maus.

Tastaturen für Hygienevorschriften im GMP-Umfeld müssen regelmäßiger Reinigung standhalten
Die Tastaturen von Systec & Solutions wurden speziell für den Einsatz im Reinraum mit erhöhten hygienischen Anforderungen entwickelt. Es wurden die besonderen Anforderungen an die Reinigungs- sowie Chemikalienbeständigkeit berücksichtigt, so dass die Tastaturen mit nahezu allen in der pharmazeutischen Industrie üblichen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gereinigt werden können. Die Tastaturen erfüllen mindestens IP65, so dass beim Reinigen nichts in die Tastatur eindringen kann. Bei den Oberflächen wurde besonders darauf geachtet, dass diese möglichst glatt und einfach zu reinigen sind.

Die Frontfolie der Folientastatur ist eine Polyesterfolie mit biaxialer Ausrichtung. Sie besitzt deshalb eine bessere Beständigkeit gegen Lösungsmittel als herkömmliche Folien. Eine Beständigkeitsliste gemäß DIN 42 115 Teil 2 kann eingesehen werden.

Die Materialien Edelstahl und Glas der Glastastatur bieten eine besonders gute mechanische und chemische Beständigkeit. Das kapazitive Glasbedienfeld wurde von hinten bedruckt, so dass ein langjähriger Einsatz und die regelmäßige Reinigung keine Auswirkung auf die Lesbarkeit der Tastenbeschriftung haben. Um die Reinigung zu erleichtern, aktiviert der Anwender die Reinigungsfunktion und die Tastatur bleibt für den Reinigungsvorgang gesperrt. So können keine versehentlichen Eingaben erfolgen

Glastastur im Lebensmittelbereich?
Bei der Lebensmittelproduktion, z. B. der Produktion von Babynahrung, für die Glas ein Risiko darstellen kann, wird oftmals die Folientastatur favorisiert. Falls dennoch die kapazitive Eingabemöglichkeit bevorzugt wird, bietet Systec & Solutions die Glastastatur auf Wunsch auch mit einer auflaminierten Schutzfolie an, die als Glassplitterschutz dient.

Schutz vor Fremdnutzung
Die Glastastatur kann optional um eine Auto-Lock-Funktion ergänzt werden. Nach 30 Sekunden Inaktivität wird die Tastatur dann automatisch gesperrt, und es können bis zum nächsten Freischalten keine Eingaben mehr gemacht werden. Die Glastastaturen können auf Wunsch mit integriertem RFID/NFC oder Smartcard Reader zur Nutzer-Authentifizierung verwendet werden. Standardmäßig werden die Sprachlayouts DE, FR, DK, UK, US, BE, NL, CH und IT angeboten, weitere auf Anfrage umsetzbar.

Systec & Solutions GmbH, Karlsruhe
www.systec-solutions.com

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